Wassersport-Club Westen

Aller guten Dinge sind 50

Der Westener Wassersport-Club begeht sein rundes Jubiläum mit einem Feuerwerk. Der Aller-Hafen ist der einzige Motorboot-Hafen zwischen Verden und Celle.
25.07.2018, 17:08
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Aller guten Dinge sind 50
Von Jörn Dirk Zweibrock
Aller guten Dinge sind 50

Blickt optimistisch in die Zukunft: Der Vorstand des WSC Westen um Walter Stiewe (v.l.), Inge Neufang und Joachim Witt.

Björn Hake

Dörverden-Westen. Westen, 1968: Die Berufsschifffahrt auf der Aller ist eingestellt. Hin und wieder tuckert höchstens ein Kohlenschiff zu den Stadtwerken. Wolfgang Hoffmann, der damals schon ein Schlauchboot mit einem 40 PS starken Außenbordmotor besitzt, stößt im Allerdorf eine Diskussion über das ungenutzte El Dorado für Wassersportler vor der eigenen Haustür an. Im September ist es dann soweit: Karl und Willi Nordmeyer, Albert Gödecke, Henry Meineke, Wilhelm Funda und Wolfgang Hoffmann heben den Wassersport-Club (WSC) Westen aus der Taufe. Der WSC wird als eigenständige Sparte in den TSV Jahn Westen eingegliedert.

Ein halbes Jahrhundert ist seitdem vergangenen. Am Sonnabend, 11. August, feiern die Westener Wassersportler nun groß ihren 50. Geburtstag. Das Jubiläums-Programm beginnt um 14 Uhr mit einer Kanu-Regatta und einer Motorboot-Fahrt für Vereine und Gäste. Im Festzelt können sich die Besucher bei Kaffee und Kuchen stärken und den Klängen des Hoyaer Shanty Chores lauschen. Ab 19 Uhr wird dann der Grill angeworfen. Das Jubiläums-Feuerwerk über der Aller bildet schließlich gegen 22 Uhr den Höhepunkt der Veranstaltung. Jeder, der schon einmal auf dem Westener Allerdeich spazieren gegangen ist, schätzt dort das traumschöne Panorama. Gegenüber dem Oterser Fähranleger ragt der Turm der St.-Annen-Kirche in den Himmel empor und einige Meter weiter thront majestätisch das Westener Amtshaus über dem Fluss. Genau in der Mitte, in der ehemaligen Kornscheune zwischen Gotteshaus und Mehrgenerationenhaus, befindet sich das geräumige Bootshaus des Westener Wassersportvereins.

"Wir haben unser Clubhaus in den vergangenen Jahren aufwändig renoviert", erzählt Inge Neufang voller Stolz. Seit 2002 leitet die Dörverdenerin nun schon die Geschicke des rund 60 Mitglieder zählenden Vereins. Sie ist eine richtige Wasserratte und mit ihrem Boot schon bis in die Ostsee hinein geschippert.

Unter dem Dach des WSC befinden sich auch die Boots- und die Paddelsparte. Natürlich liegt auch der Kahn von Walter Stiewe (Bootswart und Vize-Vorsitzender) im Westener Hafen, dem „einzigen Motorboot-Hafen an der Aller zwischen Verden und Celle“, wie er nicht müde wird, zu betonen. Der größte nicht ins Meer mündende Fluss Norddeutschlands habe durchaus seine Tücken, weiß Stiewe: „Bei Niedrigwasser komme ich mit meinem Boot nicht in den Westener Hafen rein und umgekehrt auch nicht wieder raus.“ Und bei Hochwasser? „Wenn es in Hannover tüchtig pladdert, bekommen wir hier in Westen schon eine ordentliche Welle ab“, erinnert der Bootswart daran, dass die Leine ja bekanntlich bei Schwarmstedt in die Aller mündet. Im vergangenen Jahr war die Wassertiefe im Westener Hafen beispielsweise soweit abgesunken, dass der Schlamm abgesaugt werden musste.

Kleinere Motorboote bis sieben Meter Länge können im Aller-Hafen vor Anker gehen. Wie vielen anderen Vereinen auch, fehlen den Westener Wassersportlern jüngere Mitglieder. "Was natürlich auch daran liegt, dass die Anschaffung eines kleinen Motorbootes nicht gerade billig ist", weiß Inge Neufang.

Westen gehört zu den Stationen des Deutschen Kanu-Verbandes (DKV). Die WSC-Chefin zeigt auf das Schild mit der gelben Welle, das wassertouristische Informations-System, was Wanderfahrern Auskunft über die Sehenswürdigkeiten und Infrastruktur vor Ort (Toiletten, Duschen etc.) gibt. "Wenn ich mit dem Einer oder im Zehner auf der Aller paddele, genieße ich einfach die himmlische Ruhe auf dem Fluss“, erzählt Joachim Witt, Leiter der Paddelsparte im Westener WSC von diesem besonderen Naturerlebnis.

1974 wurde der neue Westener Allerhafen errichtet. Der Deichbau bot dem WSC damals die einmalige Chance, einen neuen Hafen anzulegen. Das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt hat die Realisierung ermöglicht. "Ein Jahr später hat sich die Wassersportsparte dann vom TSV Jahn abgekoppelt und wurde ins Vereinsregister eingetragen“, blickt Inge Neufang in die WSC-Chronik, das vereinseigene Logbuch.

Das, was den Verein auszeichne, sei das Miteinander, betont die langjährige Vorsitzende. "Die Mitglieder handeln nicht nach der Devise ,Motorbootfahrer hier und Paddler da', sondern verstehen sich als eine große Gemeinschaft. Und genau das sei das Erfolgsrezept.

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