Kommentar zur AOK-Analyse

Ungleiches Risiko in der Corona-Pandemie

Warum die Infektionszahlen nicht sinken? Vielleicht auch, weil Homeoffice und Kontaktreduktion nicht für alle gelten. Die Risiken in der Pandemie sind ungleich verteilt, meint Nico Schnurr.
22.12.2020, 05:00
Lesedauer: 1 Min
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Ungleiches Risiko in der Corona-Pandemie
Von Nico Schnurr
Ungleiches Risiko in der Corona-Pandemie

Es gab Applaus, aber keine Aufwertung der Risikoberufe.

Peter Kneffel / dpa

Das Homeoffice ist ein Privileg, das vielen vorenthalten bleibt. Pakete verfrachten, Gebäude putzen, Kinder betreuen, alte Menschen umsorgen: Das alles funktioniert nicht vom heimischen Schreibtisch aus. Lageristen, Reinigungskräfte, Erzieherinnen und Pfleger haben, was alle vermeiden sollen: Kontakte. Sehr viele sogar. Was das heißt, zeigt die Analyse der AOK: Damit alles weitergeht, setzen sich einige Berufsgruppen dem Infektionsgeschehen aus. Im Frühjahr sprach man von Corona-Helden. Man hätte auch sagen können: Die Risiken in der Pandemie sind ungleich verteilt.

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Die Stellen, die ein großes Infektionsrisiko bergen, sind zumeist solche, die schlechter bezahlt werden. Der Umstand wird natürlich nicht gerechter, wenn man bedenkt, dass es vor allem Frauen sind, die in diesen Fürsorgeberufen arbeiten. Nichts Neues, man weiß das seit Beginn der Pandemie. Es gab Applaus, sonst nicht viel, jedenfalls keine Aufwertung der Risikoberufe. Stattdessen wundern sich manche in ihrem Heimbüro, wieso die Infektionszahlen nicht sinken.

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