1.Fußball-Kreisklasse Osterholz

Die Arbeit beim SF Heilshorn zahlt sich langsam aus

Mit den Sportfreunden Heilshorn ist eine jahrelange graue Maus der 1. Fußball-Kreisklasse Osterholz plötzlich zum ernsthaften Titelanwärter avanciert.
03.11.2020, 08:36
Lesedauer: 3 Min
Zur Merkliste
Von Karsten Hollmann
Die Arbeit beim SF Heilshorn zahlt sich langsam aus

Umworben, aber standhaft: Thomas Papyrin (links) will mit den Sportfreunden Heilshorn unbedingt in die Kreisliga aufsteigen.

Guido Specht

Heilshorn. Mit den Sportfreunden Heilshorn ist eine jahrelange graue Maus der 1. Fußball-Kreisklasse Osterholz plötzlich zum ernsthaften Titelanwärter avanciert. Nach acht Begegnungen führt das Team von Trainer Mirko Sass die Liga sogar an. „So langsam zahlt sich unsere Arbeit aus“, frohlockt Sass.

Mit Murat Cengiz vom Bezirksligisten SV Komet Pennigbüttel haben die Heilshorner einen bärenstarken Sechser bekommen. „Zusammen mit Kevin Papyrin hat Murat in der Mitte alles im Griff“, schwärmt Sass. Papyrin war lange verletzt und hatte in der vergangenen Saison kaum gespielt. Als Zehner hat Kevin Papyrin bereits elf Saisontreffer auf dem Konto und trägt somit ebenso wie sein Bruder Thomas Papyrin wesentlich zum Aufschwung beim Klassenprimus bei. Mit dem ehemaligen Kicker des ATSV Scharmbeckstotel, Lucas Gley, hat der Aufstiegsanwärter auch noch einen weiteren erstklassigen Kicker in seinen Reihen. „Lucas ist eine Granate und strahlt im rechten Mittelfeld große Torgefahr aus“, lobt Mirko Sass seinen Neuzugang der vergangenen Spielzeit. Aber auch die Abwehrspieler sind stets in der Lage, Tore zu erzielen. So haben auch Robert Drazewski und Tobias Ehing bereits jeweils zwei Treffer beigesteuert. Ehing sorgte in zwei Partien auch jeweils für das wichtige 1:0.

Lesen Sie auch

Insgesamt haben sich bereits zehn verschiedene Leute in die SFR-Torschützenliste eingetragen. Das macht den Ersten extrem schwer ausrechenbar für die Gegner. Mit Lukas Grohe, der vom Bremen-Ligisten SC Borgfeld nach Heilshorn zurückkehrte, steht auch wieder ein „echter“ Torwart zwischen den Pfosten. Die Rolle hatte in der vergangenen Serie stets ein Feldspieler übernommen. „Auch deshalb haben wir hinten immer sehr viele Dinger kassiert“, gibt Mirko Sass zu bedenken. Grohe sei nun aber ein sicherer Rückhalt. „Ein solcher Torwart ist für uns Gold wert. Er leitet die Abwehr“, informiert der 44-Jährige. Die individuelle Klasse einzelner Akteure ist auch anderen Vereinen nicht verborgen geblieben. Immer wieder baggern höherklassige Klubs an Spielern wie Kevin und Thomas Papyrin sowie an Lucas Gley. „Die gehen aber alle einfach nicht weg. Sie sind zufrieden bei uns und wollen gar nicht so hoch spielen“, betont Mirko Sass. Lucas Gley hätte sich vor der Saison auch dem FC Worpswede anschließen können. Ein bisschen höher spielen wollen die Heilshorner dann aber doch. „Meine Mannschaft will unbedingt in die Kreisliga“, versichert Sass. Dennoch wollte dieser vor der Saison keine großen Töne spucken.

„Das hatten wir vorher schon ein paar Mal gemacht. Und immer wieder ist es unter anderem aus Verletzungsgründen voll in die Hose gegangen“, sagt Sass. In dieser Serie sind die Sportfreunde aber noch weitestgehend vom Verletzungspech verschont geblieben. Ein paar schwierige Charaktere der Vergangenheit sind nicht mehr da. „In der neuen Truppe gibt es echt einen guten Zusammenhalt“, urteilt der Coach. Dies habe auch bereits Dominik Sievers gespürt. Der Goalgetter kehrte vom 1. FC Osterholz-Scharmbeck zurück, darf aber wegen einer verweigerten Freigabe seines Ex-Klubs erst im Januar wieder Punktspiele für seinen alten und neuen Klub bestreiten. Sievers kann aber wegen einer Verletzung an der Hand derzeit ohnehin nicht trainieren. „Wir haben in der Vorbereitung auf die neue Saison viel gemacht“, betont Sass. Einen großen Schritt nach vorne tat Can Divanoglu, der sich einen Stammplatz als linker Verteidiger erarbeitete. „Can hat sich extrem verbessert“, freut sich Sass.

Lesen Sie auch

Dieser war vor elf Jahren mit einem ganzen Schwung an Mitspielern vom 1. FC Osterholz-Scharmbeck nach Heilshorn gekommen und löste vor etwas mehr als drei Jahren Thomas Reichel auf der Kommandobrücke ab. Von der früheren FCO-Delegation ist nur noch Eicke Schacht in Heilshorn aktiv. Während zum Beispiel Steffen und Maik von Oehsen ihre Schuhe an den Nagel hingen, kickt Sven von Oehsen noch für die Altherrenformation der Weinroten. „Immer, wenn wir richtig loslegen wollen, kommt uns Corona in die Quere. Das ist sehr demotivierend, zumal keiner weiß, wie es weitergeht“, erklärt Mirko Sass. Er warnt vor Überheblichkeit wie beim 2:4 gegen Aschwarden II. „Wenn wir das vermeiden, könnte es etwas mit dem Aufstieg werden“, sagt Sass.

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+