Solarenergie

Günstiger Solar-Check für Hauseigentümer

Der Landkreis Osterholz und die Verbraucherzentrale bieten Beratung zur privaten Nutzung von Sonnenenergie. Ab dem 15. April kann man sich bewerben.
09.04.2019, 17:02
Lesedauer: 2 Min
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Von Peter von Döllen
Günstiger Solar-Check für Hauseigentümer

Karin Merkel (von links), Bernd Lütjen, Jan Hinken und Barbara Mussack werben für Solarberatungen. Die gibt es sechs Wochen lang für wenig Geld.

von Döllen

„Bei der Windenergie ist Niedersachsen sehr weit“, sagt Barbara Mussack von der Klimaschutz- und Energieagentur Niedersachsen. Bei der Nutzung von Solarenergie gebe es aber noch Nachholbedarf. Ziel müsse es sein, einen Mix beider Arten zu schaffen, damit sie sich ergänzen. Zusammen mit dem Landkreis Osterholz und der Verbraucherzentrale soll nun ein Solar-Check der Sonnenenergie einen Schub geben. Nach dem Energie-Check, bei dem es um den Energieverbrauch ging, soll nun eine Beratung von Hauseigentümern hinsichtlich der Möglichkeiten zur Nutzung von Solaranlagen gesponsert werden. „Die Nachfrage im Herbst war sehr gut“, berichtet Landrat Bernd Lütjen. Das habe Mut für eine neue Aktion gemacht.

„Die Nutzer zahlen nur 30 Euro“, erläutert Jan Hinken vom Landkreis. Sie bekommen die Beratung damit zu einem sehr günstigen Preis, eigentlich kostet sie an die 300 Euro. Die ersten 20 Teilnehmer erhalten sie sogar kostenlos. Die Frist beginnt am Montag, 15. April, und läuft bis zum 24. Mai. „Ab neun Uhr können Interessenten bei mir anrufen“, erklärt Hinken. Er ist unter der Telefonnummer 04791 / 930 34 23 oder per Mail an die Adresse solar@landkreis-osterholz.de erreichbar.

Laut Lütjen ist sichergestellt, dass alle Interessenten, die sich bis zum Ende der sechswöchigen Frist anmelden, auch eine Beratung bekommen. Die könne allerdings auch nach dem Ende des Aktionszeitraumes erfolgen. Jan Hinken hofft, dass mindestens 100 Bürger das Angebot in Anspruch nehmen.

Die Beratungen dauern etwa 90 Minuten. „Die Berater sind alle neutral“, versichert Karin Merkel von der Verbraucherzentrale. Es sei wichtig, eine von Lieferanten unabhängige Beratung zu bekommen.

Die Experten analysieren den baulichen Zustand des Gebäudes, die Ausrichtung, Verschattung, den Platz im Haus für Geräte und den Energieverbrauch der Haushalte. Es ist also eine zugeschnittene individuelle Beurteilung, wie Merkel erklärt. Jeder Teilnehmer bekommt noch einen schriftlichen Bericht. Die Berater beantworten auch gerne Fragen. Der Bericht gebe den Teilnehmenden eine Orientierung, in welche Richtung ihre persönliche Solar-Lösung gehen könnte. Danach müsse das Projekt mit Unternehmen der Region realisiert werden.

Die Analyse ist möglicherweise auch für Eigentümer interessant, die bisher dachten, ihr Haus sei nicht oder wenig geeignet. „Die Technik ist heute viel weiter“, ermuntert Barbara Mussack, sich die Sache nochmal genauer anzuschauen. Die Ausrichtung spiele beispielsweise eine weniger wichtige Rolle als vor ein paar Jahren. Und die Effizienz der Module sei gestiegen.

Zudem habe sich die Herangehensweise geändert. Früher ging es darum, den produzierten Strom in das Netz einzuspeisen und dafür die Vergütung zu kassieren. Heute wird der Strom zunächst im eigenen Haus selber genutzt. Es gibt inzwischen sogar Stromspeicher, die Energie liefern, wenn die Sonne nicht scheint. Das senkt die Stromkosten, weil weniger vom Energieversorger bezogen werden muss. „Es ist eine Renaissance der Solaranlagen“, meint Bernd Lütjen.

Barbara Mussack rät Interessenten, sich nicht nur auf die Stromerzeugung zu konzentrieren. Solaranlagen könnten auch Wärme produzieren. Die Solarthermie sei etwas in Vergessenheit geraten. Dabei könnte sie je nach Gestaltung die Hälfte der benötigten Wärme eines Haushaltes erzeugen.

Anhaltspunkte, ob sich eine Solaranlage lohnt, bekommen Eigentümer unter www.solarkataster-osterholz.de. Dort sind alle Gebäude erfasst. Aus genannten Gründen sollte das eigene Haus aber noch genauer betrachtet werden. Vielleicht gibt es doch eine Lösung, obwohl das Objekt zunächst ungeeignet erscheint. Derzeit gibt es rund 2000 Solaranlagen unterschiedlicher Größen im Landkreis. Der Landkreis hofft, dass es mehr werden.

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