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Sigmar Gabriel Zu Gast in Bassum
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Bassum empfängt Sigmar Gabriel

Richard Reiners 20.05.2019 0 Kommentare

„Zeitenwende in der Welt- und Europapolitik“ lautete ein Thema, mit dem sich Sigmar Gabriel unter anderem beim Symposium in Bassum beschäftigte.
„Zeitenwende in der Welt- und Europapolitik“ lautete ein Thema, mit dem sich Sigmar Gabriel unter anderem beim Symposium in Bassum beschäftigte. (Richard Reiners)

Bassum. Seine Partei schwebt nicht gerade auf einem Luftkissen guter Umfragen eine Woche vor der Europawahl – dem Tag aller Tage, an dem die Entscheidung fällt, wohin es mit Europa geht. Aber Sigmar Gabriel kommt, und er ist pünktlich. Verdammt pünktlich. Die Rede ist vom dritten Manfred-Krause-Symposium der Bassumer SPD, das am Sonnabend im Marie-Juchacz-Treff am Bahnhof stattfand.

Eine leichte Anspannung der Organisatoren war zu spüren, „kommt er mit der Bahn oder doch mit dem Auto?„ Nun saß er, einige Minuten vor 15 Uhr, in der ersten Reihe und wartete neben weiteren 40 Gästen auf seine Begrüßung. Diese übernahm SPD-Ortsvereinsvorsitzende Luzia Moldenhauer. „Ich freue mich heute auch, die Namensgeberin unserer neuen Räume, die Sozialdemokratin, Sozialreformerin und Frauenrechtlerin Marie Juchazc würdigen zu dürfen“, so Moldenhauer.

Mit Sigmar Gabriel hatte die Bassumer SPD keinen geringeren, als den ehemaligen Bundesparteivorsitzenden der SPD, den ehemaligen Vizekanzler sowie den ehemaligen Ministerpräsidenten des Landes Niedersachsen gewinnen können. Vor diesem Hintergrund versuchte der SPD-Fraktionsvorsitzende Christoph Lanzendörfer seinen Status und den Gabriels richtig einzuordnen. „Nehmen wir mal den kleinen, niedersächsischen Ort Drochtersen. Der hatte zum DFB Pokalspiel den FC Bayern zu Gast. In dieses Verhältnis versuche ich gerade, unsere Positionen in der Partei zu rücken“, witzelte Lanzendörfer in Richtung Gabriel. Der antwortete, dass er Werder-Fan sei, vielleicht verringere das ja den Abstand.

„Zuhören und anpacken – Politik in Zeiten zunehmender Wut“ lautete das Einstiegsthema Lanzendörfers. „Es sind die Bahngleise 19 bis 23 am Münchener Hauptbahnhof, auf denen 2015 zahlreiche Waggons mit Kriegsflüchtlingen und politisch verfolgten Flüchtlingen aus Budapest eintrafen“, erzählte Lanzendörfer. Auf eine spontane Hilfswelle der bayerischen Staatsregierung wird ein 55 Jahre alter Mann am nächsten Tag aufmerksam. Dieser fühlt sich, ob der Hilfsbereitschaft, zurückversetzt und ungleich behandelt. „Jetzt schlägt die Angst, die er in sich trägt, um in Wut. Ängste kann man bekämpfen, Wut bleibt“, so der SPD-Mann.

„Zeitenwende in der Welt- und Europapolitik“ ist darauffolgend das Thema von Gabriel. Als er das Rednerpult betrat, sandte er im Unterbewusstsein jene Schwingungen aus, die noch einen Hauch von der Macht in sich haben, die er einmal besaß. Dennoch begab er sich schnell auf die Ebene der Kommunalpolitiker. „Ein schöner Ansatz, ein Symposium zu Ehren eines verdienten Kommunalpolitikers mit der Verknüpfung zu Frau Juchazc. Beides einfache Menschen", sagte Gabriel. "Manfred Krause, Postbeamter, und Marie Juchazc, Dienstmädchen und Fabrikarbeiterin. Auch Willy Brandt kam aus einfachen Verhältnissen und hat es in der SPD weit gebracht. Das zeichnet unsere Partei aus."

Dann kam er zur großen Weltpolitik mit all ihren Problemen. Und er holte weit aus. Ging zurück in die Zeit, in der Venedig die größte Handelsmetropole der Welt war. „Die einstige See- und Handelsmacht verlor jedoch um 1450 mit der Eroberung Konstantinopels durch die Osmanen zusehends an Macht und wurde in einen 300 Jahre andauernden Krieg mit den Türken verwickelt. Und durch die Entdeckung Amerikas verlagerte sich das Handelszentrum vom Mittelmeer in den Atlantik“, so Gabriel. „Merken wir eigentlich, was momentan mit uns passiert? Erleben wir zurzeit nicht ein übersteigertes Kaufinteresse der Chinesen?“, fragte er in die Runde.

Jetzt sei Europa gefragt. „Trump glaubt nicht an eine internationale Gemeinschaft. Er setzt auf Stärke und Ellenbogenpolitik. Trump will Kampf“, sagt Gabriel. „Europa muss zusammenhalten. Deutschland spielt in diesem Europa eine wichtige Rolle und muss dafür sorgen, dass es den anderen Mitgliedsländern gut geht, denn wir sind ein Exportland und von ihnen abhängig“, mahnte er. "Was unsere Eltern und Großeltern aufgebaut haben, dürfen wir nicht aufs Spiel setzen.“ Die Anerkennung unserer Lebensleistung beschrieb er so: „Nicht einmal ein ganzes Menschenleben haben wir benötigt, um von Auschwitz zu einem gemeinsamen  Europa zu kommen. Ist das nichts?“ Gabriel kommt wortgewandt daher. Geduldig beantwortete er noch Fragen von den Zuhörern, um sich dann höflich in das Wochenende zu verabschieden.


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Leserkommentare
darkstarbremen am 21.10.2019 19:36
Endlich ein richtiger Ansatz in der Ausbildung. Das ist sehr zu fördern. Und was wird mit den anderen Studiengängen in der Pflege in Bremen?
darkstarbremen am 21.10.2019 19:31
Inwiefern wurden denn die Gehälter der Pflege in Kliniken gedrückt? Der TVÖD Pflege in den Kliniken wurde nicht gesenkt. Das ist auch richtig so. Nur ...