Aktionsgemeinschaft Bremer Schweiz Ein Geschenk für den Naturschutz

In Schönebeck wollen die Naturschützer ein 8000 Quadratmeter großes Grundstück in den kommenden Jahren naturnah entwickeln. Das Gelände „Overbecks Wiese“ haben sie geschenkt bekommen.
27.03.2019, 16:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Gabriela Keller

Bremen-Nord/Schwanewede. Mit der Renaturierung eines Teilstücks der Schwaneweder Beeke haben sie gerade erst ein Mammutprojekt abgeschlossen, schon planen die Naturschützer der Aktionsgemeinschaft Bremer Schweiz (AGBS) ein neues Vorhaben. In Schönebeck will der Verein ein 8000 Quadratmeter großes Grundstück zwischen der Straße An der Aue und der Schönebecker Aue in den kommenden Jahren naturnah entwickeln.

Die Weichen wurden im vergangenen Jahr gestellt, berichtet die AGBS in ihrem jetzt vorgelegten Jahresbericht 2018. Vereinsmitglied Gertrud Overbeck bot der Aktionsgemeinschaft „Overbecks Wiese“ als Schenkung an, die das Areal dankend angenommen hat. „Die AGBS ist jetzt Grundstückseigentümerin, das ist für uns Neuland“, sagt die Vorsitzende Susanne Wagner. Bei dem Grundstück handelt es sich um eine Fläche im Überschwemmungsgebiet der Schönebecker Aue mit seltenem Feuchtgrünland, das ein Landwirt extensiv beweidet, und aufwachsendem Wald. Auch ein paar alte Eichen stehen dort.

Die AGBS spricht von einem „Kleinod“. In einem ersten Schritt plant der Verein eine Bestandsaufnahme der Pflanzen- und Tierwelt auf dem Gelände. Die Kartierung soll Grundlage sein für weitere Überlegungen für eine naturnahe Entwicklung des Areals. Das Projekt ist Thema bei der Jahreshauptversammlung der AGBS am Donnerstag, 4. April, ab 19.30 Uhr im Küsterhaus in Schwanewede.

Ein Meilenstein im vergangenen Jahr war der Abschluss der naturnahen Umgestaltung eines Teilabschnitts der Schwaneweder Beeke. Von der ersten Idee bis zur Umsetzung des Projektes, das die AGBS mit weiteren Umweltverbänden durchführte, gingen vier Jahre ins Land. Jetzt schlängelt sich der Bach auf 300 Metern wieder in einem naturnahen Bett mit flachen Ufern, es gibt Überschwemmungsbereiche. Im Herbst wurde der Wall zu einem angrenzenden Acker mit über 300 heimischen Blühsträuchern bepflanzt. Bei Führungen und anderen Veranstaltungen will die AGBS den naturnah wiederhergestellten Gewässerabschnitt interessierten Bürgern vorstellen.

Die Renaturierung am Bachlauf soll damit nicht beendet sein. Auf der Wunschliste steht die Umgestaltung von zwei weiteren Abschnitten. Nach Angaben der Aktionsgemeinschaft plant der Bund für Umwelt und Naturschutz in der Nähe des bereits fertigen Teilstücks eine ähnliche Maßnahme, die Gemeinde Schwanewede will im Bereich der ehemaligen Schwaneweder Burganlage tätig werden.

Schutz und Erhalt der Schönebecker Aue und des Auetals liegen der Aktionsgemeinschaft seit ihrer Gründung am Herzen. Deshalb freuen sich die Naturschützer über Pläne, das Auetal nördlich der Autobahn 27 als Naturschutzgebiet auszuweisen. „Mit der teilweisen Unterschutzstellung geht eine langjährige Forderung der AGBS in Erfüllung“, heißt es im Jahresbericht. Ganz zufrieden sind die Naturschützer aber nicht. „Wir hätten uns eine Einbeziehung der Quelltäler im Oberlauf und den Aueabschnitt zwischen der Autobahn und der Landesgrenze Bremen/Niedersachsen in die Schutzgebietskulisse gewünscht.“ Die AGBS will sich im Zuge geplanter Umgestaltungen des Vegesacker Bahnhofsvorplatzes und an der Grohner Düne dafür einsetzen, dass die Schönebecker Aue zwischen Uhthoffstraße und Hafen mehr Raum bekommt und für Spaziergänger erlebbarer wird.

Auf Widerstand beim Verein stößt ein geplantes neues Wohngebiet mit 38 Einfamilienhäusern in Löhnhorst. Der „Wohnpark Grävenhorst“ soll im Landschaftsschutzgebiet Bremer Schweiz entstehen. Die Naturschützer lehnen das Vorhaben ab. „Landschaftsschutzgebiete sind keine Baulandreserve.“

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