Geschäftsbericht Wo einst die großen Vögel lebten

Die Straußenfarm in Werder steht vor einem Umbruch. Die exotischen Tiere sind mittlerweile weg. Pension, Farmladen und Café soll es aber auch künftig am Standort in Werder geben.
04.03.2019, 16:10
Lesedauer: 2 Min
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Wo einst die großen Vögel lebten
Von Onno Kutscher

Nun sind sie tatsächlich alle weg. Auf der Straußenfarm in Werder ist keines der exotischen Tiere mehr zu finden. „Es war für uns ein schwieriger Schritt, aber so ist es sicherlich am besten“, sagt Jan-Albert Haake, der sich seit 2009 gemeinsam mit seiner Mutter Iris Haake um die Straußenfarm gekümmert hat. „Am Ende war die Belastung zu groß“, gibt er ganz offen zu. „Für zwei Leute ist das einfach nicht zu schaffen.“ Deswegen haben sich beide dazu entschieden, die Strauße abzugeben (wir berichteten). Das bedeutet allerdings nicht das Ende der Straußenfarm. Es geht weiter – allerdings mit anderen Schwerpunkten.

Pension, Farmladen und Café soll es auch künftig am Standort in Werder geben. Straußenfleisch und Artikel vom Strauß können weiterhin im Farmladen gekauft werden. „In unserem kleinen Café bieten wir nach wie vor auf Vorbestellung saisonale Gerichte und auch Straußenessen an.“ Und auch der Pensionsbetrieb wird nicht eingestellt. „Der läuft sehr gut. Es ist wichtig, dass wir dieses Standbein haben. Wir haben Gäste aus ganz Deutschland“, weiß Iris Haake zu berichten. Seit 2016 gibt es die Pension „Straußennest“, die sechs im Landhausstil eingerichtete Zimmer bietet. „Mit dem Farmladen muss ich gucken, wie das weiterhin angenommen wird.“

130 Tiere in Spitzenzeiten

Auf ihren Sohn Jan-Albert muss Iris Haake dann künftig aber auch verzichten. Der will sich beruflich nämlich noch einmal verändern und wird nur noch, wenn es zeitlich möglich ist, auf der Straußenfarm helfen. „Das ist insofern aber nicht schlimm, denn ich habe mich seit 2009 vordergründig nur um die Strauße gekümmert“, sagt er. In Spitzenzeiten habe es bis zu 130 dieser exotischen Vögel gegeben. Zucht, Aufzucht bis hin zur Schlachtung – um all diese Dinge hat sich Jan-Albert Haake in den vergangenen Jahren gekümmert. „An Urlaub oder Freizeit war da nie zu denken. Das gab es einfach nicht. Die Tiere standen immer im Vordergrund.“

Bevor es damals losging, mussten Iris und Jan-Albert Haake ein Halter-Seminar belegen. „Vieles hat man sich danach selbst beigebracht. Mittlerweile sind wir echte Experten. Deswegen ist es schon sehr traurig, dass es nun vorbei ist“, sagt Jan-Albert Haake. Die Tiere, die bis vor Kurzem noch in Werder standen, sind übrigens an eine befreundete Straußenfarm abgeben worden. „Das war für uns beide nicht einfach.“

„Müssen auch an uns denken“

Ob es sich negativ auf die Geschäfte auswirken wird, dass die Straußenfarm nun keine Strauße mehr hat? „Das wird sich zeigen. Natürlich war das ein Magnet für viele Besucher, aber das müssen wir abwarten“, sagt Iris Haake, die auch zugibt, dass sie schon viele Anrufe von Kunden bekommen habe, die es sehr bedauern würden, dass die Tiere abgeben wurden. „Das können wir verstehen, aber wir müssen natürlich auch an uns denken“, sagt Jan-Albert Haake.

Dadurch, dass die großen Vögel nun weg sind, ist auf jeden Fall viel Platz entstanden. Der soll nicht nutzlos vergeudet, sondern neu genutzt werden. Iris und Jan-Albert Haake haben da auch schon eine Idee. „Am besten wäre es, wenn Pferde in den Ställen unterkommen könnten. Wir wollen den Platz daher gerne an Pferdebesitzer vermieten“, sagen beide. „Wer Interesse hat, der kann sich gerne bei uns melden. Die Halter müssen sich allerdings selbst um die Tiere kümmern.“ Möglich wäre es auch, die freien Ställe für Wohnwagen oder als Lagerplatz zu nutzen. Fraglich ist auch noch, ob es bei dem Namen „Straußenfarm“ bleiben soll. „Für viele ist das natürlich ein Begriff, deswegen werden wir das vorerst wohl nicht ändern“, sagt Iris Haake.


Weitere Informationen zu den Öffnungszeiten und Veranstaltungen auf der Straußenfarm gibt es im Internet unter www.werders-straussenfarm.de. Wer Interesse hat, Pferde in den nun leer geworden Ställen unterzustellen, der kann sich bei Iris
Haake telefonisch unter 0 42 04 / 4 55 melden.

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