Fadenlauf in Sudweyhe

Das Hobby zum Beruf gemacht

Die Kunden kommen aus einem Umkreis von rund 200 Kilometern, die Auswahl im Geschäft ist riesig. Fadenlauf in Sudweyhe hat sich in den vergangenen 20 Jahren zur Anlaufstelle für Nähbegeisterte entwickelt.
09.11.2020, 17:12
Lesedauer: 3 Min
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Das Hobby zum Beruf gemacht
Von Claudia Ihmels

Weyhe-Sudweyhe. Die Stoffe mit den Weihnachtsmotiven sind längst da und liegen gleich in Eingangsnähe bereit. Auf einem großen Tisch dahinter finden sich Stoffe mit Einhörnern, Regenbögen, Feuerwehrautos und Baufahrzeugen – die Kinderabteilung. Und nochmal dahinter in einem großen Regal an der Wand sind die Stoffe mit Sternen, Ankern und auch einfarbige Exemplare untergebracht. Sie sind vor allem bei den Kundinnen beliebt, die Masken nähen wollen, hat Fadenlauf-Inhaberin Brigitte Schulz-Fastje beobachtet. Wie viele verschiedene Stoffe genau sie in ihrem Geschäft in Sudweyhe anbietet, kann sie gar nicht sagen. „Eine Unzahl“, sagt die 63-Jährige, die sich mit dem eigenen Stoffladen vor fast 20 Jahren einen Traum erfüllt hat.

Nähen war schon immer das Hobby von Brigitte Schulz-Fastje, die früher als kaufmännische Angestellte tätig war. Vor allem Bekleidung hat sie sich selbst genäht. Ein eigener Stoffladen sei ihr großer Wunsch gewesen. „Ich hatte den Mut, mein Hobby zum Beruf zu machen“, sagt sie. Im März 2001 eröffnete sie schließlich Fadenlauf. Das Geschäft befand sich damals schon im selben Gebäude wie heute an der Ecke Im Mühlengrunde/Sudweyher Straße. Vor fünf Jahren zog Fadenlauf in größere Räume, in den ursprünglichen befindet sich seit zwei Jahren das Outlet des Geschäfts.

Dass ihr Laden irgendwann so gut laufen würde, dass sogar eine Vergrößerung notwendig wurde, daran hat Schulz-Fastje in den ersten Jahren nicht gedacht. „Es hat ein wenig gedauert, bis es angenommen wurde“, erinnert sie sich und rät anderen, die einen ähnlichen Weg einschlagen möchten: „Man braucht Geduld“. Geschäftlich sei ihr Schritt in die Selbstständigkeit aus damaliger und heutiger Sicht mutig gewesen. Doch es war offenbar der richtige Schritt. In den ersten zwei Jahren führte sie den Betrieb alleine, mittlerweile hat sie vier Mitarbeiterinnen. Auch ihr Ehemann Ralf Fastje ist seit zehn Jahren für Fadenlauf tätig. „Wir haben peu à peu erweitert“, beschreibt es die Inhaberin. Ihr Geschäft habe viele Stammkunden. „Die Kunden kommen aus einem Umkreis von rund 200 Kilometern“, sagt sie. Ihr Glück gegenüber dem Onlinehandel sei, dass die Kunden die Stoffe fühlen möchten. „Die Haptik ist wichtig“, sagt Brigitte Schulz-Fastje.

Neben Stoffen aus diversen Materialien sowie mit vielen verschiedenen Mustern kann man sich bei Fadenlauf auch mit allem anderen ausstatten, was für das Nähen notwendig ist. Vor allem natürlich Kurzwaren wie Nadeln, Garn und Gummiband – „was man zum täglichen Bedarf braucht“, so Schulz-Fastje, die ihr Geschäft auch gerne als den „Baumarkt für Frauen“ bezeichnet.

Von Anfang an hat Fadenlauf auch Nähkurse in Kleingruppen angeboten. „Mit einer ausgebildeten Schneiderin“, sagt Brigitte Schulz-Fastje. Coronabedingt finden diese Kurse aber seit dem Frühjahr nicht mehr statt. Überhaupt mussten die Chefin und ihre Mitarbeiterinnen umdenken, als plötzlich auch ihr Geschäft schließen musste. Über eine Whats-App-Nummer konnten die Kunden Masken und Stoffe bestellen und dann abholen. „Wir hatten zu, haben aber Bestellungen gepackt“, erinnert sich Brigitte Schulz-Fastje. Die Nummer ist immer noch aktiv. Während der Corona-Zeit habe es auch viele Kunden gegeben, die das Nähen für sich wiederentdeckt haben.

Im Moment sei das Nähen von Masken nach wie vor ein großes Thema, dementsprechend gibt es im Laden längst eine große Auswahl an Baumwollstoffen. Ein Dauerbrenner ist laut Schulz-Fastje Basicware aus Baumwolle und Jersey, ebenso beliebt seien die Westfalenstoffe. Gut nachgefragt würden auch Stoffe, aus denen Kinderkleidung oder -zubehör wie etwa Nestchen genäht werden kann. „Wenn die jungen Frauen darin noch nicht perfekt sind, helfen wir gerne“, sagt die Fadenlauf-Inhaberin in Richtung derer, die für den eigenen Nachwuchs nähen möchten.

Das nächste große Ereignis in der Firmengeschichte sollte eigentlich die 20-Jahr-Feier im kommenden März werden. Brigitte Schulz-Fastje zweifelt aber daran, dass das aufgrund der Corona-Pandemie dann schon wieder möglich ist. Sie verspricht aber: „Wir machen auf jeden Fall etwas für unsere Kunden.“

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