Fußball-Regionalliga

SV Atlas Delmenhorst: Der nächste Anlauf

Sechs Spiele hat der SV Atlas Delmenhorst bislang absolviert, nur zwei Unentschieden sind dabei rumgekommen. Zuletzt gab es sogar zwei Pleiten gegen direkte Konkurrenten im Abstiegskampf.
09.10.2020, 14:25
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SV Atlas Delmenhorst: Der nächste Anlauf
Von Michael Kerzel
SV Atlas Delmenhorst: Der nächste Anlauf

Musa Karli absolvierte gegen den HSC Hannover sein 100. Regionalligaspiel. Gegen den FC Oberneuland wird seine Kreativität gegen die defensivstarken Bremer gefragt sein. Flodyn Baloki (Hintergrund) fehlt gelb-rot-gesperrt.

TAMMO ERNST

Aufsteiger haben es schwer, das war auch den Verantwortlichen des SV Atlas Delmenhorst bekannt. Der Kader wurde verstärkt, der Optimismus war groß, doch mittlerweile hat Ernüchterung Einzug erhalten beziehungsweise ist gerade dabei. Zwei Punkte aus den ersten vier Partien gegen starke Konkurrenz in der Fußball-Regionalliga waren nicht gut aber okay. In der folgenden englischen Woche gegen drei direkte Konkurrenten um den Klassenerhalt sollten es aber schon sechs Punkte werden, eigentlich sogar mehr. Doch die Blau-Gelben verloren beim VfV 06 Hildesheim (2:3) und gegen den HSC Hannover (0:2). Der dritte Teil dieser eminent wichtigen Woche steht an diesem Sonntag, 15 Uhr, beim FC Oberneuland an.

Die Bremer liegen auf der drittletzten Position und haben bei einem Spiel weniger vier Punkte mehr als Atlas auf dem Konto. Der FCO könnte die Delmenhorster mit einem Sieg im Nachbarschaftsduell distanzieren, die dann logischerweise weiterhin Tabellenletzter blieben. Natürlich wäre Atlas auch bei einer weiteren Pleite noch lange nicht abgeschrieben, da jedoch aus dieser Südstaffel sowie der parallelen Nordstaffel insgesamt fünf Teams absteigen, würde die Luft dünner.

Eine große Rolle spielt der Kopf: Atlas spielte sich in fast allen Partien viele Torchancen heraus, nutze diese jedoch nicht und fabrizierte dazu defensiv immer wieder kapitale Fehler, die zu Gegentreffern führten. „Je weiter so eine Serie, wo man die Spiele nicht gewinnt und trotzdem immer noch viele positive Sachen dabei hat, gehen wird, desto schwieriger ist es natürlich irgendwann, in die Köpfe der Jungs reinzukommen“, sagte SVA-Coach Key Riebau. Nach der Niederlage gegen Hannover am Mittwoch kündigte er für den Folgetag viele Einzelgespräche sowie Regeneration an. „Dann muss man sicherlich einfach noch mal durch diese Gespräche, durch viel Zuhören, aber auch Annehmen der Spieler versuchen, ein Stück weit die Köpfe freizukriegen“, blickte er voraus.

Mit Oberneuland und Atlas treffen die beiden torungefährlichsten Teams aufeinander, neben diesen beiden liegt nur Hildesheim bei weniger als einem Treffer pro Partie. „Im Grunde ist es mir im Moment egal, gegen wen wir spielen. Natürlich ist es am Ende nicht ganz unwichtig, weil man die direkten Vergleiche hat. Aber wir brauchen jetzt erst mal Punkte und Selbstvertrauen. Das holt man sich durch Siege. Deswegen ist der Gegner egal. Wir als Team müssen zusehen, dass wir Erfolgserlebnisse sammeln und uns darüber aufbauen und weiter pushen“, sagt Riebau.

Vom Kader her ist Atlas nicht der Außenseiter, doch Oberneuland überzeugte in der Liga bereits, siegte beim SSV Jeddeloh und daheim gegen die U23 des VfL Wolfsburg jeweils mit 1:0. Auch die drei Niederlagen gegen Havelse (0:2), Hannover 96 (2:3) und VfB Oldenburg (0:1) waren knapp. Dennoch geht Atlas-Spieler Julian Harings selbstbewusst in das Duell, das ohne Zuschauer ausgetragen wird. „Oberneuland ist genau wie Hannover und Hildesheim ein Gegner, den wir schlagen müssen. Wenn man sieht, wie wir uns die Chancen rausgespielt haben: Wir haben die Qualität. Wir brauchen halt nur den ersten Dreier und dann läuft das auch“, meint er.–

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