Gewerbepark Sottrum Ein Riese an der Hansalinie - Neues Großprojekt an der A1

Im Sottrumer "A1 Gewerbepark" entsteht derzeit auf rund 65.000 Quadratmetern ein Kühllogistiklager für die Supermarktkette Rewe. Zudem hat die Gemeinde drei weitere Grundstücke auf dem Areal verkauft.
11.08.2018, 08:52
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Ein Riese an der Hansalinie - Neues Großprojekt an der A1
Von Lars Köppler

Der Spatenstich ist bereits im Mai erfolgt, seitdem herrscht auf dem riesigen Areal im Sottrumer „A 1 Gewerbepark“ emsiges Treiben. Hier – in optimaler Lage zwischen Hansalinie und Bundesstraße – entsteht auf rund 65 000 Quadratmetern das neue Frischezentrum der Supermarktkette Rewe. Wie mächtig das 216 Meter lange, 92 Meter breite und 14 Meter hohe Objekt nach der für das erste Quartal 2019 geplanten Fertigstellung aussehen wird, lässt sich schon jetzt absehen. Denn der Bauherr, der Projektentwickler Bauwo aus Hannover, der die Kühllogistikhalle an Rewe vermietet, hat einen stattlichen Teil seiner Arbeiten bereits erledigt.

In der Kühllogistikhalle soll zukünftig Obst und Gemüse gelagert werden. Der Lebensmittel-Konzern mit Hauptsitz in Köln verfolgt damit eine ausgeklügelte Strategie. „Das neue Frischezentrum liegt zwischen den vorhandenen Logistikstandorten in Lehrte und Stelle. Ziel ist eine Entlastung dieser Standorte sowie ein höherer Servicegrad für die umliegenden Märkte. Zusätzlich verkürzen sich die Fahrtwege, was auch ökologische Vorteile hat“, erklärt Daniela Beckmann, Sprecherin von Rewe Region Nord.

Ideale Voraussetzungen

Schließlich sei Obst und Gemüse eine sehr sensible Warengruppe, die maßgeblich zum Image des Unternehmens beitrage, heißt es weiter. Und bei geringerem Warenbestand in den Lagern erhöhe sich für den Rewe-Konzern die Warenverfügbarkeit in seinen Märkten. Die Halle für Regional- und Kühllogistik ist derweil auf rund 20.000 Quadratmetern Grundfläche in drei Kältezonen – zwei, sechs und 18 Grad – unterteilt. Ein weiterer Gebäudeteil umfasst nach Angaben des Projektentwicklers, mit dem die Gemeinde Sottrum nach intensiven Verhandlungen einen Vertrag abgeschlossen hat, etwa 770 Quadratmeter für Büro- und Sozialflächen. Die Lagerflächen werden zudem durch eine Brandwand in zwei gleiche Abschnitte unterteilt. An zwei Seiten der Halle befinden sich insgesamt 41 Verladeeinheiten. Rund 80 Prozent der Halle soll den Plänen zufolge gekühlt werden. Der Bürobereich besteht indes aus einem zweigeschossigen Anbau. Die Nähe des Standortes zu Bremen bietet Rewe laut der Firma Bauwo „ideale Voraussetzungen für die Distribution“.

In möglichst nicht einmal sechs Monaten soll dann auf dem freien Gelände neben der Autobahnlinie zwischen Bremen und Hamburg das Kühllager stehen. Das hat natürlich auch auf die Einwohner Sottrums positive wie negative Auswirkungen. „Wir planen zur Anlaufphase mit rund 120 Arbeitsplätzen, die sich perspektivisch auf rund 160 erhöhen werden“, stellt Daniela Beckmann als großen Pluspunkt der Rewe-Ansiedlung heraus. Mehr Menschen, die im Sottrumer Gewerbepark ihrer Arbeit nachgehen und der zu erwartende Lkw-Lieferverkehr dürften derweil nicht jedem Sottrumer schmecken. Besonders die Anwohner der Feldstraße in unmittelbarer Nähe zu dem neuen Industriegebiet sorgen sich um ihre Lebensqualität, wie auch Holger Bahrenburg längst festgestellt hat. „Die Anwohner haben eine Unterschriftenliste eingereicht“, weiß der Gemeindedirektor um die Stimmungslage vor Ort. Da die Feldstraße eine Gemeindestraße sei, wisse man in der Gemeinde aber sehr wohl um die Verantwortung, versichert Bahrenburg, der aktuell die Zahlen aus einer Verkehrsmessung auswertet und in Kürze verlässliche und belegbare Fakten zur Verkehrssituation vorliegen hat.

Kritische Stimmen

Nach ersten Beratungen im Sottrumer Bau- und Planungsausschuss soll sich der Lkw-Verkehr immer zwischen 15 und 5 Uhr abspielen, maximal 59 sogenannte Bewegungen soll es demnach pro Tag geben. Dabei gilt: Die nahen Wohnhäuser – wie zum Beispiel an der Feldstraße – sollen nicht belastet werden. Ohnehin wird das Thema „Vermarktung des Gewerbeparks“ innerhalb der Verwaltung sensibel gehandhabt, nachdem es in der Vergangenheit – weil die Vermarktung sehr schleppend anlief – kritische und sogar spöttische Stimmen gab. „Der Gewerbepark ist jetzt keine beleuchtete grüne Wiese mehr“, sagt Bahrenburg erleichtert. Auch Bedenken der Sottrumer Verwaltung und Politik, das Gelände mit seinem riesigen Gebäude könnte zur Brache werden, sollte Rewe dort wieder ausziehen, konnten die Verantwortlichen der Firma Bauwo zerstreuen. Dem Verwaltungsausschuss sei zugesichert worden, dass eine Nachnutzung möglich sei. „Wir haben auch einen direkten Kontakt zur Bauleitung“, hebt Bahrenburg das gute Verhältnis hervor.

Der „A 1-Gewerbepark“ ist im Dezember 2014 als Investition für die Zukunft eingeweiht worden. Nach einiger Zeit des Stillstands vermeldet die Gemeinde Sottrum nun aber Erfolge. Nach der Ansiedlung des Werbemittel-Großhändlers Inspirion und dem aktuellen Bau des Rewe-Kühllagers nimmt der Gewerbepark langsam Konturen an. Weitere Logistiker sollen laut Bahrenburg allerdings keine Chancen auf Gewerbeflächen bekommen. „Wir wollen eine bunte Mischung“, erklärt der Gemeindedirektor. Neben dem Autoteile-Verkäufer Wheelscompany und dem Fliesen-Fachhandel B&K Industries ist mittlerweile auch das Unternehmen Highland Stall & Weide von Oyten nach Sottrum gezogen. Zudem hat der Verwaltungsausschuss den Verkauf von drei weiteren Grundstücken beschlossen, sodass nun noch rund 20 000 Quadratmeter zu vergeben sind. Und die wolle man „für örtliche Betriebe zurückhalten“.

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