Achimer Freibad

Bangen um die Badesaison

In diesem Jahr sollte das neue Achimer Freibad Mitte Mai in seine zweite Saison starten. Alle restlichen Arbeiten werden bis dahin abgeschlossen sein. Doch der Start der Badesaison ist ungewiss.
17.04.2020, 15:30
Lesedauer: 3 Min
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Bangen um die Badesaison
Von Elina Hoepken
Bangen um die Badesaison

Aktuell werden die Becken gereinigt und die technischen Anlagen sollen probeweise in Betrieb gehen.

fotos: Jonas Kako

„Voraussichtlicher Eröffnungstermin für die Saison 2020 ist Samstag, der 16. Mai 2020.“ So steht es aktuell noch auf der Internetseite des Achimer Freibades. Doch, dass dieser Termin wirklich eingehalten werden kann, wird von Tag zu Tag unwahrscheinlicher. „Die Situation ist für uns natürlich sehr schwierig“, bestätigt Kirsten Jäger, die bei der Stadtverwaltung für die Achimer Bäder verantwortlich ist. Mit Spannung habe auch sie die jüngsten Entscheidungen der Ministerpräsidenten und der Bundeskanzlerin bezüglich einer möglichen Lockerung der Corona-Maßnahmen verfolgt. Seit Mittwochabend ist allerdings klar: Auch der Sportbetrieb bleibt bis mindestens 3. Mai untersagt. „Das gilt dann auch für Schwimm- und Spaßbäder“, sagt Jäger, die eine Verlängerung dieses Verbots für sehr gut möglich hält.

Nichtsdestotrotz wird das erst im vergangenen Jahr wiedereröffnete Freibad aktuell nicht einfach sich selbst überlassen. „Die Kollegen sind gerade dabei, das Bad für die Saison vorzubereiten“, erklärt Jäger. Das mag mit Blick auf die ungewisse Situation durchaus komisch erscheinen, sei aber ein notwendiger Schritt. „Dadurch, dass es eine neue Anlage ist, die erstmals in der Winterpause war, müssen wir die Becken reinigen und alle technischen Anlagen einmal in Betrieb nehmen, um zu schauen, ob alles funktioniert und das Bad die Pause gut überstanden hat.“ In diesem Zuge müssten auch einige Kleinigkeiten noch korrigiert werden. Und all das gelte ganz unabhängig davon, ob die Saison starten kann oder nicht. „Die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt“, bleibt Jäger optimistisch.

Arbeiten laufen weiter

Auch die Arbeiten für den zweiten Bauabschnitt am Achimer Freibad, bei denen unter anderem das neue Funktionsgebäude entstehen soll, laufen derzeit weiter, als ob die Saison Mitte Mai losgehen würde. „Unser Ziel ist es, Anfang Mai fertig zu werden und dann nur noch kleine Restarbeiten erledigen zu müssen“, berichtet Fachbereichsleiter Steffen Zorn. Zum ursprünglich geplanten Starttermin am 16. Mai soll dann alles fertig sein. Das alte Funktionsgebäude wolle man nach Angaben von Zorn erst nach der Saison abreißen. „Soweit die Theorie. Aber natürlich bleibt derzeit die Frage, ob wir das Freibad überhaupt in diesem Jahr öffnen dürfen.“

Die Arbeiten für den zweiten Bauabschnitt liegen trotz Corona im zeitlichen Rahmen.

Die Arbeiten für den zweiten Bauabschnitt liegen trotz Corona im zeitlichen Rahmen.

Foto: Kako

Im Rathaus versucht sich Kirsten Jäger zumindest auf alle denkbaren Szenarien bestmöglich vorzubereiten. „Der Verein ,Deutsche Gesellschaft für das Badewesen', in dem wir auch Mitglied sind, hat einen Pandemieplan für Bäder entwickelt“, sagt Jäger. „Der liegt bereits bei mir auf dem Schreibtisch und wird von mir aufmerksam studiert.“ Darin enthalten sind unter anderem auch Richtlinien für den Fall, dass ein Bad im Verlauf einer sich abschwächenden Pandemie weiter betrieben werden darf. Das beinhaltet beispielsweise die Begrenzung der Besucherzahlen, Abstandsmarkierungen im Kassenbereich, das Schließen der Sammelumkleiden, die Möglichkeit für bargeldloses Bezahlen und natürlich auch eine verstärkte Desinfektion sämtlicher Flächen.

Vorlaufzeit wäre notwendig

„Für all diese Maßnahmen bräuchten wir aber auf jeden Fall – ähnlich wie aktuell die Schulen – auch eine gewisse Vorlaufzeit“, gibt Jäger zu bedenken. Und es werde vorab natürlich die behördliche Anordnung benötigt, dass ein solcher Betrieb erlaubt wird. Unter den aktuellen Bedingungen sei das derzeit nicht der Fall. „Wir wollen aber dennoch schauen, wie wir uns schon jetzt bestmöglich dafür vorbereiten könnten“, sagt Jäger.

Auch Bürgermeister Rainer Ditzfeld will die Hoffnung noch nicht ganz aufgeben, dass die Freibadsaison in diesem Jahr nicht komplett ins Wasser fallen muss. „Wir werden die Entwicklungen abwarten, ob vielleicht noch was zu retten ist“, sagt er. Klar sei aber auch, dass die Chancen nicht besonders gut stehen, da schon jetzt bundesweit Großveranstaltungen bis Ende August abgesagt werden mussten. Auch im Freibad hatte es im vergangenen Jahr Tage mit über 2000 Besuchern gegeben. „Es macht sicherlich keinen Sinn, größere Veranstaltungen abzusagen, aber das Freibad uneingeschränkt zu öffnen“, sagt Ditzfeld. Er selbst bedauere diese Tatsache natürlich sehr. „Es wäre die erste Saison für unser neues Freibad gewesen, in der alle Bauarbeiten abgeschlossen gewesen wären und man eine komplette Einweihung hätte feiern können.“

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