Aus dem Notizblock Die Chefin kommt

Große Ereignisse warten in den nächsten Tagen auf die niedersächsischen Landespolitiker. In Hannover darf Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) am Sonntag gemeinsam mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und der polnischen Regierungschefin Beata Szydlo die Industrie-Messe eröffnen.
22.04.2017, 00:00
Lesedauer: 2 Min
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Die Chefin kommt
Von Max Polonyi

Große Ereignisse warten in den nächsten Tagen auf die niedersächsischen Landespolitiker. In Hannover darf Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) am Sonntag gemeinsam mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und der polnischen Regierungschefin Beata Szydlo die Industrie-Messe eröffnen. Ein paar Stunden vorher muss Agrarminister Christian Meyer in Elsfleth in der Wesermarsch ran. Dort steigt der landesweit erste große amtlich begleitete Viehaustrieb. „Wir lassen die Kühe auf die Weide“, frohlockte ein Ministeriumssprecher. Ob die Rinder dabei wie bei den traditionellen Almauftrieben in Bayern große Glocken tragen werden, wollte er freilich nicht bestätigen. Offen sei auch, ob das Ereignis künftig als touristisches Highlight regelmäßig stattfinden werde. Hier gehe es erst einmal um eine Werbeaktion für Weidemilch.


Auf der Hannover Messe geht es für die heimischen Regenten nicht nur um die neusten Trends bei der Roboter-Fertigung. Rund um die Industrieschau stehen auch zahlreiche politische Gespräche und gesellschaftliche Events auf dem Programm. Höhepunkt dabei ist sicher der „Galaabend“ im Schloss Herrenhausen. Ministerpräsident Stephan Weil ist dort angemeldet, Finanzminister Peter-Jürgen Schneider (SPD) und seine grüne Justizkollegin Antje Niewisch-Lennartz ebenso. Allerdings weisen die Terminkalender der drei Kabinettsmitglieder drei unterschiedliche Zeiten fürs Erscheinen auf: Die Ministerin als Erste, der Landesvater als Letzter. Das habe jedoch nichts mit protokollarischen Rangfolgen oder einem gegenseitigen Ablösen zu tun, versicherte Regierungssprecherin Anke Pörksen. „Ich gehe davon aus, dass der Ministerpräsident vorher verhindert ist, später dazustößt und sich dann auch alle darauf freuen werden.“


Mit einem klugen Kompromiss haben der NDR und die Stadt Hannover einen kulturellen Konflikt ausgeräumt. Im Juli soll im Maschpark hinter dem Neuen Rathaus die Open-Air-Oper „Rigoletto“ aufgeführt werden. Doch die Fassade des Amtssitzes von Oberbürgermeister Stefan Schostok (SPD) ist für längere Zeit wegen Sanierungsarbeiten eingerüstet; der Sender fürchtete um die tolle Atmosphäre seines Spektakels. Ein Ab- und Aufbau des Gerüsts wurde als gefährlich und zu teuer verworfen; die Verhüllung mit einer riesigen Plane kam ebenfalls nicht in Betracht. Jetzt machen die Verantwortlichen aus der Not eine Tugend: Der NDR platziert im Gerüst eine Lichtinstallation, die auf das Beleuchtungskonzept der Verdi-Oper abgestimmt ist. Von einem „einmaligen Erlebnis“ schwärmte plötzlich Fernsehchefin Marlis Fertmann, die zuvor noch mächtig stinkig auf die Stadt war. „Das Rathaus wird strahlen wie nie zuvor.“

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