Berlin Türkei-Krise spitzt sich zu

Berlin. Der auf Betreiben der Türkei in Spanien festgenommene deutsche Schriftsteller Dogan Akhanli ist wieder aus der Haft entlassen worden. „Ich freue mich, dass Dogan Akhanli wieder auf freiem Fuß ist“, erklärte Bundesaußenminister Sigmar Gabriel am Sonntag.
21.08.2017, 00:00
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Türkei-Krise spitzt sich zu
Von Petra Sigge

Berlin. Der auf Betreiben der Türkei in Spanien festgenommene deutsche Schriftsteller Dogan Akhanli ist wieder aus der Haft entlassen worden. „Ich freue mich, dass Dogan Akhanli wieder auf freiem Fuß ist“, erklärte Bundesaußenminister Sigmar Gabriel am Sonntag. Akhanli muss zunächst unter Auflagen in Madrid bleiben. Die spanischen Behörden prüfen seine Auslieferung an die Türkei. Das Verfahren kann Wochen dauern.

Das Vorgehen Ankaras gegen Akhanli verschärft die diplomatische Krise mit Berlin. „Es wäre schlimm, wenn die Türkei auch am anderen Ende Europas erreichen könnte, dass Menschen, die ihre Stimme gegen Präsident Erdogan erheben, in Haft geraten würden“, sagte Gabriel. Er bat die spanische Regierung, Akhanli nicht auszuliefern.

Deutsche Politiker warfen der Türkei eine Grenzüberschreitung vor, die Konsequenzen haben müsse. SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz nannte die Festnahme einen „ungeheuerlichen Vorgang“. „Das Verhalten von Präsident Erdogan trägt inzwischen paranoide Züge“, so Schulz. Nach dem gescheiterten Putschversuch im Juli 2016 wurden den Angaben zufolge bereits neun Deutsche in der Türkei verhaftet.

Zuletzt hatte sich der türkische Präsident in den Bundestagswahlkampf eingemischt und Deutsch-Türken aufgerufen, am 24. September nicht für SPD, CDU oder Grüne zu stimmen. „Das sind alles Türkeifeinde“, sagte Erdogan.

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