Trotz Mega-Minus

Werder schließt Notverkäufe aus

Auf rund 35 Millionen Euro Einnahmen musste Werder Bremen seit Beginn der Corona-Pandemie verzichten. Sportchef Frank Baumann schließt Notverkäufe zur Schließung der Finanzlücke aber aus.
13.05.2021, 18:02
Lesedauer: 2 Min
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Von Björn Knips
Werder schließt Notverkäufe aus

Trotz der Finanzmisere soll es bei Werder Bremen keine Notverkäufe geben.

nordphoto / gumzmedia

Um die finanzielle Krise zu meistern, muss sich der SV Werder Bremen nicht nur massiv verschulden, der Bundesligist setzt vor allem auch auf hohe Transfererlöse. Das hat der Club im Wertpapierprospekt für seine Mittelstandsanleihe verkündet. Droht da im Sommer etwa ein Ausverkauf? Ist Werder dann unabhängig von der Ligazugehörigkeit noch wettbewerbsfähig? Sportchef Frank Baumann zeigt sich zum einen verwundert ob der aktuellen Aufregung über das Mega-Minus des SV Werder, zum anderen gibt er sich betont zuversichtlich.

„Die Zahlen sind doch keine Überraschung, Klaus Filbry hat das doch schon in den letzten 13 Monaten sehr ausführlich und transparent dargelegt. Wir wissen, dass wir durch die Pandemie eine sehr herausfordende wirtschaftliche Situation haben“, sagt Baumann und bringt dabei Werder-Boss Klaus Filbry ins Spiel. Der hatte bereits von Mindereinnahmen seit Beginn der Corona-Pandemie bis zu diesem Saisonende von 35 Millionen Euro gesprochen. Neu ist aber vor allem die Prognose zum 30. Juni: Werder rechnet mit einem negativen Eigenkapital von dann 26,088 Millionen Euro sowie Verbindlichkeiten von 74,977 Millionen Euro. Die Lizenz wurde von der Deutschen Fußball-Liga (DFL) nur mit Auflagen erteilt. Werder ist sich sicher, diese fristgemäß bis zum 15. September erfüllen zu können und damit einen möglichen Punktabzug in der neuen Saison zu verhindern.   

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„Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht“, betont Baumann ausdrücklich: „Ich bin zuversichtlich, dass wir alle Szenarien meistern werden. Egal, was die Zuschauer betrifft, egal, was den Transfermarkt betrifft, egal, was die Ligazugehörigkeit betrifft.“ Die Mittelstandsanleihe, die mindestens 20 Millionen Euro einbringen soll, sei dabei ein wichtiger Finanzierungsbaustein, „damit wir nicht nur auf Verkäufe von Spielern angewiesen sind“, so Baumann - und sagt ganz deutlich: „Es muss keine Notverkäufe geben!“ Allerdings räumt der Sportchef gleichzeitig ein, dass noch für dieses Geschäftsjahr (bis zum 30. Juni) ein Transferüberschuss erwirtschaftet werden muss. Der Plan im Wertpapierprospekt sieht eine Summe von 9,4 Millionen Euro vor. Gibt es womöglich schon eine Einigung über einen Transfer? „Es ist noch nichts unterschrieben“, behauptet Baumann: „Aber es ist ja bekannt, dass es an dem einen oder anderen unserer Spieler Interesse gibt.“
Gemeint ist an erster Stelle Milot Rashica, bei dem das Interesse anderer Clubs aber nie so groß war, um Werders Wünsche bei der Ablöse zu befriedigen. Über 30 Millionen Euro hatten sich die Grün-Weißen mal von einem Rashica-Transfer erhofft, nun wäre ein zweistelliger Millionen-Betrag schon ein großer Erfolg.

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Denn Torjäger Rashica liefert schon lange nicht mehr ab – und spätestens jetzt kennt wirklich jeder das Ausmaß der finanziellen Probleme der Bremer. Das macht Verhandlungen gewiss nicht einfacher. Andererseits steigt mit jedem Tag der Druck, Transfererlöse erzielen zu müssen. Baumann rechnet allerdings fest damit, dass schon nach dem Saisonende „der Transfermarkt wieder richtig losgehen wird“. Und dann ist er trotz aller Widrigkeiten guter Dinge: „Ich glaube, dass wir sowohl die wirtschaftliche Situation meistern können als auch in der kommenden Saison einen wettbewerbsfähigen Kader zur Verfügung haben werden.“

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