Osterholz „Sing Bremen“ sing!

Beim ersten Geburtstagsfest von „Sing Bremen“ wurde – selbstverständlich – munter gesungen und getanzt. Vor einem Jahr hat der Kulturverein Haus im Park das Projekt vorgestellt, mittlerweile wird Sing Bremen von 70 Singpatinnen und -paten ehrenamtlich unterstützt. Sie besuchen einmal in der Woche Kindergartengruppen, um gemeinsam mit ihnen zu singen. Auf dem Geburtstagsfest betonte Vokalpädagogin Barbara Völkel in einem Vortrag die Bedeutung des Singens für Kinder.
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Von Hasan Gökkaya

Beim ersten Geburtstagsfest von „Sing Bremen“ wurde – selbstverständlich – munter gesungen und getanzt. Vor einem Jahr hat der Kulturverein Haus im Park das Projekt vorgestellt, mittlerweile wird Sing Bremen von 70 Singpatinnen und -paten ehrenamtlich unterstützt. Sie besuchen einmal in der Woche Kindergartengruppen, um gemeinsam mit ihnen zu singen. Auf dem Geburtstagsfest betonte Vokalpädagogin Barbara Völkel in einem Vortrag die Bedeutung des Singens für Kinder.

Als Stephan Uhlig, Markus Riemann und die Brüder David und Nicolas Jehn zur Einstimmung Musik spielten, klatschten die 50 Besucherinnen und Besucher fröhlich mit. Da es das einjährige Geburtstagsfest von „Sing Bremen“ war, gefeiert im Kulturverein Haus im Park, dem Veranstaltungszentrum der Kulturambulanz am Klinikum Bremen-Ost, wagte Stephan Uhlig im Anschluss auch einen Jahresrückblick. „Wir haben es inzwischen geschafft, 70 Singpatinnen und Singpaten und über zehn Kitas, die sich für das Projekt interessieren, zu erreichen.“ Der 55-jährige künstlerische Mitarbeiter in der Kulturambulanz betonte zudem, dass es dennoch Singpaten ohne eine Einrichtung und Einrichtungen ohne Singpaten gebe.

Mit Einrichtungen sind Kindergärten gemeint, die durch das Projekt Sing Bremen ehrenamtlichen Singpaten, also Menschen verschiedener Generationen und Kulturen, die Möglichkeit geben, mit einer Kindergartengruppe einmal wöchentlich für eine Stunde gemeinsam zu singen. Dabei knüpfe das Konzept an die Erfahrungen des Singpatenprojektes „Canto elementar“ an, die bei Sing Bremen mit künstlerischer Arbeit und interkulturellen Aspekten bereichert werden.

„Die Singpaten gehen immer in Gruppen zu den Kindergärten, so ist nie jemand alleine und außerdem ist es dann nicht problematisch, wenn mal jemand nicht kann“, erläuterte Stephan Uhlig. Der multikulturelle Ansatz stelle einen Schwerpunkt der Arbeit dar, dieser ziele darauf, durch das Singen die vielen Kulturen besser miteinander zu verknüpfen und zu verstehen. „In diesem Stadtteil hier haben wir zwar 80 Kulturen, aber wir wissen noch wenig übereinander“, sagt der Findorffer.

Gefördert wird Sing Bremen durch die Bremer Landesbank in Kooperation mit der „Start Jugend Kunst Stiftung Bremen“ und Kita Bremen. Als Träger fungiert das Haus im Park, zusammen mit Stephan Uhlig besteht das Team von Sing Bremen aus insgesamt fünf Personen. Das Projekt wird mit einem Einstiegsseminar und einer kontinuierlichen Betreuung durch Weiterbildung und Beratung begleitet. Damit sind vier Seminare in den jeweiligen Kindergärten und einige große Nachmittagsveranstaltungen für die Singpaten und die Einrichtungen gemeint. Nach zwei Jahren endet die Betreuung für die Ehrenamtlichen, dann hoffe man, dass sie das Projekt selbstständig weiterführen können.

Die Vokalpädagogin Barbara Völkel ergänzte das Geburtstagfest mit einem Vortrag über das Singen mit Kindern. Dabei ging sie auch auf die Anatomie des Körpers ein, um zu verdeutlichen, weshalb mit Kindern in höheren und nicht tieferen Tonlagen gesungen werden soll. „Wenn Kinder die Lieder von Erwachsenen nachsingen, können sie die tieferen Bereiche eher schlecht ausgleichen“, erklärte Barbara Völkel, „das führt dann mehr zu Krach und zu hoher Lautstärke, was ungesund ist.“

Während des Vortrags animierte sie die Gruppe auch dazu, sich zu bewegen und zu singen. Die Texte der Volkslieder waren dem meist älteren Publikum bekannt. Nur, warum müssen es Volkslieder sein? Völkel meint, dass Volkslieder sich schon über Jahrhunderte bewährt haben. Außerdem seien es sogenannte Legato-Lieder, also gebundene Gesänge. „Es geht ein Ton in den anderen über, deshalb werden die Muskeln beim Singen auf eine gesunde Weise beansprucht.“

Neben ihrem Lehrauftrag an der Hochschule in Osnabrück für Stimmbildung und vokales Klassenmusizieren, forscht Barbara Völkel derzeit auch, um das Singen mit Kindern im Schulalltag zu etablieren. Sie betrachtet die derzeitige Situation in den Kindergärten kritisch: „Es wird kaum noch mit Kindern gesungen, obwohl die Forschung bewiesen hat, dass das gesund ist.“ Das Projekt Sing Bremen sei eine tolle Initiative, jedoch müssten bereits die Lehrer regelmäßig mit den Kindern singen, damit es effektiv ist, betont die Vokalpädagogin.

Weitere Informationen zu „Sing Bremen“ gibt es unter Telefon 408-2757 und im Internet auf www.sing-bremen.de

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