Sportchef: Ruhe tut gut Darum will Baumann das Werder-Team im Moment nicht verändern

Frank Baumann sieht kurz vor Schließung des Winter-Transferfensters kaum Handlungsbedarf. "Die Mannschaft funktioniert", sagt der Werder-Sportchef und Geschäftsführer.
26.01.2022, 19:15
Lesedauer: 2 Min
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Von Carsten Sander

Nur noch ein paar Tage, dann schließt das Winter-Transferfenster. Und bei Werder tut sich … nichts! Selbst langgediente Werder-Begleiter können sich nicht an eine Wechselperiode erinnern, in der es in Bremen derart geräuscharm zugegangen ist wie aktuell. Frank Baumann, Sportchef und Geschäftsführer, bereitet alle Fans darauf vor, dass es auch bis zum Transferschluss am Montag nicht mehr lauter werden wird. Weil es bei Werder derzeit sportlich so rund läuft, sieht er nach wie vor kaum einen Handlungsbedarf. Im Gegenteil: Nach dem Abstieg und dem dadurch forcierten großen Umbau im Sommer brauche das Team des Zweitligisten nun Festigung und keine weitere Veränderung, argumentiert Baumann: „Die Mannschaft funktioniert, hat sich gefunden. Insgesamt ist unser Gefühl, dass ihr eine gewisse Ruhe guttut.“

Übersetzt heißt das, dass Werder – außergewöhnliche Gelegenheiten ausgeklammert – keine Verstärkung verpflichten, aber auch keinen Spieler abgeben wird. Auch nicht Last-Minute. Dies war schon vor Wochen die Haltung der Verantwortlichen, und sie hat sich durch die fünf Siege in Folge unter Trainer Ole Werner noch verstärkt. Wieso an etwas herumbasteln, das tadellos seinen Dienst tut?

Allenfalls wird Werder noch junge Spieler zur weiteren Ausbildung ausleihen. Aber wenn, dann eher aus dem Kader der U23, nicht aus dem des Zweitliga-Teams. Kandidaten wie Eren Dinkci, Oscar Schönfelder und Abdenego Nankishi, die bei den Profis schon ihre Einsätze hatten, zuletzt aber immer seltener auf dem Platz auftauchten, sollen bleiben. Clemens Fritz, Leiter Profifußball und Scouting, macht klar: „Natürlich gibt es bei diesen Spielern eine gewisse Ungeduld. Das gehört dazu. Es läuft im Moment aber sehr gut, da gibt es wenig Grund, viel zu verändern. Die Jungs müssen weiter an sich arbeiten, das machen sie auch. Alle haben die nötige Qualität und diese auch schon nachgewiesen. Es ist aktuell nicht geplant, einen dieser Spieler abzugeben – auch nicht leihweise.“

Ein Grund dafür ist, dass über der laufenden Saison die dunkle Wolke der Pandemie schwebt. Ständig muss damit gerechnet werden, dass Corona-Infektionen den Kader plötzlich ausdünnen. Deshalb müsse man „genau abwägen, ob es wirklich Sinn macht, auf einen Spieler zu verzichten. Die Jungs können sich auch hier gut entwickeln“, sagt Fritz.

Sein Vorgesetzter Baumann will aber keine Türen zuschlagen, bevor er nicht nachgesehen hat, was sich dahinter befindet. Für den einen oder anderen jungen Spieler liegen „lose Anfragen“ vor, berichtet der 46-Jährige. Diese Anfragen würden auch geprüft, denn: „Dass bei ein, zwei Jungs noch etwas passiert, wollen wir nicht ausschließen. Dafür muss aber alles passen, und wir müssen Ersatz in den eigenen Reihen haben.“ Bislang hat Werder aus der U23 Mittelstürmer Justin Njinmah (21) an die U23 von Borussia Dortmund sowie Innenverteidiger Dominik Becker (22) an den 1. FC Saarbrücken verliehen – beides Clubs aus Liga drei. Louis Poznanski (20/Linksverteidiger) wechselte zu PAS Giannina in die griechische Super League 1.

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