Freizeitbad in Delmenhorst "Delfina" offenbar teurer als gedacht

Delmenhorst. Es hatte sich angedeutet, nun ist es heraus: Die Bauarbeiten am neuen Freizeitbad haben sich verzögert. Es kann im schlimmsten Fall erst ein Vierteljahr später als geplant eröffnet werden, und es wird offenbar teurer als die bisher bekannten 22,7 Millionen Euro.
28.01.2011, 05:00
Lesedauer: 3 Min
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Von Kai Purschke

Delmenhorst. Es hatte sich angedeutet, nun ist es heraus: Die Bauarbeiten am neuen Freizeitbad haben sich verzögert. Es kann im schlimmsten Fall erst ein Vierteljahr später als geplant eröffnet werden, und es wird offenbar teurer als die bisher bekannten 22,7 Millionen Euro. Beides mussten die Ratsleute nach Informationen unserer Zeitung jetzt in nicht öffentlicher Sitzung schlucken, als sie über den "Sachstand Freizeitbad" informiert wurden. Aber sie erfuhren auch, dass angeblich mit Hochdruck daran gearbeitet wird, den ursprünglichen Termin zu halten.

Im Juli 2011, das hatte Stadtwerke-Geschäftsführer Hans-Ulrich Salmen offiziell stets betont, soll das neue Freizeitbad eigentlich eröffnet werden. Dessen Name steht dem Vernehmen nach noch nicht fest, "Delfina" soll es aber keinesfalls heißen, um sich vom zuletzt maroden Altschwimmbad abzuheben. Nun öffnen sich - so ist zu hören - im schlimmsten Fall erst Ende Oktober/Anfang November die Türen für die Öffentlichkeit, die ertragsreichen Sommermonate würden dem neuen Bad demnach verloren gehen. Salmen und die Architekten erklärten den Ratsleuten, dass versucht werde, den Juli-Termin zu erreichen - der Winter sei für die Verzögerung des Baus verantwortlich. Allerdings trug dazu wohl auch der verspätete Abriss des Schwimmerheims bei (wir berichteten). Die Verwaltung und Oberbürgermeister Patrick de La Lanne zogen sich deshalb den Zorn der fürs Schwimmbad verantwortlichen städtischen Tochtergesellschaft Bad GmbH zu.

Kostensteigerung möglich

Zwar hatte die Stadt fürs Bad eine Bürgschaft von 22,7 Millionen Euro übernommen, die wahren Kosten - das erfuhren offenbar die Ratsleute aktuell - liegen aber wohl heute bereits darüber. Bis auf 1,5 Prozent (340000 Euro) könnten sie sich demnach wegen der Verzögerung erhöhen. Dazu kommen noch die Kosten für das neue Schwimmerheim (575000 Euro) plus Anbindung, die neue Brücke (170000 Euro), die Versetzung der Skateranlage sowie die Bepflanzung. Und noch ist das neue Freizeitbad nicht fertig, weshalb einige Ratsleute schon jetzt damit rechnen, dass weitere Kosten folgen werden. Einige sind unerlässlich, denn das neue Bad ist modulartig aufgebaut, kann also später erweitert werden. Und wie der Rat offenbar vom Architekten erfuhr, werden Attraktivitätsimpulse nach spätestens drei bis fünf Jahren notwendig. Dafür gebe es aber Reserveflächen. Die Stadt bezuschusst das Bad mit jährlich 1,5 Millionen Euro.

Salmen rechnet mit 420000 Besuchern, die jährlich den Weg ins neue Bad finden müssen - macht bei gerechneten 360 Tagen 1167 Besucher am Tag. Die Eintrittspreise sollen unter denen des "Olantis" in Oldenburg liegen. Das, so schilderte Olantis-Sprecher Frank Hinrichs gestern auf Nachfrage, hat im Jahr durchschnittlich 550000 Besucher zu verzeichnen und bekommt einen jährlichen Zuschuss der Stadt Oldenburg, der bei knapp unter zwei Millionen Euro liegt. Hinrichs sagte, dass man registriere, was in Delmenhorst passiert, aber: "Wenn wir alle einen guten Job machen, dann profitieren wir alle davon." Im Olantis wird gerade für 1,7 Millionen Euro der Wellnessbereich erweitert.

Auch der neue Wellness-Tempel in Delmenhorst, der tatsächlich einem Tempel gleichen soll, wird sich auf dem neuesten Stand präsentieren. Ein türkisches Bad ist enthalten, und die Saunen lassen sich beispielsweise so abtrennen, dass es eine reine Frauensauna geben kann. Von außen wird das Bad aussehen wie eine Burg. Das würde auch thematisch zum geplanten Hotel in der Graft passen , das unter dem Titel "Schloss im Park" entworfen worden war und über eine Bastion verfügen soll (wir berichteten). Wenn das Freibad im Sommer noch nicht geöffnet hat, müssen die Delmenhorst wieder woanders plantschen. Dass der im vergangenen Jahr wenig erfolgreiche Bäderbus wieder ins Rosenfreibad nach Harpstedt fahren soll, ist noch kein Thema. Zumindest weiß weder die Delbus noch die Gemeinde Harpstedt davon, wie Nachfragen ergaben.

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