Spielbericht Werder ist im Mittelmaß angekommen: 1:2 bei Holstein Kiel

Der SV Werder Bremen hat seine fünfte Saisonniederlage hinnehmen müssen. Bei Holstein Kiel unterlagen die Grün-Weißen nach enttäuschender Leistung 1:2.
27.11.2021, 22:29
Lesedauer: 3 Min
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Von Daniel Cottäus

Es sollte der große Schritt ran an die Spitzengruppe der 2. Bundesliga werden – gekommen ist es für den SV Werder Bremen am Samstagabend allerdings anders. Die von Interimstrainer Christian Brand betreute Mannschaft verlor ihr Auswärtsspiel bei Holstein Kiel am Ende verdient mit 1:2 (0:1) und hat den Anschluss an die oberen Tabellenplätze damit vorerst verloren.

Für die Kieler trafen Joshua Mees und Benedikt Pichler, für Werder zwischenzeitlich Niclas Füllkrug. Soweit zunächst die Eckpunkte des Spiels. Neben allen sportlichen Aspekten stand am Samstagabend in Kiel aber natürlich noch ein anderer Name im Mittelpunkt: Ole Werner.

Kiels Ex-Trainer, der nach seinem Rücktritt im September noch bei den „Störchen“ unter Vertrag steht, ist Werders absoluter Wunschkandidat bei der Suche nach einem Nachfolger für den zurückgetretenen Markus Anfang. Es wird damit gerechnet, dass die Bremer spätestens zu Wochenbeginn Vollzug melden – am Samstagabend wurde von beiden Clubs allerdings noch fleißig gemauert. „Wenn es etwas zu vermelden gibt, werden wir es vermelden. Bis dahin schweige ich wie ein Grab“, sagte Kiels Sportchef Uwe Stöver. Sein Bremer Kollege Frank Baumann hielt es genauso: „Wir haben nie Namen genannt und werden das auch jetzt nicht tun.“

Fest steht: Der neue Werder-Trainer wird nach dem Spiel in Kiel auf eine Mannschaft treffen, die nicht gerade vor Selbstvertrauen strotzt und nach der Impfpass-Affäre rund um Ex-Coach Markus Anfang erst einmal wieder aufgebaut werden muss.

Friedl und Dinkci rücken in die Werder-Startelf

Im Vergleich zum 1:1 gegen Schalke 04 hatte Christian Brand zwei personelle Veränderungen in der Bremer Startformation vorgenommen: Manuel Mbom und Romano Schmid blieben draußen, dafür rückten der nach einer Covid-19-Erkrankung wieder genesene Marco Friedl sowie Eren Dinkci ins Team.

Gegen Schalke hatte Brand, der normalerweise Werders U19 trainiert, noch als Assistent von Interimscoach Danijel Zenkovic auf der Bank gesessen. Nach dessen Corona-Infektion übernahm er nun selbst die Verantwortung – und brachte eigene Ideen ein. So hatte er etwas an der Bremer Grundformation geschraubt und ließ Werder mit Viererkette und einer Doppelsechs davor agieren. Für Sicherheit sorgte das allerdings nicht. Ganz im Gegenteil.

Werder hatte in der Anfangsphase große Probleme mit enorm entschlossenen Kielern, die durch Phil Neumann (4.) und Fabian Reese (10.) früh zu guten Chancen kamen. Erst allmählich fanden auch die Gäste den Weg nach vorne. Zunächst legte sich Leonardo Bittencourt den Ball im Strafraum zu weit vor und kam deshalb nicht mehr zum Abschluss (12.), dann hätte Marvin Ducksch für die Führung sorgen müssen, scheiterte aber aus bester Position an Holstein-Schlussmann Thomas Dähne (15.).

In der Folge entwickelte sich eine Partie mit Offensivaktionen auf beiden Seiten, wobei Kiel das aktivere Team blieb und die besseren Möglichkeiten hatte. Werder-Torhüter Jiri Pavlenka musste gegen Benedikt Pichler (28.) und vor Joshua Mees (33.) retten. Finn Porath setzte zudem einen Distanzschuss nur knapp neben das Tor (40.). Es war also ein ziemlich langer Anlauf, den die Kieler für das 1:0 nahmen, das dann kurz vor der Pause tatsächlich fiel: Per artistischer Einlage im Strafraum brachte Mees die Hausherren verdient in Führung (45.).

Werder-Fans sorgen mit Pyro-Einlage für Unterbrechung

Die zweite Hälfte hatte kaum begonnen, da wurde sie auch schon wieder unterbrochen. Nachdem die Werder-Fans im Gästeblock mit Pyrotechnik gezündelt hatten, zogen dicke Rauchschwaden über den Platz, woraufhin Schiedsrichter Harm Osmers die Partie für zwei Minuten stoppte. Als die Sicht dann wieder frei war, fehlte Werder trotzdem der Durchblick.

Neumann per abgefälschtem Schuss (56.) und Pichler, der per Kopf an Pavlenka scheiterte (56.), vergaben zwei dicke Chancen, ehe Niclas Füllkrug auf der anderen Seite seinen großen Auftritt hatte. Nach einem völlig missglückten Ausflug von Kiels Keeper Dähne an die Seitenlinie führte Ducksch einen Einwurf schnell aus – und Füllkrug hob die Kugel aus über 25 Metern ins leere Tor (57.). Kiels Antwort ließ aber nicht lange auf sich warten: Nach einem Pfostenschuss von Alexander Mühling staubte Pichler zur erneuten Führung ab – 2:1 (65.). Kurz darauf hätte Neumann auf 3:1 erhöhen können (68.).

In der 75. Minute war die Partie für Torhüter Dähne dann zu Ende: Nach einem Kopftreffer musste er ausgewechselt werden. Auch Brand hatte zu diesem Zeitpunkt schon reagiert und in Roger Assalé (für Bittencourt) und Romano Schmid (für Dinkci) zwei frische Offensivkräfte gebracht – in der Hoffnung, zumindest noch einen Punkt mit nach Hause nehmen zu können. Wegen Pyro-Pause und Dähne-Verletzung ließ Referee Osmers am Ende stolze zehn Minuten nachspielen. Viel Zeit, die Werder aber nicht mehr zu nutzen wusste, weil Keeper Gelios eine Großchance von Ducksch spektakulär vereitelte (90.+8).

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