Musikalische Lesung Krimi trifft auf Klampfe

Mit einer musikalischen Lesung wagte sich der Förderverein der Achimer Stadtbibliothek an ein neues Format und konnte die Zuschauer damit durchaus überzeugen.
20.10.2021, 15:25
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Von Gisela Enders

Einmal mehr sehen sich Ralf Ziether und Britt Bredehorst mit Herausforderungen konfrontiert, die den vollen Einsatz der beiden Berliner Kriminalhauptkommissare erfordern. Nur: Britt Bredehorst ist im Urlaub, weshalb ihr Partner bei der Suche nach brutalen Internetgangstern auf sich allein gestellt ist. Auch im fünften Teil der Spreenebel-Serie, die den Titel „Dreckiges Geld“ trägt, ist es dem Autoren Stephan Leenen gelungen, seine Anhänger von Beginn an zu fesseln und dabei dramatische Einblicke in die Berliner Unterwelt zu vermitteln. Schon eine Weile sei nun auch der sechste Band fertig, erklärte der Autor, „aber wegen Corona hinken wir mit den Lesungen noch ein wenig hinterher“.

Rüdiger Dürr hatte die Begrüßung der etwa 30 Gäste übernommen, die sich am Dienstagabend in der Achimer Stadtbibliothek versammelt hatten. „Sie glauben gar nicht, wie ich mich darüber freue, dass wir heute – unter Corona-Bedingungen – ausverkauft sind“, bekannte der Vorsitzende des Fördervereins der Achimer Stadtbibliothek. „Sehr lange mussten wir darauf warten, Kultur an dieser Stelle wieder unter die Bürger zu bringen und damit die Stadtbibliothek erneut ins Blickfeld der Öffentlichkeit zu rücken." Unter Ausschluss der Öffentlichkeit sei im Hintergrund jedoch an der Entwicklung eines neuen Formates gefeilt worden, einer Lesung mit Musik, die an dem Abend in Achim Premiere feiere.

Beste Unterhaltung

Andreas Pohl hatte sich mit seiner Gitarre neben Leenen auf das blaue Sofa gesetzt. Beide wippten mit dem Fuß zu den Liedern, die Bezug nahmen auf den Inhalt der Story und mit „Bloody Money“ schließlich den Kern der Geschichte trafen. Gut gelaunt gelang es den Protagonisten, die Gäste in ihren Bann zu ziehen, sie zum Mitsummen eines Refrains zu animieren und sie bestens zu unterhalten. Der Hauptanteil des überaus unterhaltsamen Abends blieb jedoch der Story um manipulierte Geldautomaten vorbehalten und einem Toten, der sein Leben noch vor sich hatte.

Im Mittelpunkt der runden, in sich abgeschlossenen Geschichte steht eine Maskenbande offenbar junger Täter, die in und um Berlin herum Geldautomaten auf höchst professionelle Weise um ihren Inhalt erleichtert. Martin Dreyer, ein Informatikstudent, scheint dem Kreis der Verbrecher anzugehören und wird das erste Opfer im Zusammenhang mit den Machenschaften. Auf grausame Weise getötet, wird er am Ufer der Spree aufgefunden und bleibt nicht das einzige Mitglied der Bande, das statt in den Besitz ganz großen Geldes plötzlich zu Tode kommt. Die Arbeit der ermittelnden Beamten wird erschwert durch ein journalistisches Sommerloch, das die von Sensationslust getriebene Berliner Boulevardpresse dazu nutzt, schwurbelige Mutmaßungen zu verbreiten. Kommissar Ziether, der sich über eine Internetplattform gerade auf die Suche nach privatem Glück machen wollte, sieht sich zudem mit Börsenmanipulationen und Vorgängen im Darknet konfrontiert und mit einem Kopfverband, den ihm ein Notarzt verpasst hatte. Warum immer ich, fragt er sich, bevor er sich auf die Suche nach den Kriminellen macht, die auf den ganz großen Coup gehofft und letztendlich doch nicht zum Zuge gekommen waren.

Weitere Co-Produktionen geplant

Sie seien Nachbarn und Freunde bekannten Andreas Pohl und Stephan Leenen und hätten die Zeit ohne öffentliche Auftritte dafür genutzt, kreativ zu sein. Übungsabende auf einem Dachboden im Bremer Stadtteil Findorff hätten sie vorangebracht und zudem viel Spaß gemacht, beschrieben die Männer die Zeit der unfreiwilligen Isolation. Das Ergebnis der gemeinsamen Arbeit konnte sich wahrlich sehen lassen, und weitere Co-Produktionen sind geplant.


Nachdem vor vier Wochen Sophie Bonnet den Veranstaltungsreigen im Rathaus eröffnet hatte, wird Benedict Vermeer am 9. Dezember in Achim zu Gast sein.

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