Ab 1. Dezember Stufe 2 Gesundheitsministerin: Warnstufe 3 in Niedersachsen bald möglich

Ab Mittwoch, 1. Dezember, gilt in Niedersachsen die Corona-Warnstufe 2. Es könne aber schon bald zur Stufe 3 kommen, erläuterte Gesundheitsministerin Daniela Behrens in Hannover.
30.11.2021, 16:42
Lesedauer: 3 Min
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Von dpa

Menschen in Niedersachsen müssen sich vielerorts von Mittwoch an auf verschärfte Corona-Maßnahmen einstellen. Dann greift in weiten Teilen des Bundeslandes die Corona-Warnstufe 2, wie die Landesregierung am Dienstag in Hannover mitteilte.

Damit gilt dann die 2G-plus-Regel. Wer bereits vollständig gegen das Coronavirus geimpft oder von einer Infektion genesen ist, benötigt zusätzlich einen negativen Corona-Tests. Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren müssen sich in der Regel nicht zusätzlich testen, weil sie das in ihrem Schulalltag bereits oft machen.

Behrens: Warnstufe 3 schon bald möglich

Betroffen sind demnach Innenräume von Gastronomiebetrieben, Hotels, Sportanlagen (in geschlossenen Räumen), Veranstaltungen in Innenräumen mit mehr als 1000 Menschen, Kino, Theater oder Zoo. Die Regel gilt auch für private Treffen, sofern mehr als 15 Menschen drinnen zusammenkommen.

Nach der greifenden Corona-Warnstufe 2 könnte es nach Einschätzung von Gesundheitsministerin Daniela Behrens möglicherweise bald auch zur zusätzlich verschärften Warnstufe 3 kommen. Wann genau dies geschehen würde, sei derzeit angesichts der Infektionsdynamik aber schwer zu sagen, erklärte die SPD-Politikerin am Dienstag.

In der Warnstufe 3 sollen laut Behrens Veranstaltungen mit mehr als 5000 Menschen im Außenbereich sowie 2500 Menschen im Innenbereich untersagt werden. Dann halte es die Landesregierung ebenfalls für geboten, Weihnachtsmärkte nicht mehr zuzulassen. „Diskotheken und Bars würden wir in der Warnstufe 3 schließen“, sagte Behrens. Kontaktbeschränkungen für nicht geimpfte Menschen sollen dann ebenfalls folgen.

Sie glaube, dass die für Warnstufe 3 nötigen Werte bei der Krankenhausbelegung, den Covid-Intensivbetten und der allgemeinen Inzidenz nicht „so schnell gerissen“ werden. Umso wichtiger sei es, vorsichtig zu bleiben. „Wir müssen uns vorbereiten. Es geht um vorsorgenden Gesundheitsschutz.“

Weiter sagte die Ministerin: „Und wir möchten eine weitere Kategorie regionaler Hotspots einführen.“ Diese solle für Kommunen gelten, in denen die allgemeine Corona-Inzidenz den Wert von 350 Fällen pro 100.000 Einwohner übersteige. Einige Einzelkriterien zur Verhängung der bisher höchsten Pandemie-Warnstufe 3 waren in manchen Städten und Gemeinden Niedersachsens schon zu Beginn dieser Woche erfüllt.

Kliniken sollen Behandlungskapazitäten für verlegte Covid-Kranke bereithalten

Die niedersächsischen Krankenhäuser sollen wegen der dramatischen Corona-Lage im Süden und Osten Deutschlands weitere Behandlungskapazitäten für verlegte Covid-Kranke in Reserve halten und nicht unbedingt nötige Eingriffe möglichst verschieben. Diese Regelung wird laut Behrens Teil der neuen Corona-Verordnung, die am Mittwoch in Kraft trete. Die aktuelle Belegung von 9,7 Prozent der im Land vorhandenen Intensivbetten mit Covid-Patientinnen und -Patienten ist deutlich geringer als etwa in Bayern oder Sachsen. Behrens sprach aber von einer „weiterhin angespannten Situation“ auch in Niedersachsen.

Nach Angaben des Gesundheitsministeriums waren mit Stand vom Dienstagmorgen insgesamt 223 Covid-19-Erkrankte in Niedersachsen in intensivmedizinischer Behandlung. Davon würden aktuell 163 beamtet, sagte Behrens.

Bis zu 45 weitere Covid-Patienten sollen laut Innenminister Boris Pistorius (SPD) in den kommenden Tagen in den norddeutschen Bundesländern aufgenommen werden. Niedersachsen koordiniert dies für die norddeutschen Bundesländer. Diese Aufnahmen sind notwendig, da die Gesundheitssysteme mehrerer Bundesländer wegen der Corona-Lage überlastet sind und Menschen dort nicht mehr oder begrenzt aufgenommen werden können. Aus welchen Bundesländern diese Menschen kommen, war zunächst nicht bekannt.

Pistorius stellt Geisterspiele in Aussicht

Fußballspiele in Niedersachsen könnten wegen der steigenden Corona-Zahlen demnächst wieder in leeren Stadien stattfinden. Pistorius stellte weiter beschränkte Stadion-Kapazitäten oder sogar die Rückkehr zu Geisterspielen in Aussicht. „Die Verordnung wird ab nächster Woche dann im Zweifel eben auch vorsehen, auf eine Kapazitätsgrenze von 25 Prozent herunterzugehen oder sogar zu Geisterspielen“, sagte der Minister.

Ab wann eine solche Verschärfung in Kraft treten könnte, ist allerdings noch schwierig zu sagen. Dafür müsste Niedersachsen eine höhere Corona-Warnstufe im Land erreichen. Denkbar ist jedoch auch, dass der Bund Großveranstaltungen untersagen könnte.

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