Dennis Hammer vom TSV Bassum war einst der jüngste C-Lizenz-Inhaber Deutschlands Ein bisschen prominent

Bassum. „Ich hatte nicht gedacht, dass das so schnell gehen würde“, staunt Dennis Hammer immer noch über die Ereignisse vor acht Jahren. Der mittlerweile 23-Jährige kickte damals für die zweite B-Junioren-Mannschaft des TSV Bassum – allerdings ohne Trainer.
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Von Kim Patrick Puhlmann

„Ich hatte nicht gedacht, dass das so schnell gehen würde“, staunt Dennis Hammer immer noch über die Ereignisse vor acht Jahren. Der mittlerweile 23-Jährige kickte damals für die zweite B-Junioren-Mannschaft des TSV Bassum – allerdings ohne Trainer. „Keiner aus dem Verein stand hinter dem Team, wir hatten keine richtige Struktur, nicht einmal einen guten Trikotsatz“, erinnert sich Hammer. Das passte ihm nicht, er wollte selbst Coach werden – und der Vorstand erfüllte ihm den Wunsch. Zwar nicht für seine Mannschaft, allerdings wurde er nach Absprache mit dem damaligen Spartenleiter Jürgen Schäfer mit gerade einmal 14-Jahren Übungsleiter der dritten E-Junioren.

Als Jugendlicher bereits Trainer – das sprach sich schnell herum: Im Jahr 2008 erhielt er von der Sport-Bild den Jugendförder-Preis, ein Beitrag von Hammer als Deutschlands jüngster C-Lizenz-Inhaber wurde in der Fernsehsendung „buten un binnen“ ausgestrahlt. „Ich bin damals als Coach ins kalte Wasser gesprungen. Da merkte ich erst, was der Trainerjob alles mit sich bringt“, erklärt der Bassumer, dessen Vorbilder damals die Trainergrößen Jürgen Klopp und Ottmar Hitzfeld waren.

Über die Jahre wurden Hammer immer mehr Aufgaben anvertraut. Mittlerweile ist er schon fast Mister Bassum. Er gehört zum Gesamtvorstand, arbeitet als Jugendleiter und ist seit drei Jahren sogar Staffelleiter beim Niedersächsischen Fußball-Verband. „Ich habe aufgrund meiner vielseitigen Tätigkeitsfelder mittlerweile drei Angebote von anderen Vereinen abgelehnt. Einmal Bassum, immer Bassum“, betont Hammer.

Seine früh begonnene Trainerkarriere forderte jedoch Opfer. „Ich habe damals selbst mit dem Fußball-Spielen aufgehört, das ließ die Zeit einfach nicht mehr zu“, bestätigt er. Denn seine Zeit und Konzentration steckte er vollends in seine Arbeit als Coach – und das mit Erfolg. Denn bereits in seiner ersten Saison als B-Jugend-Trainer – vor drei Jahren – stieg er mit dem Team in die Bezirksliga auf. Ein Wermutstropfen gibt es jedoch. Als Nachwuchs-Coach arbeitet man nur selten mehr als zwei Jahre mit den gleichen Spielern zusammen. „Es ist immer schwierig, Jungs abzugeben, jedes Jahr“, gibt Hammer zu.

Doch über die Jahre hätten sich enorm viele Freundschaften entwickelt, die meisten Nachwuchskicker beim TSV Bassum kamen nicht an Dennis Hammer vorbei, er kennt viele von ihnen seit mindestens fünf Jahren. „Ich sehe die Entwicklung meiner Schützlinge. Ich lerne die Kinder oft als extrem schüchtern kennen, später halten sie dann große Vorträge“, berichtet Hammer schmunzelnd. Und nicht nur das: „Auch ich habe mich selbst charakterlich entwickelt“, erzählt er. Der 23-Jährige hätte vor seiner Trainertätigkeit kaum vor anderen Menschen reden können, mittlerweile meistert er solche Situationen ohne jegliche Probleme.

Trotz Hammers Erfolgsgeschichte erfuhr der Kaufmann für Büromanagement in diesem Jahr einen herben Verlust. Sein langjähriger Co-Trainer Ingo Röpe verstarb nach schwerer Krankheit. „Das war mit Abstand das emotionalste, was ich als Trainer erlebt habe“, gesteht Hammer, der bei dieser Aussage nachdenklich wirkt. „Zwei Tage nach seinem Tod haben wir das Bezirkspokal-Spiel gegen den TV Stuhr nach einem 0:2-Rückstand für Ingo noch gedreht.“

Es sind diese Momente, die den Trainer und Menschen Dennis Hammer einfach nur stolz machen. Übers Aufhören hat er noch keine Sekunde lang nachgedacht.

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