AWK-Bettenhaus Richtfest in kleiner Runde

Eine große Feier mit vielen Gästen hatte sich AWK-Geschäftsführerin Marianne Baehr gewünscht. Doch das Richtfest auf dem Dach des neuen Bettenhauses fiel nun deutlich kleiner aus.
27.05.2021, 16:29
Lesedauer: 3 Min
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Von Marie Lührs

Eine große Feier mit vielen Gästen hatte sich Marianne Baehr, Geschäftsführerin der Aller-Weser-Klinik, für das Richtfest gewünscht. Corona-bedingt wurde der Richtkranz auf dem Dach des neuen Bettenhauses nun allerdings nur in kleiner Runde aufgestellt. Damit trotz Pandemie insbesondere die vielen Mitarbeitenden des Krankenhauses einen Einblick in den Rohbau bekommen können, gibt es auch ein digitales Richtfest, das sich Interessierte auf der Internetseite der AWK anschauen können.

Der Rohbau steht und auch die ersten Fenster wurden bereits installiert. Parallel dazu beginnt der Innenausbau. Dass bisher alles so reibungslos geklappt hat, freut insbesondere Marianne Baehr. Sie lobt die guten Absprachen mit dem beauftragten Bauunternehmen. Und die waren dringend notwendig, schließlich lief der Betrieb der AWK während der Abriss- und Bauarbeiten nahezu uneingeschränkt weiter. "Das hat wirklich gut funktioniert", findet auch Bauleiter Markus Janßen. Gerade bei lärmintensiven Arbeiten und Schritten, die das Gelände vibrieren ließen, war das erforderlich. Denn an einem wackelnden OP-Tisch könne schließlich nicht operiert werden, sagt Baehr.

"Ich habe das Gefühl, dass wir noch rechtzeitig durch das Loch gekommen sind", sagt Landrat Peter Bohlmann mit Blick auf die in der jüngsten Vergangenheit hochgeschossenen Preise für Bauholz und Beton. Würde das Bauvorhaben erst jetzt anlaufen, könne er sicher nur schlecht schlafen. Ein Schnäppchen ist der Neubau dennoch nicht. 38 Millionen Euro waren für das Projekt, das im Jahr 2009 seinen Anfang nahm, ursprünglich veranschlagt. Inzwischen kamen sechs weitere Millionen hinzu. Doch das sei, so Bohlmann, noch eine normale Preissteigerung.

Im November 2019 begannen die Bauarbeiten, im August 2022 sollen sie abgeschlossen werden. Bis dahin, hofft Baehr, sei die Lage hoffentlich eine ganz andere. Sodass möglichst viele Interessierte an den Feierlichkeiten zur Eröffnung teilnehmen können.

Vor dem Eingangsbereich des Bettenhauses, das viel mehr als nur Patientenzimmer bereithalten wird, müssen noch einige Zentimeter Erde abgetragen werden. Das Erdgeschoss bietet neben einem großen Foyer auch Platz für Büroräume, technische Anlagen und die neue Cafeteria, erklärt Baehr beim Rundgang durch das Gebäude. Die Cafeteria im Altbau soll künftig in Aufenthaltsräume für das Personal umgewandelt werden. Ihr Ersatz biete gleich mehrere Vorzüge – unter anderem viel Tageslicht.

Der erste Stock beherbergt wie der dritte Stock die Krankenzimmer. Ein- und Zweibettzimmer seien inzwischen Standard, sagt Baehr. Das diene zum einen dem Wohlbefinden der Patienten, aber auch der Isolation in verschiedenen Krankheitsfällen. Im dritten Stockwerk bietet sich den Patienten, aber auch den Mitarbeitenden und Besuchern ein Blick über die Dächer der Stadt, aber auch über die Aller-Landschaft.

Zwischen den beiden Betten-Etagen befindet sich im zweiten Stockwerk der neue Operationstrakt. Vier OP-Säle reihen sich dort aneinander. Der Aufwachbereich wird in direkter Nachbarschaft untergebracht, genau wie ein Überwachungsbereich für postoperative Endoskopie-Patienten und ein Areal für Menschen, denen ihre Eingriffe noch bevorstehen.

Auf jeder Etage führt eine Verbindungsbrücke über den Innenhof vom Neu- in den Altbau. Noch sind die Durchgänge auf Altbauseite geschlossen. Den Durchbrüchen fallen künftig Personal- und Untersuchungsräume zum Opfer, die einen neuen Standort erhalten sollen. Die einzigen Stationen, die im Altbau verbleiben werden, sind die Intensivstation, die im Neubau zusätzliche Zimmer erhält, sowie die Gynäkologie und Geburtshilfe. Beide Bereiche wurden bereits in den vergangenen Jahren grundlegend saniert. Die nach Fertigstellung des Bettenhauses im Altbau frei werdenden Räume sollen unter anderem der gynäkologischen Ambulanz, dem Arzt- und Funktionsdienst, der Verwaltung und dem Bereitschaftsdienst zugutekommen.

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