Aufstiegsparty in Bremen Werder kehrt nach Heimsieg gegen Regensburg zurück in die Bundesliga

Bremen feiert nach einem 2:0 gegen Regensburg: Der SV Werder hat am letzten Spieltag der 2. Fußball-Bundesliga den zweiten Tabellenplatz verteidigt und damit den direkten Wiederaufstieg perfekt gemacht.
15.05.2022, 17:22
Lesedauer: 3 Min
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Von Björn Knips

Der SV Werder Bremen ist nach nur einem Jahr in der 2. Liga und einer turbulenten Saison wieder Erstligist. Das Team von Trainer Ole Werner beseitigte mit einem verdienten, aber auch hart erkämpften 2:0 (1:0)-Heimsieg gegen Jahn Regensburg die letzten Zweifel am Aufstieg. Die selbst ernannten „hässlichen Vögel“ Niclas Füllkrug (10.) und Marvin Ducksch (51.) brachten die Gastgeber auf die Siegerstraße und sorgten für eine Riesenparty im Weserstadion.

Die hatte schon am Morgen mit einem Fanmarsch mit über 12.000 Teilnehmern am Bremer Marktplatz begonnen. So ausgelassen war die Stimmung bei den Grün-Weißen seit Jahren nicht mehr gewesen. Die Fans stürmten sofort auf den Platz, unfassbare Szenen spielten sich ab. Der Zweitliga-Titel wurde allerdings verpasst, den schnappte sich der FC Schalke 04 (2:1-Sieg in Nürnberg). Der Hamburger SV (3:2-Erfolg in Rostock) rettete sich in die Relegation. Darmstadt (3:0-Sieg gegen Paderborn) blieb nur der undankbare vierte Platz.

Werder-Coach Ole Werner hatte es gewagt – und in der Abwehr wieder auf Ömer Toprak gesetzt, der vor einer Woche beim 3:0-Sieg in Aue wegen erneuter Wadenprobleme frühzeitig ausgefallen war. „Er ist unser vielleicht wichtigster Spieler“, begründete Werner seine Entscheidung. Ansonsten durften die Profis beginnen, von denen das erwartet worden war. Gegner Jahn Regensburg plagte derweil ein Torwartproblem. Stammkeeper Alexander Meyer ist verletzt, Ersatzmann Thorsten Kirschbaum krank – und so stand Alexander Weidinger zwischen den Pfosten. Der macht das normalerweise in der 5. Liga bei der zweiten Mannschaft der Regensburger.

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Offenbar wollte Werder das sofort ausnutzen. Angetrieben von den euphorischen Fans gaben die Gastgeber gleich Vollgas – und schon nach sechs Minuten zappelte der Ball tatsächlich im Netz. Doch Torschütze Mitchell Weiser hatte ganz knapp im Abseits gestanden. Das war aber schon wenig später egal, weil Niclas Füllkrug eine tolle Kombination über Romano Schmid und Marvin Ducksch mit einem satten Schuss zum 1:0 abgeschlossen hatte (10.). Keeper Weidinger schien dabei nicht ganz chancenlos. Trotzdem natürlich Riesenjubel auf dem Platz und auf den Rängen, denn Werder war schon früh auf Aufstiegskurs.

Pavlenka verhindert das 1:1

Doch ganz glatt lief die Sache nicht. Weiser wollte eine Hereingabe eigentlich neben das Tor klären, zwang dabei aber seinen Keeper Jiri Pavlenka zu einer Glanzparade (23.). Ein Schreckmoment im mit 42.100 Zuschauern restlos ausverkauften Wohninvest Weserstadion. Anschließend ließen Nicklas Shipnoski (35.) und Andreas Albers (37.) mit ihren Fernschüssen die Herzen der Werder-Fans in die Hose rutschen, doch sie zielten knapp vorbei.

Die Bremer, die im Laufe der ersten Halbzeit deutlich nachgelassen und die Partie zu sehr verwaltet hatten, waren also noch lange nicht durch. Zudem saßen ihnen die Darmstädter im Nacken, die zur Pause bereits mit 3:0 gegen Paderborn führten. Der Hamburger SV lag dagegen bei Hansa Rostock mit 0:1 zurück.

Werder machte es nach dem Wechsel zunächst nicht besser, schwamm hinten sogar kurzzeitig. Doch Shipnoski (46.) und Carlo Boukhalfa (47.) konnten das nicht nutzen. Da kam das Bremer 2:0 genau zur rechten Zeit: Nach feiner Vorarbeit von Schmid vollstreckte Ducksch (50.). Der Video-Assistent checkte noch kurz, ob Schmid den Ball an den Arm bekommen hatte, fand aber kein strafwürdiges Vergehen. Der Treffer zählte und das Weserstadion bebte.

Platzsturm nach Abpfiff

Für den starken Schmid war kurz darauf Feierabend, er räumte das Feld für Niklas Schmidt. Und Werder drängte auf das 3:0, das Füllkrug (59.), Milos Veljkovic (60.) und Schmidt (67.) nur knapp verpassten. „Nie mehr 2. Liga“, sangen die Fans und mussten dabei mitansehen, wie Leonardo Bittencourt den Ball an den Außenpfosten setzte (69.). Und weil Regensburg nicht aufgab, blieb es noch spannend. Auch für Keeper Pavlenka, der noch mal schwer gefordert wurde.

Werner reagierte, brachte Nicolai Rapp für Bittencourt und wollte damit die Defensive stärken (79.). Kurz vor Schluss durften auch noch Felix Agu (für Weiser) und Ilia Gruev (für Christian Groß) den Aufstieg auf dem Platz mitfeiern. Toprak, der tatsächlich durchgehalten hatte, nutzte die kurze Pause mit wilden Handbewegungen die Fans anzustacheln. Dabei tat das gar nicht mehr Not, die Stimmung war schon überragend. Beim Abpfiff stürmten die Fans sofort auf den Platz.

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