Bund hebt Reisewarnungen auf

Die Einreiseregeln der europäischen Länder im Überblick

Die Einreiseregeln in Europa werden vielerorts gelockert. Doch die Bestimmungen sind nicht überall gleich. Ein Überblick der Einreisebestimmungen der europäischen Länder.
04.06.2020, 09:18
Lesedauer: 6 Min
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Von Simon Wilke

Schweden

Schweden ging während der Pandemie einen Sonderweg. Die Grenzen waren für Touristen nicht geschlossen. Auch eine Quarantänepflicht für Einreisende hat das Land nicht eingeführt. Zwar haben einige Kulturstätten geschlossen, aber Restaurants und Bars sind geöffnet. Neue Richtlinien der Regierung und der Gesundheitsbehörden werden in den kommenden Tagen erwartet.

Frankreich

Für die Einreise nach Frankreich gelten mindestens bis Mitte Juni weiter Einschränkungen. Insbesondere sind touristische Einreisen bis dahin nicht erlaubt, obwohl etliche Unterkünfte und auch Restaurants bereits wieder geöffnet haben. Vor allem im Großraum Paris wird derzeit noch zur Vorsicht und Einhaltung der Abstands- und Hygienegebote aufgerufen. Auch der Louvre wird noch einige Zeit geschlossen bleiben. In einzelnen Städten kann die Pflicht zum Tragen von Gesichtsmasken auch im öffentlichen Raum angeordnet werden.

Kroatien

Schon seit dem 28. Mai können EU-Bürger auch als Touristen nach Kroatien einreisen. Bei der Einreise werden Kontaktdaten wie der Bestimmungsort und die Mobiltelefonnummer vermerkt. Reisenden wird geraten, die Daten bereits vor dem Grenzübertritt auf der Homepage entercroatia.mup.hr zu übermitteln, um Wartezeiten zu verkürzen.

Türkei

Für die Türkei bleibt die deutsche Reisewarnung in Kraft, auch wenn das Land auf Platz drei der beliebtesten Reiseziele deutscher Urlauber steht. Damit wird die Türkei wie sämtliche Drittstaaten behandelt, für die die Warnung auch nach dem 15. Juni gültig ist. Für eine Lockerung will sich die Bundesregierung an den Richtlinien der EU-Kommission orientieren. In der Türkei gilt derzeit eine landesweite Ausgangssperre für chronisch Kranke und Menschen über 65 und unter 18 Jahren mit stundenweisen Ausnahmen.

Schweiz

Touristen aus Deutschland und anderen Nachbar­ländern können ab dem 15. Juni wieder in die Schweiz reisen. Dort haben Hotels und Gastronomie, aber auch Zoos oder Museen wieder geöffnet. Trotzdem bleiben Hygiene- und Schutzmaßnahmen in Kraft. In Seilbahnen und anderen öffentlichen Verkehrsmitteln werden Mund- und Nasenschutz zwar empfohlen, sind aber nicht vorgeschrieben. Großveranstaltungen wie das Montreux-­Jazzfestival im Juli oder das Filmfestival Locarno in der ersten Augusthälfte wurden abgesagt, kleinere Musikfeste in der zweiten Augusthälfte sollen aber stattfinden.

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Spanien

Wann in diesem Sommer ein Strandurlaub im beliebtesten Reiseland der Deutschen möglich ist, bleibt ungewiss. Da in Spanien noch über den 15. Juni hinaus Einreisesperren wegen der Corona-Pandemie gelten, verzögert sich die angekündigte Aufhebung der Reisewarnung. Bundesaußenminister Heiko Maas sagte aber, dass er für das Urlaubsland eine Aufhebung der Einreisesperre zum 21. Juni erwarte. Unmittelbar danach würde dann auch die derzeit gültige Reisewarnung aufgehoben.

Dänemark

Ab dem 15. Juni dürfen Touristen aus Deutschland wieder nach Dänemark einreisen. Sie müssen allerdings einen gültigen Buchungsbeleg vorlegen, und der Aufenthalt muss außerhalb der Hauptstadt Kopenhagen stattfinden. Außerdem muss er mindestens eine Dauer von sechs Nächten umfassen. Touristen dürfen Kopenhagen zwar besuchen, dort jedoch nicht übernachten. Mit Krankheitssymptomen wie Fieber und Husten wird die Einreise in jedem Fall verwehrt. Zudem werden stichprobenartig freiwillige Corona-­Tests an der Grenze sowie in beliebten Urlaubsorten durchgeführt.

Großbritannien

Ab dem 8. Juni müssen alle Einreisenden nach Großbritannien in eine 14-tägige Quarantäne. Verstöße dagegen werden mit einem Bußgeld von 1 000 Pfund bestraft. Außerdem müssen Touristen spätestens bei Einreise Adress- und Kontaktdaten hinterlassen. Jeder Landesteil – also auch Schottland, Wales und Nordirland – hat zudem eigene Regelungen im Kampf gegen die Pandemie. So sind in England Restaurants und Hotels geschlossen, aber Tagesausflüge, etwa an die Küste und in Nationalparks, erlaubt.

Niederlande

Es gibt zwar keine Kontrollen an der Grenze zur Niederlande, jedoch sollten Reisende ins Nachbarland einiges beachten. Erst ab dem 1. Juli werden Hotelbetriebe wieder ganz geöffnet sein. Zwar empfangen Museen bereits jetzt wieder Besucher, diese müssen sich allerdings vorher anmelden. Auch Restaurants sind eingeschränkt geöffnet und dürfen nur wenige Gäste bewirten. Erst im Juli sollen bis zu 100 Gäste erlaubt sein.

