Strom- und Wärmeausfall in Stuhr Schwelbrand im Brinkumer Blockheizkraftwerk

Im Blockheizkraftwerk am Brunnenweg in Brinkum ist es am Dienstagvormittag zu einem Schwelbrand gekommen. Dadurch kam es zu Ausfällen von Strom und Fernwärme in der Gemeinde Stuhr.
01.03.2022, 13:58
Lesedauer: 3 Min
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Von Claudia Ihmels Esther Nöggerath

Stuhr-Brinkum. Ein Brand im Blockheizkraftwerk am Brunnenweg in Brinkum hat am Dienstag für einen Ausfall von Strom und Fernwärme in Teilen Brinkums und Seckenhausens sowie in der Kooperativen Gesamtschule (KGS) Brinkum gesorgt. Die Brandursache ist noch unklar.

Am Morgen hatte die Anlage, die unter anderem das Wohngebiet Briseck mit Wärme versorgt, eine Fehlermeldung abgesetzt. Ein Mitarbeiter des Betreibers Avacon wollte daher vor Ort nach der Ursache sehen. Als er am Blockheizkraftwerk, das sich auf dem KGS-Gelände direkt an den Sporthallen befindet, eintraf, sah er durch die Glastüren dunklen Rauch im Inneren des Kraftwerks. "Ich habe die Türen daher nicht geöffnet und stattdessen sofort die Feuerwehr verständigt", berichtete der Mitarbeiter.

Die Ortsfeuerwehr Brinkum wurde um 10.10 Uhr alarmiert. "Wir haben stinkenden, beißenden Rauch festgestellt", so Feuerwehrsprecher Matthias Thom über die Situation beim Eintreffen der Einsatzkräfte. Da der Mitarbeiter der Avacon mit einem Schlüssel vor Ort war, mussten die Türen nicht gewaltsam geöffnet werden. Sicherheitshalber wurde zunächst der Strom abgeschaltet, was auch einen Stromausfall für die KGS bedeutete, wo der Unterricht aber dennoch weiterlief. Der Betrieb in der Sporthalle wurde vorsorglich allerdings eingestellt, wie Polizeisprecher Thomas Gissing mitteilte. Die Schulklassen wurden aus der Sporthalle gebracht und in die KGS zurückbegleitet.

Die Feuerwehrkräfte versuchten indes mit einer Wärmebildkamera, den Brandherd zu lokalisieren. "Die Anlage ist aber ziemlich verwinkelt", erklärte Thom die Schwierigkeit dabei. Da nicht genügend Atemschutzträger vor Ort waren, wurde mit der Ortsfeuerwehr Seckenhausen ein zweiter Löschzug alarmiert.

Im Gebäude des Blockheizkraftwerkes konnte das Feuer laut Thom nach kurzer Zeit in der Schallisolierung eines Generators der Anlage lokalisiert werden. Für die Löscharbeiten und zum Lokalisieren des Brandherdes mussten Teile der Dämmung und der Elektronik entfernt werden. In einer Kräfte zehrenden Arbeit wurde mittels Trenngeräten die Isolierung und Teile der in Leichtbau gefertigten Innenwände unter schwerem Atemschutz herausgeschnitten und ins Freie befördert. "Das Feuer hatte sich in die Isolierung bereits weit hineingefressen", so Thom weiter. Immer wieder mussten kleine Brandnester abgelöscht werden. Erst gegen 15 Uhr war das Feuer dann endgültig gelöscht.

Bereits während der Löscharbeiten arbeiteten Mitarbeiter der Avacon daran, den Strom wiederherzustellen. Ab 13 Uhr lief der Strom dann auch bereits wieder. Etwas anders sah die Lage bei der Heizungs- und Warmwasserversorgung aus. Dort waren die Mitarbeiter länger zugange. Die betroffenen Haushalte wurden unterdessen unter anderem über die Warn-App Biwapp über den Ausfall informiert. Nach Abschluss der Feuerwehr-Tätigkeiten wurden weitere Vorkehrungen zum Wiederanlauf seitens des Betreibers getroffen. Am Nachmittag war dann auch die Kesselanlage bereits wieder aktiv und dabei, das System aufzuheizen, wie Avacon-Sprecherin Milena Neermann auf Nachfrage mitteilte. "An oberster Stelle stand für uns die schnelle Wiederherstellung der Versorgungssicherheit. Daher sind wir froh, dass die Kesselanlage wieder aktiv ist", so Neermann. Das Aufheizen dauere aber in der Regel ein paar Stunden.

Dennoch geht die Avacon nicht davon aus, dass die betroffenen Anwohner in den kommenden Tagen noch mit Einschränkungen rechnen müssen. "Wir haben als Vorsichtsmaßnahme noch eine mobile Kesselanlage bestellt", erklärte Neermann. Diese sollte bereits am Dienstagabend um etwa 20 Uhr in Brinkum eintreffen. Langfristig gesehen will der Energieversorger nun die Sachlage rund um das Blockheizkraftwerk noch genauer analysieren und prüfen. "Wir sind dankbar für die gute und sehr zuverlässige, schnelle Zusammenarbeit mit der örtlichen Feuerwehr und Polizei", betonte Neermann.

Die genaue Brandursache steht nach Angaben von Polizeisprecher Gissing derzeit noch nicht fest. Der entstandene Schaden wird nach ersten Schätzungen der Polizei auf rund 500.000 Euro beziffert.

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