Impfpass-Affäre Deshalb fordert Werder von Anfang keinen Schadenersatz

Eine halbe Million Euro hat Werder für Markus Anfang an Darmstadt 98 als Ablöse bezahlt. Obwohl Werder wirtschaftlicher Schaden durch die Impfpass-Affäre entstanden ist, will der Verein keinen Schadenersatz.
26.11.2021, 15:22
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Von csa

Klaus Filbry hatte die Möglichkeit umgehend ausgeschlossen. Nur wenige Stunden, nachdem Markus Anfang bei Werder Bremen fluchtartig seinen Rücktritt erklärt hatte, war für den Vorsitzenden der Geschäftsführung schon klar: Obwohl der Trainer den Klub mutmaßlich hintergangen und mit einem gefälschten Impfausweis getäuscht hatte, wird Werder keine Regressforderungen stellen.

Dabei ist dieser Gedanke grundsätzlich nicht abwegig, manche sehen die Werder-Chefetage sogar in der Pflicht, alles zu versuchen, um den wirtschaftlichen Schaden so klein wie möglich zu halten. Immerhin hatten die Bremer im Sommer 500.000 Euro Ablöse an Darmstadt 98 überwiesen, um Anfang dort aus einem laufenden Vertrag herauszukaufen.

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Das Geld ist weg, Anfang aber auch. Den Schaden hat Werder. Aber: Sich jetzt mit dem Ex-Trainer auf das juristische Parkett zu begeben, sei nach Einschätzung der Geschäftsführung sinnlos, bekräftigt auch Sportchef Frank Baumann. „Wir haben Experten, die das sehr intensiv überprüft haben. Dass wir keine Schadenersatzansprüche anmelden, hat damit zu tun, dass wir keine realistische Erfolgschance sehen – speziell die an Darmstadt 98 gezahlte Ablöse betreffend“, erklärt der 46-Jährige die Werder-Haltung. Heißt: Es wäre nach Einschätzung der beratenden Juristen nichts zu holen. Und es bleibt dabei, was Filbry verkündet hatte: „Die Akte Anfang ist geschlossen.“

Auf persönlicher Ebene gilt das allerdings nicht. Jedenfalls nicht für Frank Baumann. Zwar hat er den Trainer seit dessen Demission am vergangenen Samstag noch nicht wieder gesprochen, „irgendwann“ werde er aber wieder den Kontakt suchen, um das Geschehene aufzuarbeiten. Ganz sicher jedoch nicht jetzt und auch nicht in naher Zukunft. Baumann: „Ich habe derzeit viel zu tun, und Markus will im Moment sicher auch seine Ruhe haben.“ Die muss Werder dem Ex-Coach nicht gönnen, macht es aber. Anfang ist ohnehin abgetaucht, reagiert nicht auf Medienanfragen. 

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