Kommentar über das Ringen in der K-Frage

Nervenpoker

Arnim Laschet und Markus Söder versuchen in der K-Frage, Pluspunkte zu sammeln. Doch längst nimmt die Union und die Politik im Allgemeinen Schaden durch die Hängepartie, meint Norbert Holst.
15.04.2021, 21:07
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Von Norbert Holst
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Ringen um die Kanzlerkandidatur: Wird Armin Laschet (l.) den Schatten von Markus Söder wieder los?

Jörg Carstensen/DPA

Sie belauern sich wie Schachspieler vor dem entscheidenden Zug: Armin Laschet und Markus Söder. Doch beide zögern, auf volles Risiko zu gehen. Sie versuchen vielmehr, Pluspunkte zu sammeln. Für Söder war der Donnerstag ein guter Tag: Mit Reiner Haseloff, Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt, hat sich der erste CDU-Landeschef auf seine Seite gestellt. Haseloffs Argumentation: Die Siegeschancen seien mit Söder besser. Auch andere ostdeutsche Landesverbände haben Vorbehalte gegen eine Kandidatur Laschets angemeldet.

Der bekommt Unterstützung von einer „Initiative Union pro Laschet“. Annähernd 300 frühere und aktuelle Mandatsträger haben sich dem Aufruf angeschlossen. Klingt auf den ersten Blick gut für Laschet. Initiator Stephan Eisel ist ein früherer Mitarbeiter von Helmut Kohl. Entsprechend repräsentieren viele der Unterzeichner die CDU von gestern. Die heutige Union nimmt derweil Schaden. Denn die Hängepartie bedient ein altes Vorurteil: Dass es in der Politik doch nur um Macht und Eitelkeiten geht.

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