Wahlkreis 34 Verden-Osterholz

Mattfeldt gewinnt knapp, CDU verliert bei Zweitstimmen deutlich

Zum vierten Mal hat Andreas Mattfeldt (CDU) das Direktmandat im Wahlkreis 34 Verden-Osterholz gewonnen. Am Ende lag er knapp vor Michael Harjes (SPD). Bei den Zweitstimmen erlebte die Union ein Debakel.
26.09.2021, 22:08
Lesedauer: 3 Min
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Von Andreas Becker Jörn Dirk Zweibrock

Freude und Frust lagen zumindest bei Andreas Mattfeldt eng beieinander: Einerseits konnte der CDU-Direktkandidat den Wahlkreis 34 Verden-Osterholz zum vierten Mal gewinnen, wenn auch mit einem knappen Ergebnis von 33,6 Prozent vor Michael Harjes von der SPD, der 32,5 Prozent der abgegebenen Stimmen erreichte. Andererseits erlebte die Union mit 24 Prozent bei den Zweitstimmen ein Debakel und büßte im Vergleich zu 2017 mehr als zehn Prozent ein. Auf den dritten Platz bei den Erststimmen kam Lena Gumnior (Grüne) mit 14,7 Prozent. Die Partei konnte im Vergleich zu 2017 sowohl bei den Erst- als auch bei den Zweitstimmen im Wahlkreis deutlich zulegen. Für die FDP verbesserte sich Gero Hocker auf 9,2 Prozent (2017: 5,4 Prozent). Der Achimer kann über die Landesliste voraussichtlich wieder in den Bundestag einziehen. Linken-Kandidat Mizgin Ciftci kam auf 4,3 Prozent der Wählerstimmen, Dominique Paetz (Freie Wähler) landete am Ende bei drei Prozent. Schlusslicht ist Anton Körner (Die Basis) mit 2,6 Prozent.

Bei den Zweitstimmen kam die CDU auf 24 Prozent (2017: 34,9), die SPD kam auf 32,9 Prozent (26,3) und legte deutlich zu. Die Grünen erreichten 16,1 Prozent (9,2), FDP 10,4 Prozent (8,8), AfD 7,5 Prozent (9,6), Linke auf 3,5 Prozent (7,2) und Sonstige auf 5,4 Prozent.

Mit Tränen in den Augen

Andreas Mattfeldt hatte sich in einen Nebenraum zurückgezogenen und verfolgte den Wahlausgang ganz alleine, während seine Anhänger im Daverdener Waldschlösschen gebannt die Auszählung der einzelnen Wahlbezirke verfolgten. „Mit diesem fulminanten Erststimmenergebnis habe ich nach dieser Kampagne nicht gerechnet“, zeigte sich der 51-jährige Familienvater aus Völkersen sichtlich gerührt. Im Wahlkampf war ihm wiederholt möglicher Lobbyismus zugunsten Georg Friedrich Prinz von Preußen vorgeworfen worden. „Ich habe Tränen in den Augen“, gestand der Bundestagsabgeordnete nach Verkündung des Ergebnisses und dankte seinen Wählerinnen und Wählern für „das Vertrauen“ in seine Person.

Michael Harjes sprach von einem unglaublich spannenden Rennen. Das Ergebnis sei eine "unheimliche Wertschätzung" für die SPD und ihn persönlich. Er sei "äußerst zufrieden" mit dem Ergebnis und gratuliere Mattfeldt zum Direktmandat. Michael Harjes ist nicht über die Landesliste abgesichert, der Ritterhuder zieht nicht in den Bundestag ein.

"Das ist definitiv ein tolles Ergebnis. Wir haben im Bund massiv dazugewonnen und stehen auch im Wahlkreis deutlich besser da als vor vier Jahren", freute sich Lena Gumnior von den Grünen über das Ergebnis. Der Klimaschutz sei auch im Wahlkreis ein vorherrschendes Thema gewesen. "Die Menschen hat bewegt, was sich für sie im Zuge des Klimawandels ändert. Viele machen sich Sorgen und haben ihr Kreuzchen bei den Grünen gemacht", sagte Gumnior. Ob sie über die Landesliste (Platz 17) in den Bundestag einziehen kann, stand bis Redaktionsschluss noch nicht fest.

Im Bund zugelegt

"Ich bin sehr heiß darauf, meine politische Arbeit in Berlin fortzusetzen", sagte Gero Hocker, der über die Landesliste der FDP Niedersachsen (Platz 6) abgesichert zu sein scheint. Er freue sich, dass die Freien Demokraten als Oppositionspartei im Bund zugelegt hätten und hoffe darauf, dass sie künftig Teil einer Koalition – Ampel oder Jamaika – sein werden. Der 46-Jährige sitzt seit einer Legislaturperiode im Parlament.

Aus seiner Enttäuschung machte Mizgin Ciftci (29) keinen Hehl. Er hätte sich für die Linken ein besseres Ergebnis gewünscht. "Damit SPD und Grüne ihre Wahlversprechen wie den höheren Mindestlohn durchsetzen können, wäre gerade jetzt eine starke Linke notwendig gewesen. Mit der Laschet-CDU und der Lindner-FDP  ist dies nicht möglich", bedauerte der 29-Jährige. Die Hoffnung, dass er für die Linke das vierte Mandat in Niedersachsen holt, wollte er allerdings noch nicht ganz aufgeben. Er freute sich allerdings über sein "gutes Erststimmenergebnis" im Landkreis Osterholz, wertete dies als Zuspruch für seine Arbeit vor Ort.

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