Kommentar über die zunehmende Tarifflucht

Zeit für eine Rückbesinnung

Flexible Regelwerke wünschen sich die Arbeitgeber. Längst bieten Gewerkschaften sie an. Darüber zu verhandeln ist anstrengend, aber es ist ein Weg zurück zur Sozialpartnerschaft, schreibt Hans-Ulrich Brandt.
25.05.2020, 05:00
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Zeit für eine Rückbesinnung
Von Hans-Ulrich Brandt

Die Sozialpartnerschaft zwischen Arbeitgebern und Gewerkschaften wird oft gelobt. Doch die Hymnen auf eine der „Säulen der sozialen Marktwirtschaft“ klingen hohl. Tarifflucht statt Tarifbindung – das ist die neue Realität, seit Jahren. Weniger als die Hälfte der Arbeitnehmer profitiert noch von einem Tarifvertrag. In Bremen womöglich noch weniger. Hinzu kommt: Jeder fünfte Vollzeitbeschäftigte arbeitet für einen Niedriglohn.

Die Folgen mögen aus Arbeitgebersicht erwünscht sein, Stichwort Wettbewerbsfähigkeit, aus der Sicht der Beschäftigten und des Staates sind sie es nicht. Gehälter, die bis zu 25 Prozent unter Tarifniveau liegen. Löhne, die kaum zum Leben, geschweige denn zur Altersabsicherung reichen. Jahr für Jahr gehen den Sozialversicherungen durch Tarifflucht und Lohndumping 25 Milliarden Euro verloren. Bund, Ländern und Gemeinden entgehen ebenfalls Milliarden.

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Es wird daher Zeit für eine Rückbesinnung. Flexible Regelwerke wünschen sich die Arbeitgeber. Längst bieten Gewerkschaften diese an. Darüber fair zu verhandeln ist anstrengend, aber es ist ein Weg zurück zu wahrer Sozialpartnerschaft. Tarifverträge sind die Basis dafür.

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