FUSSBALL-BEZIRKSLIGA 3 Vogelwilde Defensive

Der FC Verden 04 hatte es eilig. Es waren gerade einmal 34 Minuten gespielt, da stand es bereits 7:0 für die Gäste. So konnte der ATSV Scharmbeckstotel am Ende sogar noch mit dem 0:8 noch gut leben.
13.05.2018, 20:13
Lesedauer: 2 Min
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Vogelwilde Defensive
Von Werner Maaß

Scharmbeckstotel. Als sich die Trainer beider Teams gleich nach Spielschluss an der Mittellinie die Hand schüttelten, da traf Philipp Meinke mit seinen Worten den Nagel auf den Kopf: „Vielen Dank für die kostenlose Lehrstunde“, sagte der junge Coach des ATSV Scharmbeckstotel. Und jene Demut war durchaus angebracht, denn der FC Verden 04 hatte bei dem 8:0-Erfolg in der Fußball-Bezirksliga 3 vor allem im ersten Abschnitt eindrucksvollen Anschauungsunterricht geboten. 7:0 stand es nach den ersten 45 Minuten, der Auftritt der Gäste war nichts Anderes als meisterlich.

Verdens Trainer Sascha Lindhorst nahm die warmen Worte seines Kollegen gerne an. Doch er relativierte sogleich: „Ehrlich gesagt habt ihr es uns aber auch ziemlich leicht gemacht. Ihr habt viel zu hoch gestanden, so war es gar nicht schwierig, die Tore zu erzielen.“ Lindhorst wunderte sich über einen Gegner, der unerwartet früh attackierte und damit den vom Potenzial her deutlich überlegenen Gästen jenen Raum gab, den der Spitzenreiter für sein überfallartiges Konterspiel benötigte. Vor allem das Quartett mit Maximilian Schulwitz in der Spitze sowie Patrick Zimmermann, Katip Tavan und Jonas Austermann dahinter wurde von der völlig unsortierten und oftmals hilflos wirkenden ATSV-Hintermannschaft förmlich zum Toreschießen eingeladen.

Und damit hatte es der FC Verden 04 mächtig eilig. Gerade einmal 80 Sekunden waren gespielt, da stand Patrick Zimmermann nach einem Eckball von Katip Tavan sieben Meter vor dem Tor völlig blank und köpfte mühelos ein. Nur sechs Minuten später fiel das zweite Tor nach dem ähnlichen Muster: Katip Tavan bediente erneut Patrick Zimmermann, dessen Schuss vom Innenpfosten im Tor landete. Den dritten Treffer erzielte Katip Tavan selbst, mit einem langen Ball war die gesamte Hintermannschaft des ATSV ausgehebelt worden, und Tavan hatte leichtes Spiel (12.). Und es ging so weiter, fast im Minutentakt: Maximilian Schulwitz versenkte einen Elfmeter mit ein wenig Glück (21.), Jonas Austermann bestrafte die auf Abseits spielenden Gastgeber mit dem fünften Tor (23.), der körperlich sehr starke Maximilian Schulwitz schüttelte bei dem sechsten Treffer seine Gegenspieler ab wie lästige Fliegen (27.), ehe Jonas Austermann Treffer Nummer sieben erzielte. Gespielt waren bis zu diesem Zeitpunkt gerade einmal 34 Minuten – den Hausherren drohte ein Inferno, wie sie es vermutlich noch nie erleben mussten. Dabei war der ATSV Scharmbeckstotel als die Mannschaft der Stunde in diese Partie gegangen – mit der Empfehlung von zehn Spielen in Folge ohne Niederlage (sechs Siege, vier Remis).

Doch die Partie beruhigte sich nun etwas, die Gastgeber konnten das eine oder andere mal Luft holen. Vor allem nach der Pause, da nahm Verden das Tempo raus und wirkte vor dem Tor nicht mehr so gallig. Sascha Lindhorst hingegen konnte sich mit dem Rückzug nicht unbedingt anfreunden: „Wir wollten eigentlich weiter Druck machen, um auch noch etwas für unser Torverhältnis zu tun. Das könnte sogar am Ende den Ausschlag geben.“ Das Fernduell mit dem Verfolger FC Hambergen war also omnipräsent. Übrigens, als die Meldung von der Hamberger 2:0-Führung die Runde machte, genau da drehte der FC Verden 04 kurzzeitig auf und erhöhte auf 8:0: Maximilian Schulwitz war im Strafraum gefoult worden, er selbst vollstreckte zum Endstand (80.).

Bei aller Kritik am Zurückschalten seines Teams freute sich Lindhorst dennoch über eine im ersten Durchgang sehr starke Leistung seiner Mannschaft. Das Fazit seines Kollegen fiel hingegen völlig anders aus. Philipp Meinke hatte seine Elf im Vergleich zu den vorigen Wochen gar nicht wiedererkannt: „Wir hatten uns eigentlich einen völlig anderen Matchplan zurechtgelegt. Aber wenn man so schnell in Rückstand gerät und dann immer wieder nach dem gleichen Muster ausgespielt wird, dann kommt am Ende so etwas dabei raus.“

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