Schützenfest in Ritterhude Geduldsprobe für die Königskandidaten

Beim Ritterhuder Schützenfest wird gemeinsam nur auf einen einzigen Holzadler angelegt. Gefeiert wird jedoch ganze drei Tage lang.
03.07.2019, 15:16
Lesedauer: 2 Min
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Von Christian Pfeiff

Ritterhude. „Wenn das so weiter geht, müssen wir bald mal eine kurze Pause einlegen; so langsam hätte ich nämlich ein Bedürfnis“, kommentierte Ingo Anderle, seines Zeichens amtierender Kaiser der Ritterhuder Sportschützen, am Montag frotzelnd über ein Mikrofon die Bemühungen seiner Vereinskameraden, den Rumpf des hölzernen Adlers auf der Schießanlagen des Vereins zu Fall zu bringen.

Beim Schießen auf den Adler wechselten sich Frauen und Männer ab. Schließlich begnügt man sich in Ritterhude seit Jahren mit nur einem royalen Würdenträger samt Stellvertreter - statt ein Königspaar zu ermitteln. Am Ende war es fast 19 Uhr – und damit eine gute Stunde nach der im Programm angekündigten Königsproklamation – als schließlich Herta Schleich den „goldenen Schuss“ abfeuert, den Rumpf des Holzadlers erlegte und somit zur aktuellen Schützenkönigin avancierte. Eine Stunde zuvor hatte sich bereits Thorsten Ewald durch Abschuss des Adlerflügels für den Posten des diesjährigen Vizekönigs qualifiziert; Jugendkönig Fiete Fischer und sein Vize Jerome Haaseloop sicherten sich ihre royalen Ämter bereits am Tag zuvor.

Die Hitze der vergangenen Tage hatte eben auch hinsichtlich der Konzentrationsfähigkeit und Zielsicherheit der Schützen ihre Spuren hinterlassen. Und nicht nur dort: „Wir haben aufgrund der Hitze am Sonnabend unsere Tanzveranstaltung mit DJ kurzerhand vor die Halle verlegt; im Innern konnte man es einfach nicht aushalten", berichtete der Vereinsvorsitzende und Bruder des frisch gekrönten Vizekönigs, Holger Ewald.

Diese Maßnahme bescherte den Schützenbrüdern und -schwestern einige ungeplante Spontanbesucher, beispielsweise Fahrradausflügler. „Insgesamt waren es wohl um die 100 Gäste“, schätzte Holger Ewald. Am Montag, dem eigentlichen Haupttag des dreitägigen Festes, blieben die Schützen allerdings ganz unter sich - und damit in den Farben Grün, Weiß. Schließlich waren auch die Gastdelegationen der benachbarten Vereine – etwa aus Farge und Neuenkirchen – in ihrer grün-weißen Schützenuniformen erschienen.

Ihr Geschick, ihr Schützenfest bei sinkender Zahl externer Gäste dennoch kontinuierlich drei Tage lang zu feiern, brachte den Ritterhuder Schützen am Sonntag auch ein Lob des Osterholzer Landrates Bernd Lütjen ein. Dieser war als Ehrengast zum Schützenfest nach Ritterhude gekommen. „Solange ich den Vereinsvorsitz bekleide und ein so tolles Team an meiner Seite weiß, werde ich alles in meiner Macht stehende tun, um diese schöne Tradition aufrechtzuerhalten“, versprach der Vorsitzende der Schützen, Holger Ewald. Für ihn stellt der Montag, der Tag des Königsschießens, den Haupttag des dreitägigen Fests dar: „Allein schon das Einholen der Schlüsselgewalt ist immer wieder ein magischer Moment“, sagte er.

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