Tipps für Hobbygärtner Anzucht von Obst und Gemüse in der eigenen Wohnung

Für Hobbygärtner kommt spätestens im Frühjahr die Frage auf: Welches Obst und Gemüse möchte ich dieses Jahr anpflanzen?
03.08.2022, 11:43
Lesedauer: 4 Min
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Von Melanie Holz
Inhaltsverzeichnis

Diejenigen, die sich im Sommer über eine ertragreiche Ernte freuen möchten, sollten nicht zu spät mit der Anzucht in den eigenen vier Wänden beginnen. Denn trotz dessen, dass manches Saatgut, wie beispielsweise Karotten, direkt ins Freiland gesetzt wird, benötigen andere Pflanzen eine gewisse Vorlaufzeit für die Aussaat.

Das Gartenjahr im Blick behalten

Egal ob Gärtner mit einem großen Garten auf dem Land oder Neugierige mit einem kleinen Balkon in der Stadt: Jede Person sollte aufmerksam beobachten, wann welches Saatgut in der eigenen Wohnung vorgezogen werden sollte. Denn viele Pflanzen benötigen eine gewisse Wachstumszeit in der Wohnung, bevor sie ins Freiland ausgepflanzt werden. Zu früh sollten die Samen nicht ausgesät werden, da die Pflänzchen sonst mehrfach umgetopft werden müssen, bis sie im Mai nach draußen in den Garten oder auf den Balkon dürfen. Ein zu später Zeitpunkt ist jedoch auch nicht ideal, da das Obst oder Gemüse sonst schlecht gedeiht. Deshalb ist es wichtig schon im Voraus zu beachten, wann die kleinen Pflänzchen nach draußen gesetzt werden dürfen, um die Anzucht in der eigenen Wohnung danach auszurichten. Jede einzelne Sorte verfügt über verschiedene Zeiten, an denen die Saat ausgesät werden sollte und wann die Pflanzen nach draußen können – diesen Zeitpunkten sollte Beachtung geschenkt werden.

Vorziehen von Pflanzen

Aber wieso wird mit der Anzucht von Obst und Gemüse überhaupt in den eigenen vier Wänden beginnen und nicht direkt im Freiland? Das Vorziehen der meisten Pflanzen beginnt ab März und April. Die Samen benötigen für ihr Wachstum einen Ort mit ausreichend warmen Temperaturen, genügend Feuchtigkeit und hellem Licht. Zu dieser Zeit sind die klimatischen Bedingungen draußen jedoch noch nicht geeignet. Im Gegensatz dazu sind diese Bedingungen in den eigenen Vier-Wänden auf einer sonnigen Fensterbank in einem kleinen Gewächshaus ideal. Die Pflanzen können hier gut wachsen und gedeihen draußen dann umso besser. Wenn die Temperaturen immer mehr steigen, können sie dann, meist nach den Eisheiligen im Mai, nach draußen verlegt werden. Einige Sorten, wie beispielsweise Karotten, können jedoch direkt ins Freiland ausgesät werden. Deshalb ist es immer wichtig die Hinweise und Tipps auf der Verpackung des Saatgutes genau zu lesen.

Spezielle Anzuchterde zum Vorziehen

Wenn das Saatgut gekauft und Pflanzgefäße ausgewählt wurden, ist es ratsam andere wichtige Utensilien bereitzustellen. Zur Anzucht sind einfache Pflanztöpfe aus Zellulose, aber auch Alltagsobjekte wie alte Eierkartons, Obst- und Gemüseverpackungen oder Joghurtbecher geeignet. Bei der Auswahl der Erde ist darauf zu achten, dass keine normale Gartenerde verwendet wird, sondern spezielle Anzuchterde für die Aussaat von Obst und Gemüse. Denn diese Erde enthält kaum Nährstoffe, wodurch die Pflanzen widerstandsfähiger werden. Die Sämlinge bilden kräftige Wurzeln, damit sie ausreichend Nährstoffe aus der Erde aufnehmen – Der Erfolg davon ist, dass die Pflanzen im Freiland umso besser wachsen.

Mit einer speziellen Pflanzenlampe kann in einer dunklen Wohnung durch Licht den Samen zu noch mehr Wachstum verholfen werden. Eine Sprühflasche dient dazu die Erde und das Gewächshaus gut feucht zu halten und dadurch ein optimales Klima zu schaffen. Pflanzensteckschilder sind zudem sinnvoll, um zu erkennen, in welchem Gefäß welches Gemüse angepflanzt wurde – so behalten Hobbygärtner den Überblick.

Vom kleinen Samenkorn zur ertragreichen Pflanze

Sind alle Utensilien beisammen, kann die Aussaat beginnen.

  • In die ausgewählten Pflanzgefäße wird die Anzuchterde gefüllt und mit der Hand leicht angedrückt. Die Samen werden anschließend entweder unter die Erde gedrückt oder auf die Erde gelegt. Entscheidend dabei ist, ob die Saat Licht- oder Dunkelkeimer sind. Lichtkeimer benötigen Licht zum Wachsen und werden deshalb nur auf die Anzuchterde gelegt. Dunkelkeimer werden unterhalb der Erde platziert. Auf der Verpackung des Saatgutes sind meist Informationen darüber enthalten, ob das jeweilige Gemüse oder Obst Licht- oder Dunkelkeimer sind. Wichtig ist, dass zwischen den einzelnen Samenkörnern genug Abstand vorhanden ist.
  • Anschließend werden die Pflanztöpfe an einen hellen und warmen Standort in der Wohnung gestellt, wie zum Beispiel auf eine Fensterbank. Die Erde sollte immer dann besprüht werden, sobald diese beginnt zu trocknen. Das Gewächshaus sollte jeden Tag gut gelüftet werden, um Schimmel zu vermeiden.
  • Wenn die ersten Keimlinge aus dem Boden geschossen und die ersten Blätter zu erkennen sind, kann das Gewächshaus geöffnet bleiben und muss nicht mehr verschlossen werden.
  • Im nächsten Schritt werden die Pflänzchen pikiert. Diejenigen, die am größten und stärksten gewachsen sind, werden von den übrigen Pflanzen getrennt und in einen eigenen Topf mit ausreichend Abstand gesetzt. Dadurch erhält die einzelne Pflanze wieder mehr Platz zum Wachsen und liefert nach der Anzucht ertragreiche Früchte.

Wenn die Eisheiligen im Mai vorüber sind, sollte meist kein Frost mehr bevorstehen. Dies ist der ideale Zeitpunkt, um die Pflanzen nach draußen zu setzen. Die kleinen Pflanzen können nach der Anzucht in Töpfe, ins Hochbeet oder in den eigenen Garten ins Beet ziehen - je nachdem, wie viel Fläche zur Verfügung steht. Zum Einpflanzen kann normale Gartenerde verwendet werden, für bestimmte Sorten wie zum Beispiel Tomaten gibt es auch besondere Erde, die für deren Ansprüche gut geeignet ist.

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