Kosten schrecken Stuhrer Politik ab

Abfuhr für Laubkörbe

Die Stuhrer müssen ihr Laub weiterhin zu den Grünabfallsammelstellen oder zum Wertstoffhof bringen. Ein Antrag der SPD hatte im Ausschuss für Gemeindeentwicklung und Umwelt keinen Erfolg.
11.09.2020, 16:56
Lesedauer: 2 Min
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Abfuhr für Laubkörbe
Von Claudia Ihmels
Abfuhr für Laubkörbe

Weyhe hat sie, in Stuhr sind öffentliche Laubkörbe für die Bürger dagegen erst einmal vom Tisch (Symbolbild).

Sebastian Kelm

Stuhr. Der Stuhrer Ausschuss für Gemeindeentwicklung und Umwelt hat am Donnerstagabend einen Antrag der SPD-Fraktion, Laubkörbe anzuschaffen und aufzustellen, abgelehnt. Bisher sind die Anlieger dafür zuständig, das Laub etwa auf dem Gehweg vor ihrem Haus zusammenzufegen und zu entsorgen. Kostenlos abgegeben werden kann das Laub dann bei der Grünsammelstelle der Abfallwirtschaftsgesellschaft (AWG) in Neukrug. Laut Henning Winter vom Bereich Landschaftsbau im Rathaus, sind der Gemeinde dadurch in der vergangenen Laubsaison Kosten von 4815 Euro entstanden.

Laubkörbe würden die Gemeindekasse hingegen deutlich stärker belasten, rechnete Rathausmitarbeiter Winter vor. Das Aufstellen von Sammelbehältern mit wöchentlicher Leerung durch die AWG würde bei 250 Behältern einmalige Kosten von 68 750 Euro verursachen, dazu kämen jährlich 69 300 Euro für die Leerung. Die Summe ist vor allem deshalb so hoch kalkuliert, weil die Abfallwirtschaftsgesellschaft damit rechnet, dass nicht nur Laub in die Behälter geworfen wird, das Laub dadurch zum Restmüll wird, dessen Entsorgung wiederum teurer ist. Die zweite Variante beinhaltet das Aufstellen von verschließbaren Containern, die zu bestimmten Zeiten unter Aufsicht des Maschinenrings geöffnet sind. „Die AWG kalkuliert auf der Basis von sechs Containern über zehn Wochen Kosten in Höhe von 29 500 Euro. Dazu kommen Personal- und Gerätekosten des Maschinenrings in Höhe von 15 500 Euro“, heißt es dazu in der Ausschussvorlage.

„Die Kosten sind erschreckend“, kommentierte Kristine Helmerichs (Grüne) die Zahlen. Außerdem würden beide Varianten auch nicht wirklich helfen. „Man muss das Laub immer noch aufsammeln und irgendwo hinbringen“, sagte sie. Andere Kommunen wie etwa Weyhe würden ähnliches praktizieren, „aber tun sie das auch erfolgreich“, fragte die Grünen-Fraktionschefin. Gerd-Wilhelm Bode (Besser) sah das ähnlich. „Aufwand und Ertrag stehen in keinem Verhältnis. Das ist Luxus“, so seine Worte. Jan-Alfred Meyer-Diekena (FDP) warf ein, dass ein solches Angebot für ältere Menschen notwendig sein könnte. Vielleicht könne eine Anlaufstelle bei der Gemeinde eingerichtet werden, lautete sein Alternativvorschlag.

Dennis True (SPD) schlug vor, bei Variante 1 mit 100 Behältern zu rechnen und diese nur dort aufzustellen, „wo es Sinn macht“. Bei der Anzahl der Behälter habe man sich an der Gemeinde Weyhe orientiert, warf Winter ein. True stellte daraufhin den Antrag, dass die Verwaltung eine Berechnung mit 100 Behältern prüfen sollte. Der Antrag – und damit auch das Thema Laubkörbe in Stuhr – wurde vom Ausschuss aber mit sieben Nein-Stimmen und fünf Ja-Stimmen abgelehnt.

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