Fußball

Das Projekt JFV Verden/Brunsbrock soll im kommenden Jahr enden

Die Geschichte des JFV Verden/Brunsbrock ist eine Erfolgsgeschichte. Allerdings soll sie im kommenden Jahr enden. Die beiden Stammvereine wollen die Zusammenarbeit nach der Saison 2021/2022 nicht fortsetzen.
17.05.2021, 11:29
Lesedauer: 3 Min
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Von Florian Kastens
Das Projekt JFV Verden/Brunsbrock soll im kommenden Jahr enden

Noch eine Saison lang nimmt der JFV Verden/Brunsbrock am Spielbetrieb teil. Danach wollen die beiden Stammvereine wieder getrennte Wege gehen.

Björn Hake

Zwar können aktuell die Fußballer – unter Einschränkungen und klaren Vorgaben – so langsam wieder zurück auf die Trainingsplätze. Wann aber auch Spiele wieder zulässig sind, beziehungsweise ob und wann eine Saison wieder unter regulären Bedingungen starten kann, steht derzeit noch in den Sternen und ist stark vom weiteren Verlauf der Pandemie abhängig. Eines ist jedoch schon heute Gewissheit: Wenn die Spielzeit 2021/2022 beginnt, wird es gleichzeitig der Startschuss für die letzte Saison des JFV Verden/Brunsbrock sein. Thomas Bartling, erster Vorsitzender des Jugendfördervereins ging nun mit der Mitteilung über das beschlossene Ende des Vereins an die Öffentlichkeit.

TSV Brunsbrock will eigenen Weg einschlagen

„In den letzten Wochen haben die Vorstände der beiden Stammvereine aus Verden und Brunsbrock gemeinsam mit uns in mehreren Online-Meetings über die Zukunft des JFV beraten. Anstoß war der Wunsch des TSV Brunsbrock, zukünftig wieder einen eigenen, anderen Weg einschlagen zu wollen. Es wurden dann mehrere Lösungsansätze diskutiert und durchgespielt, letztlich fiel die Entscheidung, die gemeinsame Zusammenarbeit zu beenden“, erklärte Bartling. Neben dem Wunsch des TSV Brunsbrock trug vor allem ein weiterer Aspekt wesentlich zur Entscheidungsfindung bei: Sowohl Thomas Bartling als auch JFV Schatzmeister Stefan Diekelmann hatten frühzeitig signalisiert, dass sie sich Anfang 2023 von ihren Ämtern zurückziehen.

Hierin sahen die Beteiligten eine große Gefahr. „Thomas und Stefan sind bis heute die treibenden Kräfte im JFV. Thomas hatte sich ja eigentlich schon zurückgezogen. Hätte er sich im letzten Jahr nicht nochmals bereit erklärt, die Geschicke weiterhin zu übernehmen, hätten wir vor einem großen Problem gestanden. Es wurden viele Namen diskutiert, aber es wird immer schwieriger, Personen für Vorstandsarbeit zu begeistern“, nennt Henning Breves, zweiter Vorsitzender des FC Verden 04 ein wichtiges Argument. Dem pflichtet auch Jörg von Ahsen, Vorsitzender des TSV Brunsbrock bei: „Nicht nur auf Vorstandsebene, auch auf Seiten der Trainer und Betreuer war es für uns im TSV Brunsbrock immer total schwer, Leute dafür zu motivieren und zu begeistern. Sicherlich trägt auch Corona seinen Teil dazu bei, das werden auch andere Vereine spüren. Letztlich kam bei uns der Entschluss auf, wieder unser eigenes Ding zu machen. Wir waren nicht mehr komplett glücklich im JFV, trotz aller Erfolge hat sich das Wir-Gefühl nicht richtig entwickelt. Trotzdem muss man klar festhalten, dass es eine tolle Zeit war.“

2016 an den Start gegangen

Als Scheitern des Projektes, das zur Saison 2016/2017 begonnen hat, sieht auch Thomas Bartling das nun beschlossene Aus keinesfalls an: „Wir haben über Jahre hinweg tolle Jugendarbeit geleistet und viele Erfolge erzielt. Eine Fortführung des Vereins mit nur einem Stammverein ist rechtlich nicht zulässig. Da auch kein weiterer Partner in Sicht ist, wird uns dieser Schritt quasi vorgegeben.“ Dass Bartling das Ganze aber nicht nur nüchtern abhandelt, sondern auch die Kehrseite der Medaille im Blick hat, ist nur allzu verständlich, hat er doch entscheidend mitgewirkt, um den JFV Verden/Brunsbrock vor fünf Jahren aus der Taufe zu heben: „Klar sehe ich das Ganze mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Wir gehen absolut nicht im Streit auseinander. Die Gespräche waren stets von gegenseitigem Respekt und gegenseitiger Wertschätzung geprägt. Manchmal entwickeln sich Dinge aber nun mal in unterschiedliche Richtungen. Trotzdem bleibt nur zu hoffen, dass sich beide Stammvereine nicht irgendwann die Frage gefallen lassen müssen, ob man den JFV nicht doch hätte retten sollen.“

Für die zahlreichen Jugendlichen und ihren Trainern in den Mannschaften des JFV Verden/Brunsbrock stehen kurzfristig keine Änderungen an. Zur Saison 2021/2022 bleibt alles, wie es derzeit ist. Allen Beteiligten bleibt durch den frühzeitigen Beschluss ausreichend Zeit, um den Übergang zu regeln. Hierzu erklärt Thomas Bartling den rechtlichen Rahmen: „Um den Erhalt der erspielten Spielklassen (aktuell Niedersachsenliga, Landesliga und Bezirksliga, Anm. d. Red.) gewährleisten zu können und den Spielern nicht diese Spielklassen zu ,rauben’, wird der JFV nicht aufgelöst, sondern auf einen der Stammvereine fusioniert/verschmolzen. So bleiben die Spielklassen erhalten, ansonsten müssten beide Stammvereine wieder auf Kreisebene mit allen Jahrgängen anfangen. Das ist von beiden Klubs aber nicht gewollt. Das Ganze steht natürlich auch noch vorbehaltlich der Zustimmungen in den einzelnen Jahreshauptversammlungen der Vereine.“

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