Blühinitiative für Insekten

Pflanzaktion auf Asendorfer Friedhof

In Asendorf auf dem Friedhof sind knapp 3000 mehrjährige Setzlinge in die Erde gepflanzt worden. Das Ziel: Brachliegende Flächen mit Blühpflanzen gestalten und so kleine Paradiese schaffen.
11.04.2021, 13:05
Lesedauer: 2 Min
Zur Merkliste
Von Bärbel Rädisch
Pflanzaktion auf Asendorfer Friedhof

Die einzelnen Holzscheite zeigen auf dem Friedhof an, was dort blühen wird.

Vasil Dinev

Warum nicht auf dem Asendorfer Friedhof brachliegende Flächen mit Blühpflanzen gestalten? Und das zur Freude der Menschen und zum Nutzen von Bienen, Insekten, Vögeln und anderem Getier? Das dachte sich Pastorin Melanie Simon bereits vor längerer Zeit. Sie wandte sich an Ulf Feuerstein, Leiter der Deutschen Saatveredelung AG in Asendorf, der die Blühinitiative ins Leben gerufen hatte. Mit dem Friedhofsausschuss wurden vor Ort passende Bereiche festgelegt. Und am Sonnabend wurde dort fleißig gepflanzt: Rund 3000 mehrjährige Setzlinge kamen in die Erde. Auf dem Zentralbeet am Hauptgang warteten 25 einzelne Areale darauf, von Ulf Feuerstein und Eckhardt Gumprecht mit Sohn Noah bestückt zu werden.

In jedem Beet steckt zurzeit noch ein Holzscheit mit einer passenden Markierung in Weiß, Gelb, Blau, Rosa und verschiedenen Lilatönen, wo demnächst blaue Glockenblumen, gelbe Färberkamille, rote Lichtnelke oder weiße Schafgarbe blühen werden. Die unterschiedlich langen Hölzer weisen außerdem auf die Höhe der Pflanzen hin. Die von Friedhofsgärtner Heino Schmidt gefrästen Flächen bearbeitete im Herbst die Gruppe der Kirchengemeinde "Harken und Hacken". Sie wird auch das ganze Jahr über ein Auge darauf haben, wenn im Blütenmeer eventuell gejätet werden muss. Düngen ist nicht notwendig, wie Feuerstein berichtet: "Die Kraft würde in die Blätter gehen und die Blühwilligkeit verhindern.“

Auf weiteren Arealen des Friedhofs wird außerdem ausgesät und zusätzlich gepflanzt. Die beiden Freundinnen Henrike und Pia - sie ist die Enkelin Ulf Feuersteins - füllten eifrig Eimer mit den Pflänzlingen, mischten sie und Björk Gumz setzte sie auf diesen Flächen querbeet in die Erde, um ein buntes Bild zu erzeugen. Dem Imker aus Helzendorf liegt die Insektenwelt sehr am Herzen. „Ich freue mich, hier mithelfen zu können. Schon lange Zeit verfolge ich die Veränderungen in der Natur. Man muss im Auge haben, dass alles mit allem zusammenhängt“, sagt er. „Es geht, wie immer geklagt wird, nicht nur um Überdüngung. Eingeschleppte Pflanzenarten sind für hiesige Insekten oft nutzlos. Oder Lichtverschmutzung, das heißt zu viele Lichtquellen nachts, stören ihren Lebensraum.“

Beim Einsetzen der Pflänzchen zeigt sich, dass Wildbienen schon heimisch sind. Immer wieder krabbelt eine aus dem Boden. Feuerstein hat aber schon weitere Pläne: „Behutsam wollen wir hier nach und nach kleine Schritte zur Umgestaltung des Geländes gehen.„ So sollen beispielsweise alte Grabsteine nicht wie bisher entsorgt, sondern an bestimmten Stellen mit Pflanzen kombiniert werden und Tierarten die vier Dinge bieten, die sie brauchen: Platz, Nahrung, Nistmaterial und Wasser. “Auch Gehölze wie Apfelbeere und Schlehe werden bald Vögeln an der Westseite Schutz und Nahrung bieten“, so Feuerstein. Alle Aktionsschritte auf dem Friedhof werden dokumentiert und für den bundesweiten Pflanzwettbewerb „Wir tun etwas für Bienen“ eingereicht. Die fleißigen Pflanzhelfer und alle übrigen Beteiligten hoffen, dass die Jury, die sich im Sommer einen Eindruck verschaffen will, ihre Mühe belohnt.

Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+