Bürgermeisterwahl

Dörverdener CDU unterstützt von Seggern

Die konservative Basis hat sich mit großer Mehrheit hinter die erneute Kandidatur des amtierenden Bürgermeisters gestellt. Das Votum der Grünen steht jedoch noch aus.
13.05.2021, 08:00
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Von Jörn Dirk Zweibrock
Dörverdener CDU unterstützt von Seggern

Will es noch einmal wissen: Dörverdens Bürgermeister Alexander von Seggern tritt bei der Wahl im September erneut an.

Björn Hake

Rückendeckung für seine erneute Kandidatur bekommt Dörverdens parteiloser Bürgermeister Alexander von Seggern von der CDU-Basis im Aller-Weser-Dreieck. Parteimitglieder und parteilose Unterstützer haben sich in der vergangenen Woche mit großer Mehrheit hinter den amtierenden Dörverdener Bürgermeister gestellt. Das Treffen, zu dem auch von Seggern geladen war, fand Pandemie-bedingt in digitaler Form statt. Der Beschluss, den 45-jährigen Diplom-Verwaltungswirt aus Westen erneut zu unterstützen, fiel nach Angaben von CDU-Sprecherin Anne Herbst nach dreistündiger Aussprache.

Bereits bei seiner ersten Kandidatur vor sieben Jahren wurde von Seggern aktiv von Konservativen und Grünen unterstützt. Im Gegensatz zur CDU haben die Mitglieder der Öko-Partei noch kein abschließendes Votum für oder gegen den Amtsinhaber abgegeben. "Die Mitglieder der grünen Ortsgruppe haben sich in der vergangenen Woche mit Volker Meyer getroffen und werden sich in der nächsten Woche mit Alexander von Seggern austauschen", erläuterte Walter Franzmeier den weiteren Fahrplan seiner Partei.

Die Dörverdener SPD-Basis hatte bereits im April entschieden, dass sie den parteilosen Volker Meyer aus Stedorf bei seiner Kandidatur unterstützen will. Im Gegensatz zu von Seggern, der qua Amt keine Unterstützer-Unterschriften mehr sammeln muss, benötigt Meyer, der nicht für die SPD antritt, insgesamt 110 Unterschriften. Dies entspricht der fünffachen Anzahl des aktuell 22-köpfigen Gemeinderats. Meyer hat noch bis zum 26. Juli Zeit, die Unterschriftenliste im Rathaus abzugeben. Der 49-jährige Geschäftsführer versteht sich ein wenig als Gegenpol zu von Seggern. Er wolle Bürgermeister für alle Bürger werden und nicht nur ein Verwaltungschef, betonte er bei seiner Vorstellung. Gerade weil er nicht aus der Verwaltung, sondern aus der Wirtschaft komme, verfüge er neben kaufmännischen Kenntnissen und Führungsqualitäten auch über andere Qualitäten. Die Dörverdener Sozialdemokraten wollen gar eine "Wechselstimmung" in der Gemeinde ausgemacht haben.

„Der Wechsel nach jeder Amtsperiode an der Rathausspitze ist demokratisch legitim, aber gerade nach der schweren Pandemie-Phase hat Alexander von Seggern eine zweite Amtszeit verdient. Wir haben viele gemeinsame Projekte angestoßen, das Klima im Rat ist gut, die Arbeit viel sachlicher als früher. Der Umbau der Verwaltung ist Langstrecke. Da sollten wir nicht wieder mitten im Rennen das Pferd wechseln", sind Dörverdens CDU-Vorsitzender Stefan Bormann und Fraktionschef Adrian Mohr überzeugt. Von Seggern sei nicht immer „Everybody's Darling“, resümierte Mohr, habe jedoch klare Zielvorstellungen: „Er hat Fachverstand und einen klaren Kompass. Es geht vor Ort nicht nur ums Wollen, sondern auch ums Können." Je kleiner die Verwaltung, umso mehr müsse der Bürgermeister fachlich draufhaben. In großen Verwaltungseinheiten könne eine starke und breite zweite Reihe fachliche Defizite und Erfahrungsmängel glattbügeln, in kleinen jedoch nicht.

Die digitale Mitgliederversammlung der CDU sei "keine Jubelveranstaltung" gewesen, sagte Anne Herbst. Die Christdemokraten kritisierten vor allem die lange Dauer bei Leuchtturm-Projekten wie dem Bau des gemeinsamen Feuerwehrgerätehauses für Dörverden und Barme oder der Realisierung des Gewerbe- und Industrieparks auf dem ehemaligen Kasernengelände in Barme. Von Seggern verwies bei letzterem Kritikpunkt auf die zunächst fertige Planung, die aufgrund veränderter Rechtsvorgaben allerdings noch einmal "aufgeschnürt" werden musste. Auf seiner "Habenseite" stehen nach Meinung der Konservativen  "die gute Haushaltslage, die positive Einwohnerentwicklung sowie die erkennbaren Verbesserungen bei der Jugend- und Sportförderung". Auch die Investitionen in moderne Feuerwehrfahrzeuge und touristische Angebote wertet die CDU-Basis ebenfalls als Erfolge, genauso wie mehrere abgeschlossene Bauleitverfahren – auch gerade im gewerblichen Bereich. 

„Für die Basis gaben letztlich die fachliche Qualifikation des amtierenden Bürgermeisters und die Tatsache, dass viele Projekte gemeinsam vorangebracht wurden, den Ausschlag, ihn erneut zu unterstützen", fasste die CDU-Sprecherin zusammen. Deshalb wollten die Christdemokraten die gemeinsam mit Alexander von Seggern begonnenen Projekte nun auch gemeinsam mit ihm ins Ziel bringen.

Ähnlich hatte sich auch Walter Franzmeier, Sprecher der Ratsgruppe Grüne und Linke, nach von Seggerns Ankündigung geäußert, erneut für den Chefposten im Rathaus zu kandidieren. Wie die grüne Basis final  darüber entscheidet, wird sich also nach dem langen Himmelfahrts-Wochenende entscheiden.

Dauerte von Seggerns erste Amtszeit noch insgesamt sieben Jahre, beträgt die nächste Wahlperiode nur noch fünf. In Niedersachsen gleichen sich damit die Amtszeiten der hauptamtlichen Bürgermeister an die Ratsperiode an. Dörverden kann durchaus mit einem „Swing State“ verglichen werden, denn noch nie hat es dort ein hauptamtlicher Bürgermeister geschafft, für eine zweite Amtszeit gewählt zu werden.

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