Österreich

Die österreichische Regierung hat die vollständige Öffnung der Grenze zu Deutschland zum Ende der Reisewarnung am 15. Juni angekündigt. Dann soll auch die Sperrstunde in der Gastronomie auf 1 Uhr nachts verlegt werden. Ebenfalls ab Mitte Juni entfällt in weiten Teilen zudem die Pflicht zum Tragen eines Mund-Nasenschutzes in der ­Öffentlichkeit. Hotellerie und Gastronomie haben bereits seit Mitte Mai wieder geöffnet, und auch Sehenswürdigkeiten, Kinos oder Schwimmbäder können mittlerweile ohne größere Einschränkungen wieder besucht werden.

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Griechenland

Auch Griechenland öffnet seine Grenzen für Tourismus. Ab dem 15. Juni können Flugreisende aus Deutschland wieder ohne Einschränkungen in Athen oder Thessaloniki landen, ab dem 1. Juli auch auf den übrigen Flughäfen des Landes. Es kann allerdings noch zu stichprobenartigen Gesundheitstests kommen. Die Strände und Sehenswürdigkeiten in dem Mittelmeerland haben bereits weitgehend wieder geöffnet.

Italien

Die Beschränkungen für Einreisen hat Italien bereits gelockert. Reisen zu touristischen Zwecken sind möglich. Es gilt allerdings eine Einschränkung: Wer sich in 14 Tagen vor der Einreise in einem Nicht-Schengen-Staat aufgehalten hat, muss nach dem Grenzübertritt zunächst in Isolation. Zudem wird an einigen öffentlichen Orten mit einem Scanner Fieber gemessen. Auch Abstands- und Hygienevorschriften gelten weiterhin.

Es gibt viel zu beachten bei Reisen im Schengen-Raum

Die weltweite Reisewarnung läuft am 15. Juni aus. Sie wird für sämtliche EU-Mitgliedsstaaten sowie für Großbritannien, die Schweiz, Norwegen, Island und Liechtenstein durch Reisehinweise ersetzt. Mit ihnen macht das Auswärtige Amt auf länderspezifische Risiken für Reisende und Deutsche im Ausland aufmerksam. Doch trotz des Wegfalls der Warnungen ist der Sommerurlaub in diesen Ländern nicht automatisch uneingeschränkt möglich. Weiterhin entscheidet jedes Land individuell, unter welchen Bedingungen es die Einreise von Touristen und das öffentliche Leben wieder ermöglichen kann.

Trotz des Wegfalls der deutschen Reisewarnungen gibt sich beispielsweise Norwegen weiterhin zurückhaltend. Bis zum 20. August bleiben hier für Ausländer ohne Aufenthalts- oder Arbeitserlaubnis die Grenzen geschlossen. Ausnahmen gelten ab dem 15. Juni, allerdings zunächst nur für Reisende aus Dänemark. Ob auch Touristen aus Nachbarländern oder nahe gelegenen Ländern wie Deutschland in diesem Sommer in das skandinavische Land reisen dürfen, will die Regierung in den kommenden Wochen beschließen.

Island dagegen plant, Urlaubern die Einreise oh­ne Einschränkungen zu ermöglichen, wenn sie nachweisen können, nicht mit dem Coronavirus infiziert zu sein. Dafür wird ab Mitte Juni bei der Einreise ein Virustest für Touristen angeboten, der die seit April vorgeschriebene 14-tägige Quarantäne ersetzen kann.

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Doch auch in den EU-Staaten gibt es viele unterschiedliche Regelungen zu beachten. In Polen beispielsweise ist Tourismus aus dem Ausland bis zum 12. Juni untersagt. In Belgien dürfen erst seit vergangener Woche wieder Verwandte aus dem Ausland zu Besuch kommen, Gastronomiebetriebe öffnen erst am kommenden Montag wieder. In Portugal gelten unterschiedliche Regelungen und Einschränkungen, je nachdem, ob man auf das Festland oder die Inseln reisen möchte und wie man reist. Zypern wird ab dem 20. Juni Touristen und Reisende aus 19 Staaten, darunter Deutschland, ohne Corona­virus-Tests einreisen lassen, Urlauber aus 13 anderen Staaten aber nicht. Sie müssen einen negativen Test vorlegen, um einreisen zu dürfen.

Vorbereitungen für die Wiederaufnahme des Tourismus werden aber in sämtlichen Ländern getroffen. In Bulgarien, wo die Saison am 1. Juli beginnt, sollen Desinfektionsmittelspender zum Standard gehören und die Liegestühle an den Stränden mit großem Abstand aufgestellt werden. Slowenien lässt bereits jetzt EU-Bürger ohne Corona-Tests und Quarantäne-Auflagen einreisen und setzt zur Prävention auf einen Mindestabstand von anderthalb Metern.

Tschechien, das vor allem vom Tourismus aus Deutschland profitiert, setzt auf Anreize für Urlauber. Zwar dürfen auch hier ab dem 15. Juni zunächst vor allem Bürger aus Nachbarstaaten einreisen, aber Hotelgäste, die mehrere Tage in der Hauptstadt Prag verweilen, werden dafür mit Kulturgutscheinen belohnt.

Ebenfalls zum 15. Juni aufgehoben wird die Reisewarnung für Irland, Finnland, Lettland, Litauen, Estland, Luxemburg, Malta, Rumänien, Ungarn und die Slowakei.

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