Deutsche Eishockey-Liga "Das ist Bremerhavener Hockey"

Für den Teammanager der Fischtown Pinguins, Alfred Prey, sind die sechs Punkte aus den ersten beiden Spielen nicht mehr als ein geglückter Saisonstart. Er sieht keinen Anlass, nun neue Ziele auszugeben.
21.09.2022, 06:01
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Von Jörg Niemeyer

Mit zwei Siegen zu Hause über die Bietigheim Steelers (3:1) und auswärts bei den Löwen Frankfurt (4:3) sind die Fischtown Pinguins in der Deutschen Eishockey-Liga glänzend aus den Startlöchern gekommen. Noch besser war die frühe Bilanz der Bremerhavener nur in der Saison 2019/20, als sie mit zwei Siegen – 1:0 bei der Düsseldorfer EG und 5:0 gegen die Eisbären Berlin – und insgesamt 6:0 Toren loslegten. Doch Alfred Prey denkt gar nicht daran, die bescheiden ausgegebenen Ziele für die siebte Spielzeit der Pinguins in der höchsten deutschen Spielklasse zu korrigieren. Der WESER-KURIER sprach mit dem langjährigen Teammanager über ...

... das 4:3 nach 0:3 in Frankfurt:

"Ganz ehrlich: Das ist Bremerhavener Hockey – du musst immer mit den Pinguins rechnen. Wir haben gesehen, dass wir uns auf das Team verlassen können. Als wir das 1:3 erzielt haben, war ich mir sicher, dass wir das Spiel noch gewinnen, weil die drei Gegentore im ersten Drittel zum Teil sehr unglücklich für uns zustande gekommen waren. Es war eine tolle Leistung unserer Mannschaft."

... den geglückten Saisonstart:

"Dabei war das Auftaktprogramm gar nicht so einfach. Gegen Bietigheim waren wir der vermeintliche Favorit. Dazu kam der Druck, vor eigenem Publikum gegen ein Team zu gewinnen, das vermutlich vor allem in der Abwehr hinten drin stehen wird. Die Aufgabe haben wir mit Geduld gelöst. Und dann fahren wir nach Frankfurt gegen einen hoch motivierten Aufsteiger, der sich vor mehr als 5500 begeisterten und erwartungsvollen Zuschauern nach zwölf Jahren in der DEL zurückmeldet. Auch diesen Auftritt haben wir mit dem 4:3 in Ruhe und Gelassenheit gemeistert."

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... über die Zuschauerzahl im Heimspiel:

"Ich hatte mir mehr als 3700 erhofft, aber in Zeiten der Nach-Pandemie und des Ukraine-Kriegs nicht mehr erwartet. Wir leben gerade in einer Zeit, in der man sich erst zurecht finden muss – das gilt im Sport nicht nur für Eishockey. Ich will aber nicht klagen. Wir müssen mit guten Leistungen und Emotionen unseren Fans das Live-Erlebnis in der Eisarena wieder schmackhaft machen."

... über die Qualität der neuen Pinguins:

"Meine Frau sagt immer zu mir: Sag' bloß nicht, dass ihr eine gute Mannschaft seid... Aber auf jeden Fall sind wir von unserem neuen Team überzeugt. In der Abwehr sind wir stärker geworden, außerdem sind wir eingespielt, weil wir immer versuchen, nach einer Saison den Großteil der Mannschaft zu halten. Vielleicht brauchen wir noch eine Verstärkung im Sturm, aber da haben wir keine Eile. Es soll jetzt nicht nach Tiefstapelei klingen, aber es wird trotz des guten Auftakts eine ganz schwere Spielzeit werden. Vereine wie Köln oder Iserlohn, die zuletzt hinter uns standen, haben sich enorm verstärkt. Wir müssen und wir werden weiter um jeden Punkt hart kämpfen."

... über die größten Baustellen im Verein:

"Es gibt immer kleine Baustellen. Um das Sportliche kümmern sich die Trainer, und wir müssen zusehen, dass die Zuschauer wieder ins Stadion kommen und sich die Lockerheit wieder einstellt, die uns jahrelang begleitet hat."

... über den nächsten Gegner Mannheim:

"Das ist eigentlich ein idealer Gegner für uns, weil es immer eine Schlacht zwischen David und Goliath ist, in der es für uns schon fast einem Sieg gleichkommt, wenn wir auch nur einen Punkt holen. Wir lassen uns auch nicht davon blenden, dass wir gerade sechs Punkte auf dem Konto haben und die Mannheimer noch keinen. Unser Trainer Thomas Popiesch sagt immer, dass kein Verein in den ersten zehn Ligapartien die Meisterschaft gewinnt. Diese Aussage wandle ich jetzt so ab, dass auch kein Verein den Titel in den ersten zehn Spielen verliert. Nach dem Fehlstart werden die Mannheimer am Freitag in Bremerhaven nun wohl umso mehr Dampf machen, um endlich die ersten Punkte einzufahren. Aber wir werden alles dafür tun, das zu verhindern."

... über mögliche neue Ziele des Teams:

"Die gibt es nach zwei Erfolgen nicht. Hochmut kommt vor dem Fall. Bei der Vorstellung der neuen Mannschaft hat ein junger Spieler von uns gesagt, dass das Halbfinale um die deutsche Meisterschaft sein Ziel sei. Dafür werden wir jetzt in den sozialen Medien immer wieder durch den Kakao gezogen. Nein, unser Ziel ist und bleibt das Erreichen der Pre-Playoffs, wir wollen am Ende der Hauptrunde also mindestens Tabellenzehnter sein. Das wird schon schwer genug, da dürfen wir nach zwei Siegen zu Saisonbeginn nun keinen weiteren Druck an uns heran lassen. Es wird ein harter Winter."

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