Mordfall Nicole Stindt Mittwoch in "Aktenzeichen XY... ungelöst"

Stuhr·Oldenburg. Die Mordkommission Buchholz, die den Tod der Stuhrerin Nicole Stindt aufzuklären versucht, setzt ihre Hoffnungen jetzt auf die ZDF-Sendung "Aktenzeichen XY... ungelöst": Am kommenden Mittwoch, 8. Dezember, ab 20.15 Uhr, wird noch einmal bundesweit aufgezeigt, was die 19 Beamten der Moko an Ermittlungsdetails zusammengetragen haben. Sie hoffen so, neue Hinweise auf den Mörder und den Tathergang zu bekommen. Auf eine ähnliche Fahndungssendung des westdeutschen Regionalfernsehens hatte es kürzlich keine Reaktionen gegeben - und auch die 5000-Euro-Belohnung, die von der Polizeidirektion Oldenburg ausgelobt wurde, hat bislang keine Erfolge gezeitigt.
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Mordfall Nicole Stindt Mittwoch in
Von Justus Randt

Stuhr·Oldenburg. Die Mordkommission Buchholz, die den Tod der Stuhrerin Nicole Stindt aufzuklären versucht, setzt ihre Hoffnungen jetzt auf die ZDF-Sendung "Aktenzeichen XY... ungelöst": Am kommenden Mittwoch, 8. Dezember, ab 20.15 Uhr, wird noch einmal bundesweit aufgezeigt, was die 19 Beamten der Moko an Ermittlungsdetails zusammengetragen haben. Sie hoffen so, neue Hinweise auf den Mörder und den Tathergang zu bekommen. Auf eine ähnliche Fahndungssendung des westdeutschen Regionalfernsehens hatte es kürzlich keine Reaktionen gegeben - und auch die 5000-Euro-Belohnung, die von der Polizeidirektion Oldenburg ausgelobt wurde, hat bislang keine Erfolge gezeitigt.

Der Fall ist vertrackt: Die damals 38-Jährige war am 18. August 2009 zum letzten Mal - in einer Bassumer Hundeschule - gesehen worden. Tags darauf gab ihre Vermieterin eine Vermisstenanzeige auf - nachdem einer von Nicole Stindts Hunden in der Wohnung lautstark auf sich aufmerksam gemacht hatte. Der Polizei lagen schnell einige Erkenntnisse vor, die sich in der Rückschau als bemerkenswert erweisen: Schon am Morgen des 19. August wurde Lana, einer der zwei Hunde Nicole Stindts, im Bereich Dötlingen entdeckt. Das Tier war offensichtlich ausgesetzt worden, wies aber keine Anzeichen körperlicher Anstrengung auf. Ihren Leckerlibeutel hatte Lana neben sich liegen.

Ebenfalls am 19. August, so ließ es sich später rekonstruieren, wurde Nicole Stindts Auto, ein grauer Toyota Corolla Kombi in der Nähe des Bremer Bahnhofs, am Breitenweg aus einer Parkverbotszone abgeschleppt. Ein Mitarbeiter des Unternehmens hatte sich an das Auto auf dem Hof erinnert, als bekannt wurde, dass es einer vermissten Frau gehörte.

Lange habe es keinerlei Anzeichen auf eine Kapitalverbrechen gegeben, sagt Andrik Hackmann, Sprecher der Polizeiinspektion in Diepholz, bei der die Mordkommission Buchholz angesiedelt ist. Eine ganze Weile lang sei geglaubt worden, Nicole Stindt sei vielleicht nur in den Urlaub geflogen und werde schon zurückkehren, sagt Hackmann. Deshalb seien die Wohnung und das Auto nicht die ganze Zeit über beschlagnahmt gewesen.

Bis zum Pfingstmontag, 24. Mai. An diesem Tag entdeckten Spaziergänger die von Wildtieren freigelegte Stelle, an der Nicole Stindts Leiche verscharrt worden war - im Waldstück Buchholz, bei Groß Ippener, nahe der Autobahn 1. Vom "Ablageort der Leiche" sprach die prompt eingerichtete Moko. Sofort begannen die Ermittler, an Spuren zu sichern, was noch zu sichern war: Zum Beispiel die Internet-Kontakte Stindts, die über die Partnerbörse "FriendScout24.de" die Bekanntschaft von Männern suchte. Bald schon kam die Raubmord-Theorie auf: Die alleinstehende, sehr zurückgezogen lebende Frau hatte nach einer Erbschaft offenbar stets Bargeld in ihrer Wohnung aufbewahrt.

Insgesamt knapp 100 Personen, mit denen die Stuhrerin als "Julchen 71" im Netz Kontakt hatte, kennt die Polizei bislang im gesamten Bundesgebiet. Einige sind nach Einschätzung der Beamten in Stindts Zweizimmerwohnung an der Blockener Straße gewesen. Von anderen sind lediglich die sogenannten Nicknames bekannt, unter denen sie chatteten: etwa als "Deine_Liebe", "dreimalamtag"oder "neteronkel". Die Identifizierung sei sehr aufwendig, hatte die federführende Staatsanwaltschaft Oldenburg mitgeteilt.

Nicht mehr rekonstruieren ließen sich die Mobilfunkkontakte Nicole Stindts, nachdem ihre Leiche gefunden worden war - die Verbindungsdaten dürfen nur sechs Monate beim Anbieter gespeichert werden. Handy, Brille und Schlüsselbund der Stuhrerin sind bis heute nicht gefunden worden. Auch der Toyotaschlüssel blieb verschwunden. Die Beamten halten es für möglich, dass der Wagen (Kennzeichen damals: DH-LB 167) jemandem aufgefallen oder sogar zum Kauf angeboten worden sein könnte - bevor er abgeschleppt wurde.

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