Bonus-Power für Werder?

Anfang: Möge die Kraft des Nordderbys mit dem Team sein

SV Werder gegen den HSV - das Nordderby hat eine ganz eigene, besondere Kraft. Daran glaubt jedenfalls Werder-Coach Anfang - und er möchte die Mannschaft mit dieser Kraft aufladen.
14.09.2021, 17:24
Lesedauer: 2 Min
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Von Carsten Sander
Anfang: Möge die Kraft des Nordderbys mit dem Team sein

Möge die Kraft des Nordderbys mit euch sein: Werder-Coach Markus Anfang weiß um die besondere Bedeutung des Spiels gegen den HSV.

Uli Deck / dpa

Einmal kurz nachgefühlt: Derbyfieber? Ja, ist da. Noch nicht besonders stark, aber zu behaupten, die besondere Brisanz des Duells zwischen Werder Bremen und dem Hamburger SV hätte den gebürtigen Kölner Markus Anfang nicht gepackt, wäre auch falsch.

„Es ist schön, dass es diese Derbys gibt“, sagt der Werder-Trainer, „darauf warten doch alle.“ Er auch! Denn Anfang glaubt an die geheimen Kräfte, die in einem solchen Derby stecken. „Es kann dir unheimlich viel Power geben, wenn du das Spiel für dich entscheidest“, sagt er und setzt natürlich darauf, dass sich sein Team diese Extra-Power holt. Mit einem Sieg am Samstag (20.30 Uhr) im Wohninvest-Weserstadion.

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Dabei geht es ihm nicht allein darum, dass ein Duell gegen den Nachbarn und Erzrivalen immer einen Boost gibt - positiv oder negativ. Sondern auch darum, was in den vergangenen Wochen bei Werder entstanden ist und nun nicht wieder zerstört werden soll. Nach null Gegentoren und sieben Punkten aus den vergangenen drei Partien wähnt sich Anfang mit Werder auf dem richtigen Weg, „die Mannschaft ist in der richtigen Richtung unterwegs“. Das nun zu bestätigen, würde gegen jeden anderen Gegner auch gelten. Ganz besonders wichtig ist es aber gegen einen Gegner der Kategorie HSV. Völlig losgelöst von ewigem Konkurrenzdenken ist es für Anfang die große Chance und Aufgabe, die eigene Entwicklung zu stärken: „Nach unseren letzten Spielen wäre es der nächste Schritt, gegen einen Gegner zu gewinnen, der richtig gut aufgestellt ist und über sehr viel Zweitliga-Erfahrung verfügt. Das könnte weitere Kräfte und Motivation freisetzen und vor allem viel Selbstvertrauen geben.“

Werder hat zuletzt gegen Hansa Rostock und den FC Ingolstadt jeweils 3:0 gewonnen – es waren Gegner aus der Kategorie ernstzunehmende Zweitligisten, aber eben auch Aufsteiger. Teams, die am Ende der Saison nicht dort erwartet werden, wo Werder und der HSV hinwollen: auf einen Aufstiegsplatz. Also ist das Derby am Samstag nicht nur eine Gelegenheit zur Bestätigung, sondern auch zur Bewährung. Hat das neu zusammengestellte Bremer Team Aufstiegsqualität? Eine Antwort darauf könnte das Spiel liefern.

Und klar: Es geht auch um den Ruhm, ein Derby-Sieger zu sein. Zur eigenen aktiven Zeit hat Markus Anfang mit Fortuna Düsseldorf rheinische Derbys gegen Borussia Mönchengladbach und den 1. FC Köln gespielt. Als Jens Lehmann für Schalke 04 das legendäre Kopfballtor gegen Borussia Dortmund erzielte, wartete er als Einwechselspieler auf der königsblauen Bank auf einen Einsatz, der nicht kam. Die spezielle Derby-Atmosphäre kennt er dennoch, nur eben nicht die im Norden. Da geht es ihm wie fast allen Spielern, die am Samstag auf dem Platz stehen werden.

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Dennoch hat Anfang nicht den Eindruck, dass irgendwem im Team das Derby-Virus injiziert werden müsste. Weder ist es geplant, einen Geschichtenerzähler aus der Bremer Derby-Historie zu engagieren, um die Spieler einzustimmen, noch stehen andere Extra-Maßnahmen wie etwa ein Teamabend auf dem Programm. „Ich glaube, dass bei uns niemand eine zusätzliche Motivation braucht“, meint Anfang: „Ich glaube, die Spieler brennen sowieso, um das, was wir im letzten Heimspiel gegen Hansa Rostock gemacht haben, gegen den HSV fortsetzen zu können. Das Derby hat noch dazu seinen besonderen Reiz - gerade für die, für die es das erste Mal ist. Dieses Spiel will doch jeder gewinnen. Da müssen wir die Jungs nicht noch zusätzlich anstacheln.“

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