Bezirksliga: SV Atlas macht das Spitzenspiel zu einer einseitigen Angelegenheit und fertigt Obenstrohe mit 6:1 ab Von wegen Augenhöhe

Delmenhorst. Auf dem Papier war es das absolute Spitzenspiel der Fußball-Bezirksliga, doch dann staunten die rund 1200 Zuschauer im Stadion an der Düsternortstraße nicht schlecht. Zwischen dem Tabellenführer SV Atlas Delmenhorst und dem bis dahin ärgsten Verfolger TuS Obenstrohe herrschte ein Klassenunterschied – mindestens.
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Von Kim Patrick Puhlmann

Auf dem Papier war es das absolute Spitzenspiel der Fußball-Bezirksliga, doch dann staunten die rund 1200 Zuschauer im Stadion an der Düsternortstraße nicht schlecht. Zwischen dem Tabellenführer SV Atlas Delmenhorst und dem bis dahin ärgsten Verfolger TuS Obenstrohe herrschte ein Klassenunterschied – mindestens. Gleich mit 6:1 (3:1) gewann der SVA am Sonnabend, während die ebenso nervösen wie harmlosen Obenstroher in 90 Minuten gerade einmal zu zwei ernst zu nehmenden Möglichkeiten kamen. „Der Sieg ist auch in der Höhe verdient“, bilanzierte Atlas-Trainer Jürgen Hahn kurz nach dem Abpfiff, während sich seine Spieler im Hintergrund von den eigenen Fans lautstark feiern ließen.

Zu keinem Zeitpunkt der Partie bestand ein Zweifel daran, wer als Sieger den Platz verlassen würde. „Dieses Ergebnis ist ein großes Ausrufezeichen“, betonte Hahn mit Blick auf die Konkurrenz. Seine Mannschaft ist nun auch nach zwölf Partien weiterhin ungeschlagen. Den Gegner aus Obenstrohe hatte Hahn im Vorfeld genau beobachtet und seine Mannschaft dementsprechend eingestellt. „Wir hatten einen Plan, und den haben wir wunderbar umgesetzt. Wir wussten, dass Obenstrohe eine sehr starke Offensive hat. Genauso bewusst waren uns die Defizite in der Defensive“, erklärte der Atlas-Coach.

Die Schwächen ihres Gegner zeigten die Delmenhorster gnadenlos auf. Das beste Beispiel lieferte schon die sechste Spielminute, in der Obenstrohes Kai Schröder ein Rückpass völlig misslang. Iman Bi-Ria ging dazwischen und hatte wenig Mühe, das 1:0 zu erzielen. In der 20. Minute musste der Torschütze dann schon ausgewechselt werden, nachdem er sich bei einem Sprint verletzt hatte. Ein Qualitätsverlust war nach Bi-Rias Ausscheiden allerdings keineswegs zu erkennen. Für ihn kam Lars Scholz in die Partie. „Unser Plan war es eigentlich, mit Lars als Joker im späteren Verlauf des Spiels nachzulegen. Dass wir das aufgrund der Verletzung so schnell machen mussten, war so nicht gedacht“, sagte Hahn, der sich dabei ein Lachen nicht verkneifen konnte. Denn was Scholz anschließend auf dem Platz zeigte, war beeindruckend. Die Nummer 33 war an vier Atlas-Toren beteiligt. „Ich hatte in den vergangenen zwei Spielen nicht die gewünschte Leistung gebracht, sodass ich zu Recht auf der Bank saß“, sagte Scholz nach der Partie. „Umso besser, dass ich mich schnell wieder beweisen konnte.“

In der 38. Minute setzte sich der Atlas-Joker auf der rechten Außenbahn durch und bediente den wieder genesenen Torjäger Dominik Entelmann, der das 2:0 erzielte. Noch vor der Pause legte Entelmann das 3:0 nach – es war sein elfter Saisontreffer (45.+1). Im direkten Gegenzug verkürzte Obenstrohes Pascal Beyer auf 1:3 und ließ dem tadellos haltenden Atlas-Torwart Florian Urbainski, der erneut David Lohmann vertrat, keine Chance (45.+2). Wer gedacht hatte, dass die Gäste mit ihrer starken Offensive nach dem Seitenwechsel einen Sturmlauf starten würden, sah sich jedoch vollends getäuscht. Stattdessen stellten die Obenstroher ihre Angriffsbemühungen nun komplett ein. Also sorgte Scholz für die Vorentscheidung, als er über das halbe Spielfeld sprintete, und sein Gegenspieler Christian-Günter Albers den Ball dann beim Klärungsversuch ins eigene Netz grätschte – 4:1 (58.). „Unsere Spieler, die wir von der Bank auf den Rasen geschickt haben, hatten schon eine gewisse Qualität“, sagte Hahn zufrieden. Das galt nicht nur für Scholz, sondern auch für die eingewechselten Musa Karli und Maximilian Klatte, die sich sofort gut ins Spiel der Gastgeber einfügten. Nach einer sehenswerten Kombination zwischen Scholz und Entelmann traf Karli zum 5:1 (69.). Zu diesem Zeitpunkt stand der Spielmacher gerade einmal fünf Minuten auf dem Platz. Etwas mehr Zeit benötigte Klatte, der nach Vorarbeit von Scholz den 6:1-Schlusspunkt setzte (87.). Es war sein erstes Ligator für den SV Atlas, dafür wurde Klatte nach dem Abpfiff von den Fans auf der Tribüne ausgiebig gefeiert.

„Heute hat ganz viel von dem geklappt, was wir uns vorgenommen hatten“, unterstrich Hahn. Nach zuvor zwei Unentschieden herrschte bei den Blau-Gelben im Anschluss an den Kantersieg gegen einen Titelrivalen große Zufriedenheit, zumal gestern mit Frisia Wilhelmshaven noch ein weiterer Verfolger verlor. Die Obenstroher wirkten dagegen fassungslos. Trainer Rainer Kocks schüttelte wiederholt den Kopf. Sechs Punkte Rückstand sind es nun auf den SV Atlas, und die torgefährlichste Mannschaft der Bezirksliga kommt seit Sonnabend nicht mehr aus Obenstrohe, sondern aus Delmenhorst.

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