Vor Werders Auswärtsspiel gegen Hoffenheim Baumann: "Wäre auch mit einem Punkt zufrieden"

Das letzte Bundesliga-Spiel des Jahres 2016 führt die Werder-Profis Mittwochabend zur TSG Hoffenheim. Die Stimmen von der Pressekonferenz vor dem Spiel zum Nachlesen.
19.12.2016, 08:43
Lesedauer: 4 Min
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Baumann:
Von Klaas Mucke

Das letzte Bundesliga-Spiel des Jahres 2016 führt die Werder-Profis nach Sinsheim. Dort spielen sie am Mittwochabend um 20 Uhr gegen die TSG Hoffenheim. Die Stimmen von der Pressekonferenz vor dem Spiel zum Nachlesen.

Werder-Trainer Alexander Nouri, Geschäftsführer Sport Frank Baumann und Abwehrspieler Robert Bauer stellten sich auf der Pressekonferenz vor dem Spiel bei der TSG Hoffenheim am Mittwochabend (20 Uhr) den Fragen der Journalisten.

Baut Werder die Mini-Serie aus oder droht Werder gar auf dem Relegationsplatz zu überwintern? Wie sind die ungeschlagenen Hoffenheimer zu schlagen? Und wer feiert wie Weihnachten bei Werder? Die Antworten von der Pressekonferenz zum Nachlesen.

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Das angeschlagene Werder-Trio Clemens Fritz, Philipp Bargfrede und Claudio Pizarro wird vor dem Spiel noch behandelt und steht am Montag nicht auf dem Trainingsplatz. Aber: "Wir gehen davon aus, dass sie Mittwochabend spielbereit sind", sagt Nouri.

Alexander Nouri lobt die Arbeit von Hoffenheim-Trainer Julian Nagelsmann. "Wir wissen, dass wir in allen Bereichen eine Top-Leistung abrufen müssen." Mut und Disziplin seien gefragt, um was mitzunhemen. Wie in den letzten Spielen müsse sich Werder als Einheit präsentieren.

Wird Werder gegen Hoffenheim mit Dreier-Kette oder Vierer-Kette spielen? "Wie wir in Hoffenheim auftreten, überlegen wir noch", sagt Alexander Nouri. Beide Varianten sind denkbar. Robert Bauer dazu: "Kann in Dreier-Kette meine defensiven Stärken besser ausspielen."

Robert Bauer zur Taktik gegen Hoffenheim: "Jede Mannschaft hat Schwachpunkte." Die Offensive macht Hoffenheim konteranfällig - das sei genau das, was Werder so stark gemacht habe in den letzten Spielen.

Nouri über das Verhältnis zu Hoffenheim-Trainer Julian Nagelsmann, mit dem er den DFB-Trainerlehrgang absolviert hat: "Julian macht sehr, sehr gute Arbeit. Das Verhältnis ist gut, tauschen uns aus, wir haben ab und an Kontakt." Und: "Julian Nagelsmann ist ein Beweis dafür, dass Bundesligaerfahrung als Spieler für einen Trainer nicht immer entscheidend ist. Sein Mut und seine Akribie zeichnen ihn aus."

Wäre ein Unentschieden gegen Hoffenheim ein Erfolg? Nouri: "Wir wollen da hinfahren, ein richtig gutes Spiel machen, eine Top-Disziplin an den Tag legen - dann sehen wir, was dabei rauskommt. Aber wir wollen da natürlich hinfahren, um was mitzunehmen, das ist klar."

Frank Baumann: "Hoffenheim ist für mich in den letzten Monaten eine absolute Top-Mannschaft geworden. Ich würde mich nicht wundern, wenn wir sie nächstes Jahr in der Champions-League sehen würden. Wir fahren da nicht als Favorit hin. Entgegen meiner eigentlichen Prinzipien wäre ich auch mit einem Punkt zufrieden."

Kommt die Winterpause zu einem ungelegenen Zeitpunkt? Alexander Nouri: "Man möchte gern den Schwung mitnehmen. Aber die Hinrunde war auch kräftezehrend. Glaube, dass es den Spielern gut tut, mal ein paar Tage die Seele baumeln zu lassen und Kraft zu tanken. Glaube, das braucht jeder mal für sich."

