Werder Bremen

Beck's verlängert Vertrag mit Werder

Nach Informationen des WESER-KURIER verlängert Brauerei-Riese Anheuser-Busch Inbev den Vertrag mit Werder Bremen um mehrere Jahre - er gilt auch im Falle eines Abstiegs.
12.04.2016, 23:00
Lesedauer: 3 Min
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Von Marc Hagedorn Andreas Lesch

Es gibt in diesen Tagen auch noch gute Nachrichten für Werder Bremen: Der Brauerei-Riese Anheuser-Busch Inbev verlängert den in diesem Sommer auslaufenden Vertrag mit dem kriselnden Fußball-Bundesligisten nach Informationen des WESER-KURIER zu verbesserten Konditionen um fünf Jahre.

„Damit haben wir einen der besten Bierverträge in der Bundesliga“, sagte Werders Geschäftsführer Klaus Filbry auf Anfrage dieser Zeitung.

Inbev steht in der Hierarchie der Sponsoren bei Werder auf der dritten Stufe und ist ein sogenannter Top-Sponsor. Insgesamt erlöste Werder in der vergangenen Saison knapp 22 Millionen Euro im Sponsoring, ein gutes Drittel davon steuert Haupt- und Trikotsponsor Wiesenhof bei. Dahinter folgen Nike als Ausstatter und VW als Automobilpartner. Auf einer Stufe mit Inbev steht auch noch das Energieunternehmen EWE.

Geschätzte 1,5 bis zwei Millionen Euro zahlt Inbev pro Jahr an Werder. Das Unternehmen versorgt die Zuschauer im Weserstadion mit Haake-Beck und ist am Spielfeldrand via Bandenwerbung für seine Biersorte Beck’s präsent. Daneben haben Klub und Brauerei vor einigen Jahren das sogenannte Fan-Bier „Beck’s 12“ entwickelt. „In Bremen trinkt man zum Fußball Haake-Beck oder Beck’s, so ist das“, sagt Oliver Bartelt, Leiter der Unternehmenskommunikation bei Inbev.

Attraktive Partnerschaft

Der Deal zwischen Werder und Inbev gilt sowohl für die erste als auch für die zweite Liga. Beide Seiten bewerten dies als „Vertrauensbeweis“ (Bartelt) und „gelebte Partnerschaft“ (Filbry). Inbev ist für Werder attraktiv, da es sich um den weltgrößten Bierbrauer und entsprechend finanzstarken Unterstützer handelt. Umgekehrt ist man bei Inbev der Meinung, mit Werder trotz des drohenden Abstiegs in die zweite Liga einen attraktiven Partner vorzufinden. „Uns ist bewusst, dass Werder in einer schwierigen Phase steckt“, sagt Bartelt, „aber gerade deshalb wollen wir zeigen: Mannschaft, Sponsoren und Fans ziehen an einem Strang.“

Die Fans demonstrieren dies seit ein paar Tagen in den sozialen Medien. Unter dem Hashtag #GreenWhiteWonderwall (zu deutsch: grün-weiße Wundermauer) posten Werder-Fans, unter anderem auch der Musiker und bekennende Werder-Anhänger Jan Delay, Sprüche, Fotos, Videos, Montagen und kurze Texte – als Trostspender, Mutmacher oder kämpferischer Appell im Abstiegskampf.

„Die Marke Werder ist nach wie vor hoch angesehen“, sagt der Marketing-Experte Peter Rohlmann, dessen Agentur seit Jahren die Entwicklung in der Fußball-Bundesliga begleitet. Werder habe Tradition, einen sympathischen Markenkern und nicht zuletzt eine solidarische Fan-Gemeinde, so Rohlmann. Und für die nächsten fünf Jahre weiterhin einen Top-Sponsor namens Inbev, der als nächstes ein Aktionspaket mit Live-Musik zum Werder-Heimspiel gegen den VfB Stuttgart am 2. Mai plant. Am Tag der Fans, der traditionell Ende Juli, kurz vor dem Start in die neue Saison am Weserstadion stattfindet, soll es Freibier für alle Besucher geben.

Intensive Trainingseinheiten

Unterdessen begannen Werders Fußballer am Dienstag mit zwei intensiven Trainingseinheiten ihre Vorbereitung auf das nächste Heimspiel gegen den VfL Wolfsburg, das für den Kampf um den Klassenerhalt eine große Bedeutung haben wird. Seine Medienarbeit stellte der Klub wie angekündigt vorerst ein. Er will eine Wagenburg-Mentalität entwickeln. Der Sportpsychologe Werner Mickler findet das richtig. „Wenn der Verein den Eindruck hat, dass die Spieler sich zu sehr mit der Situation auseinandersetzen, dann kann das eine sinnvolle Strategie sein“, sagte Mickler im Interview mit dem WESER-KURIER. „Es kann den Spielern helfen, zur Ruhe zu kommen und sich nur mit der bevorstehenden Aufgabe auseinanderzusetzen.“

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Mickler kritisierte jedoch, dass Werders Geschäftsführer Thomas Eichin nach dem 1:2 gegen den FC Augsburg die Zukunft von Trainer Viktor Skripnik zwei Tage offen ließ. „Gerade in kritischen Situationen, in denen sowieso schon viele Dinge nicht so laufen, wie man’s gerne hätte, ist das eine zusätzliche Baustelle“, sagte er. „Wichtig ist aber, die Zahl dieser Baustellen zu verringern und sich total auf das Entscheidende zu konzentrieren.“ Mickler bildet künftige Fußball-Bundesligatrainer im Bereich der Sportpsychologie an der Hennes-Weisweiler-Akademie in Hennef aus.

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