Aus für Florian Kohfeldt?

Werder denkt über Trainerwechsel nach

Werder-Sportchef Frank Baumann wollte nach der enttäuschenden 0:2-Pleite gegen den FC Augsburg keine klare Aussage treffen, ob Florian Kohfeldt auch am kommenden Samstag auf der Trainerbank sitzen wird.
15.05.2021, 23:18
Lesedauer: 2 Min
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Von Björn Knips
Werder denkt über Trainerwechsel nach

War das Spiel in Augsburg der letzte Einsatz von Florian Kohfeldt als Werder-Trainer?

Nordphoto /Gumzmedia

Es war 21.26 Uhr als am Samstagabend die beiden Mannschaftsbusse des SV Werder Bremen am Sporthotel Fuchsbachtal im niedersächsischen Barsinghausen vorfuhren. Nach dem Fahrer war Florian Kohfeldt der zweite der ausstieg. Der 38-Jährige grüßte freundlich und verschwand im Hotel, das Werder nun für sein Quarantäne-Trainingslager nutzt. Es könnte einer der letzten sichtbaren Momente von ihm als Trainer des SV Werder Bremen gewesen sein. Denn Sportchef Frank Baumann wollte nach der enttäuschenden 0:2-Pleite gegen den FC Augsburg keine klare Aussage treffen, ob Kohfeldt auch am Samstag beim Endspiel um den Klassenerhalt gegen Borussia Mönchengladbach auf der Bank sitzen wird.

„Wir müssen die Enttäuschung erstmal sacken lassen“, bat Baumann im Gespräch mit der DeichStube um Verständnis. Er habe nach dem Spiel noch keine Zeit gehabt, sich mit den Verantwortlichen auszutauschen. Gemeint waren seine beiden Geschäftsführer-Kollegen Klaus Filbry und Hubertus Hess-Grunewald, aber gewiss auch Aufsichtsratschef Marco Bode. Im Alleingang wollte Baumann offenbar keine Entscheidung treffen, ob Kohfeldt noch der richtige Trainer ist.

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„Insgesamt war es heute zu wenig“, haderte der Sportchef. Er erinnerte dabei aber auch an die Vorsaison, als Werder ebenfalls am vorletzten Spieltag eine ganz bittere Niederlage in Mainz hatte einstecken müssen. Damals konnte Werder – anders als jetzt – den Klassenerhalt nicht mehr aus eigener Kraft schaffen. „Wir haben letztes Jahr eine deutlich schwierigere Situation überlebt“, sagte Baumann, wollte das aber auch nicht als Freibrief für Kohfeldt verstanden wissen: „Man muss die verschiedenen Situation für sich bewerten.“

Das wird nun passieren. Neu ist das freilich nicht. Schon vor drei Wochen hatte Baumann nach der 1:3-Pleite gegen Union Berlin eine Zukunft mit Kohfeldt offen gelassen, erst nach zweitägiger Analyse den Daumen für den Coach gehoben. Der bekam sein persönliches Endspiel im DFB-Pokal-Halbfinale gegen RB Leipzig - und durfte trotz des unglücklichen Ausscheidens weitermachen. Es folgte ein 0:0 gegen Leverkusen und nun die 0:2-Pleite in Augsburg. Von den letzten neun Bundesliga-Spielen hat Werder somit acht verloren. Nun muss Kohfeldt erneut darauf warten, ob ihm der Verein noch vertraut. Es wird sicher keine angenehme Nacht im Sporthotel Fuchsbachtal, wo Werder sein von der Deutschen Fußball-Liga (DFL) vorgeschriebenes Quarantäne-Trainingslager absolviert.

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