Neue Regelung Rundfunkbeitrag: Zahlungserinnerung fällt für viele Verbraucher weg

Etwa 2,5 Millionen Zahler des Rundfunkbeitrags werden nicht mehr regelmäßig an die Fälligkeit der Zahlung erinnert. Das könnte zusätzliche Kosten verursachen. Hier lesen Sie alle Infos zu der neuen Regelung.
11.05.2022, 15:07
Lesedauer: 3 Min
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Von soa/ba
Inhaltsverzeichnis

Was ändert sich beim Rundfunkbeitrag?

Etwa 2,5 Millionen Deutsche zahlen den monatlichen Rundfunkbeitrag nicht per automatischem Einzugsverfahren. Sie müssen in Zukunft eigenständig an die regelmäßigen Überweisungen denken, denn die Zahlungsaufforderungen per Brief entfallen in Zukunft. Der Beitragsservice, der sich um die Erhebung des Beitrags kümmert, will damit Papier und Kosten sparen.

Die betroffenen Beitragszahler werden über die Änderungen per Brief informiert und in dem Schreiben auf die vierteljährlichen Zahlungstermine hingewiesen. "Diese Zahlungsaufforderung und die darin genannten Zahlungstermine gelten so lange, bis sich etwas an der Beitragshöhe ändert", erklärte der Beitragsservice auf Anfrage des WESER-KURIER. Er empfiehlt daher genauso wie Verbraucherschützer, für die Zahlung ein SEPA-Mandat zu erteilen – ein QR-Code hierfür ist auf den Schreiben des Beitragsservice abgedruckt.

Kann man sich auf einem anderen Weg eine Zahlungsaufforderung für den Rundfunkbeitrag zukommen lassen?

Nein. Nach Angaben des Beitragsservice ist eine Benachrichtigung per E-Mail derzeit aus Datenschutzgründen ist nicht möglich. Man schließe sich der auch in anderen Bereichen der öffentlichen Verwaltung gängigen Praxis an, nur einmalig zur Zahlung aufzufordern.

Wie und auf welchem Weg kann man den Rundfunkbeitrag bezahlen?

Der Rundfunkbeitrag kann vierteljährlich, halbjährlich, jährlich sowie alle 1,5 Monate per SEPA-Lastschriftmandat oder Überweisung bezahlt werden. Beitragszahlenden, die den Rundfunkbeitrag halbjährlich oder jährlich entrichten, wird weiterhin zu den jeweils fälligen Terminen eine Zahlungsaufforderung zugestellt. Daher sollten Beitragszahler, die ihren Rundfunkbeitrag quartalsweise und nicht per Lastschrift abbuchen lassen, besonders aufpassen, dass sie die fälligen Beträge jeweils zur Mitte des Quartals entrichten – also wie jetzt im Mai.

Wie kann ich den Rundfunkbeitrag per Lastschrift einziehen lassen?

Am einfachsten ist der Weg über die Internetseite des Beitragsservice. Dort ist ein Online-Formular hinterlegt, mit dem Sie ein SEPA-Lastschriftmandat erteilen können. Hier geht es direkt zum Online-Formular.

Was passiert, wenn man eine Zahlung für den Rundfunkbeitrag vergisst?

Wenn der Rundfunkbeitrag nicht innerhalb von vier Wochen nach der Fällig­keit gezahlt ist, wird ein Festsetzungsbescheid verschickt. Mit ihm wird ein Säumnis­zuschlag von 1 Prozent der rück­ständigen Beitrags­schuld fällig, mindestens aber 8 Euro.

Als letzte Stufe des Mahnungsverfahrens droht säumigen Zahlern ein Vollstreckungsersuchen und damit etwa die Pfändung von Konto, Gehalt, Schmuck oder anderen Wertgegenständen.

Wofür zahlen wir den Rundfunkbeitrag?

Die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten sind im Rahmen des Medienstaatsvertrages dazu verpflichtet, über ihre Programme über Ereignisse des Zeitgeschehens zu berichten, sowie Angebote zur Bildung, Information und Unterhaltung bereitzustellen. Zu den Öffentlich-Rechtlichen zählen neben Landesrundfunkanstalten – wie etwa Radio Bremen – das ZDF, 3sat, Arte, das Internetangebot funk sowie das Deutschlandradio.

Wie hoch ist der Rundfunkbeitrag?

Seit August 2021 beträgt der Rundfunkbeitrag 18,36 Euro pro Monat. Davon landen etwa 13 Euro bei der ARD, um die fünf Euro beim ZDF und weniger als einen Euro beim Deutschlandradio und den Landesmedienanstalten.

Wer muss den Rundfunkbeitrag zahlen?

Insgesamt rund 46 Millionen Deutsche zahlen den Rundfunkbeitrag. Er wird für die Bewohner und Bewohnerinnen jeder Wohnung erhoben und pro Wohnung abgerechnet. Von der Zahlung freigestellt sind Menschen, die BAföG oder Berufsausbildungshilfe sowie bestimmte Sozialleistungen wie zum Beispiel Grundsicherung oder Arbeitslosengeld II erhalten. Freiwilligendienstleistende, Erasmus-Studierende sowie Empfänger von Arbeitslosengeld I, Wohngeld oder Übergangsgeld müssen trotzdem zahlen.

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