Werder mit Remis gegen Freiburg Nullnummer beim Fußball-Schach

Wenig Höhepunkte und kein Sieger: Werder Bremen hat sich am Sonnabend in einem taktisch geprägten Spiel mit 0:0 vom SC Freiburg getrennt und so die Gelegenheit ausgelassen, das Punktepolster aufzustocken.
13.02.2021, 17:40
Lesedauer: 3 Min
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Von Carsten Sander

Der Tabellenelfte blieb damit zwar im dritten Bundesliga-Spiel in Folge unbesiegt und zum vierten Mal in der laufenden Saison ohne Gegentor, verpasste aber auch die Chance, sich weiter von der Abstiegsregion abzusetzen. Immerhin blieb der Abstand auf den ersten direkten Abstiegsplatz konstant bei neun Punkten.

„Die Offensive ist heute ein bisschen flöten gegangen, aber wir sind sehr froh über den Punkt“, sagte der Bremer Stürmer Davie Selke in einer ersten Reaktion. Nils Petersen, Ex-Werder-Stürmer im Freiburg-Trikot, hatte sich „ein bisschen mehr erhofft“ als den einen Punkt, „aber niemand wollte heute den ersten Fehler machen. Mit dem Remis können beide leben.“

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Auf Experimente in der Startelf verzichtete Werder-Trainer Florian Kohfeldt und schickte die erwartete Formation auf den Platz. Die einzige Veränderung gegenüber dem DFB-Pokalspiel gegen Greuther Fürth zehn Tage zuvor betraf die Abwehrkette, in der wieder Ömer Toprak statt Niklas Moisander begann. Die auserwählten Elf boten dann das, was bei den Bremern mittlerweile System hat: nämlich erstmal nichts. Werder formierte sich in der gewohnten 5-3-2-Formation und war zunächst vor allem auf Sicherheit bedacht, riskierte nach vorne fast nichts. Weil der SC Freiburg, als Favorit an die Weser gereist, ebenfalls keine Lust zeigte, dem Gegner Räume anzubieten, entwickelte sich eine zähe Partie, die lange keine Höhepunkte bot. Defensive Disziplin war auf beiden Seiten das oberste Gebot. Jonathan Schmid für Freiburg (11.) und Milot Rashica für Werder (19.) probierten es jeweils von außerhalb des Strafraums, Gefahr schworen aber beide nicht damit herauf.

Im Kühlschrank Weserstadion lief Werder erst nach einer halben Stunde so richtig warm und investierte endlich mehr ins Spiel nach vorne. Zwar monierte Clemens Fritz, Leiter Profi-Fußball, zur Pause, dass den Angriffsbemühungen insgesamt „Tiefe und Tempowechsel gefehlt“ hatten, dennoch hätten die Bremer nach 36 Minuten in Führung gehen müssen. Milos Veljkovic hatte im Nachlauf einer Standardsituation das 1:0 auf dem Kopf, scheiterte aber an Freiburg Florian Müller. Nach Flanke von Kevin Möhwald hatte Theodor Gebre Selassie per Kopf auf Veljkovic verlängert, aus kürzester Distanz brachte der Innenverteidiger den Ball aber nicht an Müller vorbei. Es blieb bis zur Pause die einzige Großchance der Partie, in der Milot Rashica auf Bremer (39.) und Nicolas Höfler (42.) noch für weitere Abschlüsse sorgten.

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Nach dem Seitenwechsel blieb Veljkovic mit Problemen in der linken Wade angeschlagen in der Kabine, Kapitän Niklas Moisander ersetzte den Serben. Sturmhoffnung Niclas Füllkrug, der erstmals seit seiner Sprunggelenksverletzung wieder im Kader stand, blieb dagegen auf der Bank. Er bekam also keine Chance, den Fritz-Wunsch für Halbzeit zwei umzusetzen: „Zielstrebiger und durchschlagskräftiger werden.“

Die ersten offensiven Akzente setzte aber der Sport-Club – zunächst mit einer Chance für Vincenzo Grifo (55.) und gleich danach mit einem Austausch der Stürmer. Für Ermedin Demirovic und Woo-Yeong Jeong kamen Petersen und der in Achim nahe Bremen geborene Lucas Höler. Wenig später brachte auch Kohfeldt eine frische Kraft für den Angriff – der unauffällig gebliebene Josh Sargent ging, aber statt Füllkrug kam Davie Selke (62.).

Weil alle Wechsel jedoch positionsgetreu waren, änderte sich am Charakter der Partie nur wenig. Werder war weiterhin das etwas gefälliger agierende Team und gewährte den Gästen kaum Torraumszenen, doch die geforderte Durchschlagskraft hatte das Kohfeldt-Team auch bis zur 70. Minute noch nicht entwickelt. Eine Bremer Qualität war es in den Heimspielen zuvor allerdings gewesen, in der Schlussphase noch zulegen und treffen zu können. Beim 2:0 gegen den FC Augsburg waren die Tore in der 84. und 87. Minute gefallen, beim 1:1 gegen Schalke 04 nach 77 Minuten.

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Diesmal war es aber Freiburg, das zur Schlussoffensive blies und die bis dahin so sicheren Bremer ins Wanken brachte. So war es pures Glück, dass Petersen, mit 29 Joker-Toren der gefährlichste Einwechselspieler der Bundesliga-Geschichte, nach einer Parade von Werder-Schlussmann Jiri Pavlenka nicht zur Freiburger Führung abstaubte (76.). Jonathan Schmid zwang Pavlenka wenig später zur nächsten Flugeinlage (83.).

Und Werder? Hatte nach vorne immer weniger zu bieten. Obwohl noch Yuya Osako und Leonardo Bittencourt kamen, um dem Angriffsspiel Impulse zu geben, wurden die Bremer überhaupt nicht mehr gefährlich. In der gesamten zweiten Halbzeit reichte es nur zu einem völlig harmlosen Distanzschuss von Kevin Möhwald. Und es bedarf einer Erklärung, warum Kohfeldt Niclas Füllkrug zwar auf der Bank hatte, ihn aber nicht brachte.

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