Bei Werder hakt es gewaltig im Sturm Junger Mann zum Toreschießen gesucht

Das 0:2 in Osnabrück war nicht nur ziemlich schmerzhaft, das frühe Aus im DFB-Pokal hat auch gezeigt, wie dringend Werder jetzt Verstärkungen für die Offensive braucht.
08.08.2021, 10:43
Lesedauer: 2 Min
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Von Daniel Cottäus

Am Ende waren es stolze 20 Versuche, was sich, rein statistisch betrachtet, durchaus sehen lassen konnte. Für Werder Bremen hatte diese Zahl am frühen Samstagabend aber keinen sonderlichen großen Wert, ganz im Gegenteil – schließlich hatte während der 0:2-Niederlage in der ersten DFB-Pokalrunde beim VfL Osnabrück keiner der Bremer Abschlüsse seinen Weg ins Tor gefunden. „Wir hatten Chancen aus dem Spiel heraus, Chancen nach Standards. Da war heute wirklich alles dabei“, haderte Trainer Markus Anfang, dessen Team mit Pfosten- und Lattentreffern zwar einerseits viel Pech gehabt, darüber hinaus andererseits aber ein großes Problem offenbart hatte: Werder fehlt es offensiv spätestens durch die bevorstehenden Abgängen von Josh Sargent und Yuya Osako (die in Osnabrück beide schon nicht mehr dabei waren) an der nötigen Qualität und Vielfalt. Ein Problem, das Anfang so beschrieb: „Ich hatte heute keinen zweiten Stürmer auf der Bank, den ich hätte einwechseln können. Das ist Fakt.“

Aus diesem Grund hatte sich Werder mit Sargents neuem Verein Norwich City extra darauf geeinigt, dass der US-Amerikaner in Osnabrück noch ein allerletztes Mal für Grün und Weiß aufläuft. Sargent ließ den Deal allerdings platzen – und sorgte damit für großen Unmut in Bremen. Am Freitag hatte er Anfang kurz vor dem Abschlusstraining mitgeteilt, dass er sich nicht mehr in der Lage sehe, zu spielen. „Die Enttäuschung darüber war schon groß“, sagte Werders Leiter Profifußball Clemens Fritz, „denn wir hatten alle fest mit Josh gerechnet.“ Auch Anfang fand es „sehr schade“, dass es so gekommen ist, weil er seinen Plan für das Osnabrück-Spiel kurzfristig umbauen musste und ihm in Sargent plötzlich der gefeierte Doppeltorschütze von Düsseldorf fehlte. Dass Mittelstürmer Niclas Füllkrug die Rolle des Torjägers bisher nicht einnehmen kann, erschwert die Situation zusätzlich.

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Der 28-Jährige lieferte in Osnabrück zwar eine engagierte Vorstellung ab, ließ aber allerbeste Chancen aus. Nach dem Spiel entschuldigte er sich dafür bei seinen Mitspielern. „Er frisst sich gerade selber auf“, berichtete Anfang, ehe er Füllkrug im nächsten Moment Mut zusprach: „Er braucht sich keinen Kopf zu machen. Das wäre anders, wenn er keine Chancen hätte, denn dann wäre er nicht im Spiel. Aber er hat ja Chancen.“ Anfangs Rezept: „Trainieren, trainieren, trainieren. Fülle muss dranbleiben.“ Und trotzdem: Eine Alternative hätte der Coach liebend gerne im Kader.

Werders Sportchef Frank Baumann hatte nach Bekanntwerden des Sargent-Verkaufs, der Werder eine zweistellige Millionensumme einbringt, angekündigt, dass schon in der kommenden Woche Neuzugänge am Osterdeich aufschlagen werden. Es dürfte sich dabei um Offensivkräfte handeln, schließlich hat Werder diesen Mannschaftsteil auch durch den Transfer Johannes Eggesteins (zu Royal Antwerpen) ausgedünnt. Dessen älterer Bruder Maximilian ist nach wie vor da. Nach der bitteren Niederlage in Osnabrück brachte er die Transfererwartungen wie folgt auf den Punkt: „Wenn man viele Spieler verloren hat, ist es normal, dass neue Spieler dazukommen müssen. Das wissen alle.“ Dann ist ja gut.

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