Von Worphausen nach Berlin Student aus Lilienthal kandidiert für den Bundestag

Lars-Alexander Hirsch kandidiert für den Bundestag. Der 20-Jährige steht seit dem Wochenende auf Landeslistenplatz zehn der Linken. Einsetzen möchte er sich für eine „sozial-ökologische Wende“.
06.05.2021, 11:00
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Student aus Lilienthal kandidiert für den Bundestag
Von Rebecca Sawicki

Lilienthal. Lars-Alexander Hirsch möchte etwas verändern. Die aktuelle Situation samt Klimakrise und sozialer Ungerechtigkeit ärgert ihn. Seit dem Wochenende steht der 20-jährige Worphauser deshalb auf Platz zehn der Landesliste der Linken. Große Chancen, tatsächlich in den Bundestag gewählt zu werden, rechnet er sich nicht aus: „Die Kandidatur ist eher ein Signal für junge Menschen, dass man sich nicht auf ein Amt bewerben muss, um politische Inhalte einzubringen.“

Geprägt wurde der Worphauser, wie viele seiner Generation, durch die Klimabewegung Fridays for Future. Trotzdem hat er sich entschieden, nicht für die Grünen, sondern für die Linke zu kandidieren. „Dort wird Basisdemokratie noch mehr gelebt“, sagt der Student. Ein weiteres Ereignis, welches ihn in die Politik gedrängt hat: Rassismus auf dem Fußballplatz. Hirsch ist Trainer einer B-Jugend-Mannschaft. Auf dem Platz seien Spieler seiner Mannschaft rassistisch beleidigt worden. „Es gibt kein ruhiges Hinterland“, sagt er, „der Rassismus sitzt tief.“

Hirsch studiert dual „Sozialversicherungen mit Schwerpunkt Unfallversicherungen“ an der Hochschule der Berufsgenossenschaft für Handel und Warenlogistik in Bad Hersfeld. Den praktischen Teil des Studiums absolviert er in Bremen. „Durch die Pandemie hat sich aber auch der theoretische Teil meines Studiums hierher verschoben“, sagt Hirsch. Die Zeit in Bad Hersfeld neige sich außerdem dem Ende zu, sodass er auch ohne Online-Vorlesungen im kommenden Jahr in Lilienthal sein werde. Das zu betonen ist ihm wichtig, schließlich wolle er für seine Heimat in den Bundestag einziehen.

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Der 20-Jährige steht für die „sozial-ökologische Wende“, wie er selbst es ausdrückt. Da er vom Land kommt, wisse er, dass beispielsweise ein kompletter Verzicht auf das Auto nicht möglich sei. „Trotzdem würde ich es gerne weniger nutzen“, sagt er. Dafür bräuchte es statt einer CO2-Steuer eine Umstrukturierung im öffentlichen Personennahverkehr. Busse und Bahnen sollten seiner Meinung nach nicht nur öfter fahren, sondern auch bezahlbar sein. Es müsse vermieden werden, Herausforderungen und Probleme auf dem Rücken der Zivilbevölkerung auszutragen - und zwar nicht nur im Bereich des Klimaschutzes.

„Wir sehen das konkret an der Coronapolitik“, sagt Hirsch. Eingeschränkt sei vor allem der private Bereich - „größtenteils zu Recht“ - in den Unternehmen allerdings stünden die Menschen noch immer eng beieinander. Es störe ihn außerdem, dass aktuell vor allem eine Umverteilung von unten nach oben stattfände. „Auf der einen Seite haben wir Leiharbeiter und Kurzarbeitergeld, auf der anderen hohe Dividenden, die ausgezahlt werden“, sagt Hirsch.

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Durch die Corona-Pandemie und die Klimakrise sieht er eine Chance für die linksliberalen Parteien. „Konkret sehen wir das ja gerade schon bei den Grünen“, sagt Hirsch. Woran es liegen könnte, dass die Linke bisher laut Umfragen nicht profitiert? „Ich denke wir haben manchmal die falsche Ansprache.“ Hirsch hat vor, gerade jüngere Wähler zu überzeugen - und zwar über Social Media. „Wir müssen die Netzwerke ganz klar zielgruppenorientiert nutzen“, sagt er. Sein Ziel sei es, den potenziellen Wählern zuzuhören, Sorgen und Probleme ernstzunehmen und dann eine Lösung dafür zu finden.

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