CDU-Kreisverband Bremen-Nord Bettina Hornhues übernimmt das Ruder

In den vergangenen Jahren hat der Blumenthaler Bürgerschaftsabgeordnete Rainer Bensch den CDU-Kreisverband Bremen-Nord geführt. Jetzt übernimmt Bettina Hornhues die Regie.
05.09.2020, 05:34
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Von Gabriela Keller

Vegesack. Bettina Hornhues ist neue Vorsitzende des CDU-Kreisverbandes Bremen-Nord. Auf dem Parteitag am Donnerstagabend im Vereinsheim des Vegesacker Schützenvereins ist die 48-jährige Lesumerin als Nachfolgerin des Blumenthalers Rainer Bensch gewählt worden, der den Kreisverband seit Februar 2013 führte.

Mit Bettina Hornhues steht erstmals in der 56-jährigen Geschichte des Kreisverbandes Bremen-Nord eine Frau an der Spitze. Sie ist damit laut CDU auch bremenweit die erste Frau, die einen CDU-Kreisverband führt. Die Bankkauffrau gehört seit 2019 der CDU-Bürgerschaftsfraktion an, dort ist sie arbeitsmarktpolitische Sprecherin. Seit 2010 ist sie Mitglied im Landesvorstand der Partei. Im Vorstand des Kreisverbandes Bremen-Nord war Bettina Hornhues seit 2013 eine von drei stellvertretenden Vorsitzenden, von 2013 bis 2017 gehörte sie dem Deutschen Bundestag an.

Von 67 anwesenden Stimmberechtigten votierten 47 für Hornhues, bei 14 Gegenstimmen und sechs Enthaltungen. Als stellvertretende Vorsitzende wiedergewählt wurden Silvia Neumeyer und Hans-Gerd-Thormeier, neu in der Stellvertreter-Riege ist Wiebke Winter. Klaus Dieter Bless bleibt Schatzmeister. Komplettiert wird der neue Kreisvorstand durch zwölf Beisitzer und die Mitgliederbeauftragte Lisa Petermann.

Rainer Bensch, der sich auf seinen Funktionen als Bürgerschaftsabgeordneter und gesundheitspolitischer Sprecher der CDU-Bürgerschaftsfraktion konzentrieren will, wurde mit lang anhaltendem Applaus verabschiedet. Mit Bensch an der Spitze habe der Kreisverband viel bewegt, würdigte Hornhues seine Verdienste. Die CDU stelle heute in allen drei Nordbremer Beiräten den Beiratssprecher, sei stärkste Fraktion oder gleichauf mit der SPD. Bensch selbst machte in seinem letzten Bericht als Vorsitzender nicht viele Worte. Der Kreisverband sei „sehr gut aufgestellt“, sagte er.

Der Parteitag verabschiedete mehrere Anträge. Der Landesparteitag der CDU am 26. September wird aufgefordert, das CDU-Haus am Wall in „Jörg-Kastendiek-Haus“ umzubenennen – als Würdigung der Verdienste des 2019 verstorbenen langjährigen Nordbremer Bürgerschaftsabgeordneten, ehemaligen Senators und CDU-Landesvorsitzenden. Vom Senat fordert der Kreisverband vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie ein Sonder-Investitionsprogramm für Bremen-Nord mit dem Ziel, die Wirtschaftskraft „aktiv und nachhaltig“ zu stärken. Die Beschlüsse fielen jeweils einstimmig. Mehrheitlich angenommen wurde ein Antrag, in Zeugnissen ab der dritten Klasse wieder Zensuren einzuführen, als Ergänzung zur schriftlichen Beurteilung. Ein Antrag zum Thema Justizreform und besserer Opferschutz wurde an den Kreisvorstand überwiesen.

Einhellige Unterstützung fand ein Initiativantrag zur Strandlust Vegesack. Das Strandlust-Gelände soll als „Ort der Begegnung“ erhalten bleiben, öffentliche Veranstaltungen im Stadtgarten dürften durch das künftige Nutzungskonzept nicht beeinträchtigt werden. Eine Wohnbebauung auf dem Strandlust-Gelände kommt für die CDU Nord nicht infrage. Abgelehnt wurde ein Initiativantrag zum Stopp des Gaspipeline-Projektes North Stream 2.

Als Gastredner schalteten CDU-Landeschef Carsten Meyer-Heder und der Vorsitzende der CDU-Bürgerschaftsfraktion, Thomas Röwekamp, in den Wahlkampf-Modus. Als stärkste politische Kraft in Bremen könne die CDU gelassen in die Bundestagswahl gehen, meinte Meyer-Heder. Röwekamp blickte auf die nächste Bürgerschaftswahl. Ziel sei, mit noch mehr Stimmen „das Rathaus zu erobern“.

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