Handball

Saison ist für die HSG LiGra vorbei

Der Saisonabbruch ist beschlossene Sache: Der Handball-Verband und seine Landesverbände haben den Spielbetrieb eingestellt. Damit bleibt die Herrenmannschaft der HSG LiGra in der Bremen-Liga.
11.04.2020, 11:28
Lesedauer: 2 Min
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Saison ist für die HSG LiGra vorbei
Von Dennis Schott

Lilienthal/Grasberg. Die aktuelle Handball-Saison wird der HSG LiGra nachhaltig in Erinnerung bleiben. Das war eigentlich schon klar, ehe der Spielbetrieb aufgenommen wurde. Schließlich ist es das erste Jahr der HSG nach dem Zusammenschluss des TV Lilienthal mit dem HV Grasberg im vergangenem Sommer. An die Saison 2019/2020 wird sich die HSG LiGra aber auch aus einem weiteren Grund gut erinnern. Sie kam nämlich zum vorzeitigen Abbruch.

Das ist das Ergebnis einer Telefonkonferenz des Präsidiums des Handball-Verbands Niedersachsen (HVN) mit seinen Mitgliedern am Mittwochabend. Die Entscheidung sei einstimmig gefällt worden, wie der HVN auf seiner Internetseite bekannt gab. Ferner erklärte Präsident Stefan Hüdepohl: "Es wird keine Absteiger geben. Die Aufsteiger werden über die Quotientenregelung ermittelt.” Laut Hüdepohl schließe sich der HVN damit den Landesverbänden des Deutschen Handballbundes an, die in den vergangenen Tagen bereits eine Beendigung des Spielbetriebs empfohlen hatten, heißt es weiter.

Besagter Quotient der in Frage kommenden Aufstiegskandidaten setzt sich dabei aus den bereits erspielten Pluspunkten und der Anzahl der bis zum Saisonabbruch absolvierten Pflichtspiele zusammen. „Bei gleichen Quotienten ziehen wir für die Wertung den direkten Vergleich heran“, erklärt Hüdepohl.

Das heißt im Umkehrschluss, dass die erste Herren der HSG LiGra, die höchstspielende Mannschaft unseres Verbreitungsgebiets, nun definitiv nicht mehr aus der Bremenliga aufsteigen kann. Vorsitzender Jürgen Stanek findet das „ein bisschen tragisch. Vielleicht wäre noch etwas möglich gewesen“, sagt er, wohl wissend, dass die Chancen nach der Niederlage im Topspiel bei der SV Grambke-Oslebshausen II eher gering gewesen wären. Denn ob sich der ungeschlagene Tabellenführer, der bereits beide direkten Duelle gegen die HSG gewonnen hat, noch im weiteren Verlauf eine Blöße gegeben hätte, erscheint eher fraglich. Die Mannschaft selbst, und auch die ebenfalls in der Bremenliga aktive HSG LiGra II, kann mit der Entscheidung des Verbands aber leben. „Den Kampfeswillen hat das jedenfalls nicht geschmälert. Viele beschäftigt eher, wann sie wieder gemeinsam trainieren können, wann es wieder losgehen kann“, gibt Jürgen Stanek ein erstes Feedback aus dem Herrenbereich wieder. „Und im Jugendbereich hätten ja auch nur noch wenige Spiele ausgetragen werden müssen“, gibt der HSG-Vorsitzende zu bedenken.

Er kann sich mit der Entscheidung grundsätzlich anfreunden. „In der Gesamtkonstellation ist das in Ordnung“, meint er. Komplett überraschend kommt dieser Vorstoß freilich nicht. Wie in jeder anderen Sportart haben sich auch die Handballer darüber Gedanken gemacht, wie die beste Lösung nach der durch die Corona-Pandemie ausgelöste Saisonunterbrechung aussehen könnte. Ein vorzeitiger Abbruch stand da schon im Raum. Die nun vereinbarte Quotientenregelung gelte unter den Mitgliedern des Präsidiums dabei als „fairste Regelung”, erklärt der Verband in diesem Zusammenhang.

In der kommende Woche sollen die Abschlusstabellen feststehen, den Meldeschluss für die Saison 2020/2021 setze der HVN voraussichtlich auf den 15. Mai fest, erklärt der Verband weiter. Den Termin für den Beginn der Qualifikation im Jugendbereich werde auf nach den Sommerferien verschoben. Den Modus und die Staffeleinteilungen und -größen für die Qualifikation und die Saison werde man schnellstmöglichst bekanntgegeben.

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