Erstes Fazit vor der Winterpause zur bisherigen Hinrunde von Alexander Nouri: "Man kann erkennen, dass wir auf einem richtigen Weg sind. Wir sind aber noch nicht zufrieden. Auf Grundordnung und Abläufe werden wir uns in der Vorbereitung auf die Rückrunde nochmal konzentrieren müssen. Jetzt erstmal wollen wir uns voll fokussieren auf das Spiel gegen Hoffenheim."

Ist der Hoffenheimer Stürmer und Ex-Werderaner Sandro Wagner der beste Stürmer mit deutschem Pass, wie er selbst sagt? Nouri: "Er ist ein toller Spieler. Ich denke die Statistik und die Tore sprechen für sich." Frank Baumann: "Es ist unangenehm, gegen ihn zu spielen, er kann aber auch einstecken. Man sollte ihn an den Qualitäten messen, die er auf den Platz bringt. Wir haben aber unsere Qualitäten, um ihn aus dem Spiel zu nehmen."

Robert Bauer sagt, Wagner sei ein unangenehmer Gegenspieler, der sehr körperbetont spielt. "Aber ich habe auch schon im letzten Jahr gegen ihn gespielt. Müssen in der Abwehr gut zusammen arbeiten." Wagner sei sehr robust. "Aber es ist nicht so, dass er unfair spielt. Müssen als Abwehr einfach dagegen halten."

Wie viel Unruhe bringt es in einen Verein, wenn wie in Hoffenheim die Namen einiger Spieler bei größeren Klubs Interesse wecken? "Wenn eine Mannschaft gefestigt ist, dann bringt das keine Unruhe rein. Sollten nicht darauf spekulieren, dass die Hoffenheimer durch das Medieninteresse von ihrem Konzept abweichen. Wir müssen davon ausgehen, dass Hoffenheim das Beste auf den Platz bringt."

Die bisherige gute Bilanz gegen Hoffenheim spiele keine Rolle für das Spiel am Mittwochabend, sagt Frank Baumann. "Wir konzentrieren uns auf unser Spiel. Glaube, dass wir unsere Serie dort ausbauen können und Punkte einfahren."

Theoretisch wäre für Werder auch der Relegationsplatz noch zu erreichen. Spielt das eine Rolle in den Köpfen, mit der Abstiegsgefahr im Nacken überwintern zu müssen? "Wir müssen unser Spiel auf den Platz bringen, alles andere interessiert uns nicht."

Weihnachten: Robert Bauer fährt nach Hause. "War weit weg von zu Hause und freue mich jetzt auf die Familie. Versuche mich zu entspannen, damit wir dann in der Rückrunde daran arbeiten können, da unten rauszukommen."

Alexander Nouri freut sich auf die persischen Kochkünste seines Vaters. "Das ist für mich immer spektakulär." Ansonsten sei Weihnachten unspektakulär. "Wir schenken uns gemeinsame Zeit."

Ende der Pressekonferenz: Werders Mediendirektor Michael Rudolph verabschiedet sich für dieses Jahr und wünscht frohe Weihnachten und guten Rutsch.

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Vor der Pressekonferenz

Ungeschlagene Hoffenheimer:

Hoffenheim ist die einzige Bundesliga-Mannschaft, die in der aktuellen Saison noch keine Niederlage kassiert hat. Allerdings stehen nur sechs Siege aus 15 Spielen zu Buche. Heißt auch: Keine Mannschaft hat so oft unentschieden gespielt wie Hoffenheim, insgesamt neun Mal. Immerhin: Es reicht für den dritten Platz in der Bundesliga-Tabelle.

Werders Mini-Serie:

Werder könnte mit einem Unentschieden oder Sieg die kleine Serie von bisher vier ungeschlagenen Spielen in Folge ausbauen. Zumindest dann würde es auch Geschäftsführer Sport Frank Baumann als Serie anerkennen. "Eine Serie beginnt für mich erst ab fünf Spielen", sagte Baumann im Anschluss an das 1:1 im Heimspiel gegen den 1. FC Köln.

Werders Bilanz gegen Hoffenheim:

In den vergangenen fünf Jahren hat Werder in zehn Spielen in fünf Siegen und fünf Unentschieden insgesamt 20 Punkte gegen Hoffenheim geholt. Der letzte Vergleich im Februar 2016 im Weserstadion endete 1:1.

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