Videospiel-Test: „The Division 2“

Neuer Schauplatz, gleiche Mission

Von seinem Vorgänger setzt sich „The Division 2“ nur geringfügig ab. Das Konzept bleibt das gleiche, nur der Schauplatz ändert sich. Trotzdem geht der Plan der Entwickler auf.
07.04.2019, 19:21
Lesedauer: 2 Min
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Von Niklas Golitschek
Neuer Schauplatz, gleiche Mission

In "The Division 2" muss die US-Hauptstadt Washington von Gangs zurückerobert werden.

Ubisoft

Mit mehr als 20 Millionen registrierten Spielern weltweit landete Ubisoft mit dem Actionspiel „The Division“ 2016 einen Hit, der in diesem Jahr sogar mit Hollywood-Schauspieler Jake Gyllenhaal verfilmt werden soll. Kein Wunder also, dass der französische Videospiel-Vertreiber das schwedische Entwicklerteam von „Massive Entertainment“ einen zweiten Teil kreieren ließ.

„The Division 2“ knüpft an das Ende seines Vorgängers an. Es gibt einen neuen Schauplatz, aber die alten Probleme: Sieben Monate nach einer Epidemie in New York geht es in die US-Hauptstadt Washington, wo die Epidemie ebenfalls Chaos und Unheil anrichtet. Die Schläferagenten der Strategic Homeland Division müssen nun dorthin reisen, um den Staat zu retten. Denn, so das Credo, fällt Washington, dann fällt auch das Land. Dafür dient kein geringeres Gebäude als das Weiße Haus als Einsatzzentrale. Ein Großteil der Verantwortlichen ist entweder tot oder evakuiert, die Stadt wird von drei Gangs kontrolliert, die es mit der Einsatztruppe zu bekämpfen und zu besiegen gilt.

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Viel verändert hat sich am Setting also nicht. Dass „The Division 2“ trotzdem nicht zum würdelosen Nachfolger eines Blockbusters verkommt, liegt vor allem am durchdachten Konzept des Spiels. Einzel- und Mehrspieler-Modi gehen nach wie vor fließend ineinander über, hinzu kommt eine wirklich filmreif umgesetzte Geschichte mit gut durchdachten Protagonisten.

Das virtuelle Washington lädt mit seiner Größe und dem Detailreichtum zum Erkunden ein, ohne die teils spät ladenden Texturen grenzt die Spielwelt immer wieder an Fotorealismus. Zivilisten streifen zwar nicht mehr durch die Straßen, sehr wohl aber Tiere – und bewaffnete Gruppen, die die Kontrolle über die Stadt erlangen wollen. Diese Gruppen gilt es auszuschalten.

Ein forderndes und actionreiches Spielerlebnis

Dabei bietet „The Division 2“ vielfältige Umgebungen und unterschiedliche Wetterlagen, die die Gefechte abwechslungsreich und auch taktisch gestalten. Selbst im Team mit bis zu drei Mitspielern machen sich die Fähigkeiten des Einzelnen bemerkbar, doch auch allein lassen sich die Missionen mit genügend Finesse bewältigen. Das liegt mitunter am Level- und Fortschrittssystem sowie den Anpassungsmöglichkeiten der Ausrüstung und der Waffen. Dabei gibt es neben den Safehouses wieder kleine Basen, die mit der Zeit erweitert werden können und neue Funktionen freischalten.

Insgesamt wirken die einzelnen Elemente ausbalanciert, sodass sich in Verbindung mit einer flüssigen Steuerung ein forderndes wie actionreiches Spielerlebnis bietet. Nur das Springen über Objekte hat im Test vereinzelt zum Festhängen der Figur geführt – glücklicherweise nicht in entscheidenden Szenen. Mit dem Spielkonzept sowie Elementen wie der „Dark Zone“, in der Spieler gegeneinander antreten, hebt sich „The Division 2“ wie schon der Vorgänger von der Konkurrenz auch im eigenen Hause ab. Nach der Hauptgeschichte bieten sich Anreize, weitere Nebenmissionen zu bestreiten oder mit Verbündeten in die Schlacht zu ziehen.

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Letztlich wagt „Massive Entertainment“ mit „The Division 2“ keine großen Experimente, sondern setzt auf das, was den ersten Teil so erfolgreich gemacht hat. Kombiniert mit der gelungen weitergesponnenen Geschichte, einem grafischen Update und ein paar neuen Funktionen erhalten die Spieler ziemlich genau das, was sie erwartet haben. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Sollte die Verfilmung mit Jake Gyllenhaal ähnlich erfolgreich in den Kinos laufen, ist die Vorlage für einen zweiten Film bereits gegeben.

Weitere Informationen

Bewertung:

Story: 5/7

Grafik: 6/7

Ton: 6/7

Steuerung: 5/7

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